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Zuschusserhöhung bei Bildungsschecks

Qualifikation zum Sonderpreis: Interview mit Claudia Roth

Das NRW-Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales hat den Bildungsscheck-Zuschuss für Weiterbildungen erheblich aufgestockt. Statt bisher maximal 500 Euro wird der Zuschuss für für die nächsten zwei Jahre auf maximal 2.000 Euro erhöht. Das Förderprogramm soll sowohl Berufstätigen und Existenzgründern als auch Unternehmen unterstützen. business-on.de sprach darüber mit Claudia Roth, Studienleiterin der Düsseldorfer Akademie für Marketing-Kommunikation (DAMK).

bon: Frau Roth, die DAMK bietet verschiedene Weiterbildungen und Ausbildungen im Bereich der Marketing-Kommunikation an. Wie viele Studierende reichen bei Ihnen Bildungsschecks ein?

CR: Wir haben verschiedene Studiengänge, den Marketing-Kommunikationswirt als berufsbegleitenden sowie als kompakten Vollzeitstudiengang, den Public Relations Fachwirt und den Social Media Manager. Die meisten Studenten haben wir beim Marketing-Kommunikationswirt und dort auch eine hohe Bildungsscheck-Quote, insbesondere in den berufsbegleitenden Abendstudiengängen. Etwa 20% der Studierenden haben dort einen Bildungsscheck. Beim Vollzeitstudiengang sind es deutlich weniger, da wir dort viele junge Menschen haben, die direkt mit dem Abi zu uns kommen und bereits Berufstätige eher die Ausnahme sind. Die höchste Quote haben wir bei den PR-Fachwirten und den Social Media Managern, also originären beruflichen Weiterbildungen, mit einer Quote von ungefähr 40%.

bon: Wie beurteilen Sie die Erhöhung von 500 auf 2.000 Euro?

CR: Wir begrüßen die Initiative sehr! Ich bin seit 2003 Studienleiterin an der Akademie, und ich könnte Ihnen Dutzende von Beispielen für Weiterbildungen geben, die unmittelbar zu Beförderungen, Gehaltserhöhungen und oft auch zu Jobwechseln mit deutlicher Verbesserung für die Absolventen geführt haben. Wir hoffen, dass sich durch diese deutliche Erhöhung noch mehr Menschen für eine Weiterbildung entscheiden.

bon: Das heißt, dass sich berufliche Weiterbildung unmittelbar auf die Karriere auswirkt?

CR: Natürlich nicht immer, das hängt auch von den persönlichen Voraussetzungen und den beruflichen Gegebenheiten ab. Aber grundsätzlich kann ich sagen, dass in Bildung investiertes Geld immer gut investiertes Geld ist. Sehr oft ist es aber so, dass eine zusätzliche Qualifikation oder ein Berufstitel einen Karrieresprung bewirkt. Gerade im Bereich Marketing und Werbung haben wir es sehr oft mit Quereinsteigern zu tun, die keine Fachausbildung haben, in manchen Fällen sogar gar keinen Studien- oder Berufsabschluss. Gerade dann kann ein Fach- bzw. Praxisstudium sehr hilfreich sein – und genau in diesen Fällen ist auch ein Bildungsscheck besonders wertvoll.

bon: Warum gerade in diesen Fällen?

CR: Weil gerade Quereinsteiger ohne Ausbildung und Studium oft einen guten Job machen, aber nicht adäquat entlohnt werden. Insbesondere in Agenturen haben wir dieses Problem oft. Eine Ausbildung an der DAMK ist eigentlich recht günstig, denn wir sind letztlich eine private Institution, aber als steuerbefreiter Verein organisiert. Daher dürfen wir keine Gewinne machen und kalkulieren entsprechend. Trotzdem ist die finanzielle Hürde für Geringverdiener oft recht hoch, besonders wenn die Agentur oder das Unternehmen nichts zu den Studiengebühren beisteuert. Diese Hürde wird neun erheblich gesenkt.

bon: Die Bildungsschecks richten sich nicht nur an Beschäftigte, sondern auch an Arbeitgeber. Welche Erfahrungen haben Sie mit diesen gemacht?

CR: Gerade kleinere Unternehmen und Agenturen wissen oft nichts über die bestehenden Fördermöglichkeiten, während die Großen über professionelle Human-Resources-Mitarbeiter verfügen, die jeden Fördertopf kennen. Gerade diese kleineren Agenturen können besonders von der Zuschusserhöhung profitieren. Mitarbeiterqualifikation wird geradezu zum Schnäppchen, besonders wenn man – beispielsweise im Fall der DAMK-Studiengänge – die verbleibenden Studiengebühren nach Abzug des Bildungsschecks auf die Unterrichtsstunden umrechnet. Und die Qualität unserer Dozenten ist sehr hoch, allesamt erfahrene Profis mit jahrelanger Praxiserfahrung. Ich würde mir wünschen, dass mehr kleine Agenturen von den Möglichkeiten Gebrauch machen, denn ich freue mich immer wieder über gelungene Karrieresprünge.

bon: Frau Roth, vielen Dank für das Interview.

(Redaktion)


 


 

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