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  • 28.04.2017, 10:02 Uhr
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AIR BERLIN / WIRTSCHAFT

airberlin Finanzergebnis 2016 und erstes Quartal 2016: Wer führt Air Berlin aus dem Tal?

Im Tiefflug: Koffer-Chaos und verärgerte Passagiere, unzufriedene Crews. Die Dauerkrise bei Air Berlin ist jetzt in Zahlen sichtbar. Doch man hält in der Führungsriege schon nach neuen Partnern Ausschau und lobt zugleich die Zusammenarbeit mit dem Großaktionär Etihad.

Seit 2008 schreibt die zweigrößte deutsche Airline Verluste - mit einer Ausnahme 2012, als das Vielfliegerprogramm verkauft wurde. So schlecht wie im vergangenen Jahr war es aber noch nie: Rund 782 Millionen Euro Verlust, ein Schuldenberg von knapp 1,2 Milliarden Euro, und das neue Jahr begann nicht besser. Doch in der Ari Berlin Führungsriege hält man schon nach neuen  Partnern Ausschau.

Das Wichtigste zur aktuellen Bilanz-Pressekonferenz:
•  Altes Geschäftsmodell führt in 2016 und Q1 2017 zu einem hochgradig unbefriedigenden Finanzergebnis
•  Einmalkosten für Bilanzbereinigungen und Restrukturierung für 2016 belasten EBIT-Entwicklung
•  Wet-Lease-Abkommen mit Lufthansa Group erfolgreich und Trennung von Touristik gestartet
•  Beim Langstreckenwachstum angesichts der infrastrukturellen Grenzen in Berlin zunächst stärkerer Fokus auf Düsseldorf

Bei der airberlin stehen das Geschäftsjahr 2016 und das erste Quartal 2017 ganz im Zeichen der Umstellung auf das neue Geschäftsmodell. Strukturelle Probleme des alten Geschäftsmodells sowie hohe Restrukturierungskosten prägen die Berichtszeiträume.

airberlin CEO Thomas Winkelmann: „Die unscharfe Marktposition, das stark saisonabhängige Streckennetz sowie die hohen operativen Kosten der alten airberlin haben zu diesen hochgradig unbefriedigenden Finanzergebnissen geführt. Im Herbst 2016 wurde die strategische Kehrtwende der Airline eingeleitet, ein wichtiger Schritt zum Umbau der airberlin. Ich bin angetreten, um aus dem defizitären Hybrid-Carrier eine fokussierte, kosteneffiziente Netzwerk-Airline zu gestalten. Das heißt auch, über die bestehende Strategie hinaus neue Möglichkeiten auszuloten.“

airberlin CFO Dimitri Courtelis: “Das erste Halbjahr 2017 wird wie 2016 durch die strukturellen Probleme der alten airberlin und den hohen Aufwand für den Umbau der Airline geprägt sein. Es ist normal, dass man bei einem Umbau dieser Größenordnung erst durch ein Tal schreitet, bevor die Verbesserungen spürbar werden.“ 

Finanzkennzahlen

Geschäftsjahr 2016 in €

Geschäftsjahr 2015 in €

Umsatz

3,79 Milliarden

4,08 Milliarden

EBIT

-667,1 Millionen

-307,0 Millionen

EBIT bereinigt

-332,2 Millionen

-215,4 Millionen

Restrukturierungskosten

(Flottenharmonisierung, Personalrückstellungen, Consulting-Dienstleistungen)

334,8 Millionen

91,6 Millionen

Nettoergebnis

-781,9 Millionen

-446,6 Millionen

Sitzladefaktor

84,3 Prozent

84,2 Prozent

Der Umsatzrückgang im Geschäftsjahr 2016 ist vor allem auf die Kapazitätsreduzierung in Höhe von vier Prozent sowie den Rückgang der Erlöse pro Passagier (Yield) um 3,8 Prozent zurückzuführen. Die Terrorgefahr im östlichen Mittelmeerraum führte zu Überkapazitäten und einem damit verbundenen Preisverfall in der Touristik. Diese Faktoren beeinflussten in 2016 das Geschäftsergebnis negativ. Entgegen dieser Entwicklung konnte airberlin durch die Erweiterung ihres Langstreckenangebotes Auslastungsrückgänge aus dem defizitären saisonabhängigen Tourismusgeschäft kompensieren. Durch die Einführung von Buy-on-Board, den XL-Seats sowie der European Business Class hat airberlin darüber hinaus die Zusatzerlöse an Bord um signifikante 20 Prozent in 2016 erhöht.

Infolge der notwendigen Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 334,8 Millionen Euro für den Übergang in die neue airberlin verschlechterte sich das EBIT auf -667,1 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr. Die Rückstellungen wurden vor allem für die Flottenharmonisierung auf Airbus sowie für Personal und Consulting-Dienstleistungen getätigt.

Das Geschäftsergebnis für das erste Quartal 2017 

Das erste Quartal 2017 ist weiter durch negative Struktureffekte der alten airberlin geprägt.

Hinzu kommen externe Faktoren wie der Streik der Bodendienstleister am Flughafen Berlin-Tegel sowie die operativen Einschränkungen durch den neuen Bodendienstleister, die zu Flugstreichungen und Kapazitätsreduzierungen führten. 

Ausblick und Fortschritte in der Restrukturierung 

Winkelmann: „Wir haben 2017 jede Menge Arbeit vor uns. Aufgrund der infrastrukturellen Grenzen in Berlin werden wir beim weiteren Ausbau unserer Langstrecke zunächst einen stärkeren Fokus auf Düsseldorf legen. Der Umbau der airberlin läuft. Wir werden uns nun in aller Konsequenz den nächsten Schritte für die Neuaufstellung der airberlin widmen.“

(Redaktion)


 

 

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