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20jähriges Jubiläum

Reporter ohne Grenzen feiert Geburtstag

Seit 20 Jahren hilft Reporter ohne Grenzen verfolgten Journalisten

Reporter ohne Grenzen (ROG) blickt dieser Tage auf sein 20-jähriges Bestehen zurück. Der Anlaß für die Gründung der deutschen Sektion Reporters sans frontiéres war der Tod des deutschen Reporters Egon Scotland im Jugoslawienkrieg im Juni 1994. Seither recherchiert und dokumentiert die Organisation nicht nur Verstöße gegen die Meinungs- und Pressefreiheit, sondern unterstützt verfolgte Journalisten in ihren Heimatländern. Sie  hilft jenen, die aufgrund staatlicher Repressionen oder Gewalt ins Exil nach Deutschland fliehen müssen. Auch der Kampf gegen Überwachung nimmt einen zunehmend wichtigen Platz in der Arbeit ein, denn mehr und mehr Journalisten und Blogger werden in autoritären Regimen mit Überwachungstechnologie gezielt ausgeforscht und verfolgt. Ferner hilft die Organisation Menschen, die wegen ihres Einsatzes für Internetfreiheit zum Ziel staatlicher Verfolgung werden.

 „Die Pressefreiheit wird immer wieder neu bedroht, von Staaten ebenso wie von Mafiagruppen, extremistischen Kräften oder radikalen Anhängern politischer Parteien. Wir müssen stets aufs Neue für sie kämpfen und sie beschützen“ sagt ROG-Vorstandsprecherin Astrid Frohloff in Berlin. „Sobald es irgendwo Fortschritte gibt wie etwa demokratische Reformen in einem Land, flammt meist schon an anderer Stelle ein neuer Krisenherd auf, weil ein Bürgerkrieg ausbricht oder radikale Gruppen die Freiheit bedrohen. Unser Engagement ist leider nach wie vor wichtig und an vielen Orten brandaktuell.“

Eine Chronik zur Arbeit der vergangenen 20 Jahre ist auf der Webseite www.reporter-ohne-grenzen.de. Vor dem Weltflüchtlingstag am 20. Juni weist ROG gezielt auf die Arbeit mit verfolgten Journalisten hin. Allein mit dem Referat „Hilfe für Journalisten in Not“ – im Jahr 2009 mit Mitteln aus dem Roland-Berger-Preis für Menschenwürde  gegründet – hat Reporter ohne Grenzen mehr als 300 Journalisten gezielt unterstützt.

Im vergangenen Jahr hat die Organisation auch die Entstehung des unabhängigen Fernsehsenders Meydan-TV begleitet, den der  bekannte aserbaidschanische Menschenrechtsaktivist und Blogger Emin Milli mit weiteren Mitstreitern auf die Beine stellte. Nach Verfolgung und 17-monatiger Gefängnishaft war Milli 2013 nach Deutschland ausgereist. Seit seinem Sendestart strahlt die Redaktion per Internet aus einem Keller im Berliner Stadtteil Neukölln ihr Programm aus. Die Berichte zu den politischen Entwicklungen in Aserbaidschan und anderen postsowjetischen Staaten werden bei YouTube mittlerweile täglich rund 10 000 Mal aufgerufen.

 Reporter ohne Grenzen (mit Sitz in Berlin) unterstützt aktuell zudem rund 15 Journalisten bei ihrem Asylverfahren in Deutschland, etwa die Afghanin Sharmila Hashimi. Die Reporterin hat im Westen Afghanistans gemeinsam mit ihrem Mann ein Zentrum geleitet, das Journalisten unterstützen und schützen sollte. Nach massiven Drohungen der Taliban, denen das Projekt ein Dorn im Auge war, floh die junge Frau mit ihrem Sohn schließlich nach Deutschland, wo sie derzeit auf ihre Anerkennung wartet.  Weitere Informationen zur ROG-Flüchtlingsarbeit gibt es unter https://www.reporter-ohne-grenzen.de/hilfe-schutz/

Martina Wagner

(Redaktion)


 


 

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