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  • 16.06.2016, 12:07 Uhr
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  • Hamburg
Aktienmärkte

Aktien runter, Gold rauf – Schicksalsmonat Juni beginnt schwankend

Am Freitag, 3. Juni 2016, sorgten die äußerst schwachen US-Arbeitsmarktdaten wieder einmal für starke Kurschwankungen an den Aktien-, Devisen- und Rohstoffmärkten. Dafür sind einmal mehr in erster Linie die Flash boys, also die Hochfrequenzhändler an den Terminmärkten verantwortlich. So gaben der Dax und Eurostoxx stark nach, während Gold und Silber enorm anstiegen, ebenso der Euro zum Dollar. Auch die Moskauer Börse konnte sich gut behaupten. Im Juni stehen viele wichtige Entscheidungen an. Deswegen gilt der diesjährige Juni auch als Schicksalsmonat für die Börsen und die Wirtschaft.

In den USA wurden im Mai 2016 nur 38.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen, was enttäuschte angesichts erwarteter 160.000 neue Jobs. Dennoch fiel die Arbeitslosenquote von 5,0 auf 4,7 Prozent – Unvermittelbare und Ältere verließen die Statistik, da sie dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen. Dass nach den schwachen US-Arbeitsmarktdaten die amerikanische Notenbank Fed die Zinsen schon am 15. Juni um 0,25 Basispunkte erhöhen wird – was kontraproduktiv wäre –, bezweifeln Experten nun, was zu den starken Kursausschlägen führte.

Die Reaktion auf die schwachen US-Arbeitsmarktdaten war demnach sehr heftig, was vor allem den sogenannten Flash boys, also den Hochfrequenzhändler an den Terminmärkten, zugeschrieben wird. So gab der Dax um 1,02 Prozent und der Eurostoxx um 1,57 Prozent nach, während der Dow Jones Industrial Index nur um 0,14 Prozent an Wert verlor. Stark gestiegen sind dagegen Gold um 2,77 Prozent auf 1.245 US-Dollar/Unze, Silber um 2,63 Prozent auf 16,41 US-Dollar-Unze, der Euro zum US-Dollar um 1,95 Prozent auf 1,1371 Euro/US-Dollar, aber auch der Euro-Bund-Future um 0,45 Prozent auf 165,2.

Die Spekulation ging schlagartig nach der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten dahin, dass die Fed am 15. Juni wohl nun doch nicht die Zinsen erhöhen werde. Es war aber wieder einmal ein „Crazy Friday“ durch die crazy Flash boys. Mit völlig übertriebenen Kursreaktionen, was man aber immer wieder nach der Veröffentlichung der ohnehin geschönten US-Arbeitsmarktdaten erlebt.

Die starken Kursschwankungen mögen einen Vorgeschmack gewesen sein auf das, was im Juni noch in verstärkter Form folgen könnte. Denn es stehen wichtige Termine und Entscheidungen an: Am 6. Juni beginnt der Ramadan mit verstärkten Terrorgefahren, zumal am 10. Juni die Fußball-Europameisterschaft im Frankreich startet. Am 15. Juni warten alle Anleger, ob die Fed die Zinsen erhöht. Am 21. Juni muss das Bundesverfassungsgericht entscheiden, ob die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) verfassungsgemäß sind. Die EZB entschloss sich jetzt sogar Unternehmensanleihen aufzukaufen, aber die Leitzinsen unverändert zu lassen, was eine Manipulation der Unternehmensanleihenzinsen ist.

Am 23. Juni entscheidet England über den Brexit, also dem Ausstieg aus der Europäischen Union, wobei es nach den Voraussagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen wird. Ende Juni entscheidet zudem die EU über die Verlängerung der Sanktionen gegen Russland, was den „kalten Krieg“ verschärfen könnte.

Moskauer Börse bleibt Outperformer durch gestiegenen Ölpreis und starkem Rubel

Die Organisation erdölexportierender Länder Opec konnte sich Anfang Juni erwartungsgemäß nicht auf eine Fördermengenbegrenzung einigen. Die Ölproduktion nahm in den USA aber um fast 1 Millionen Barrel auf 8,7 Millionen Barrel/Tag zum Vorjahr ab, was den Ölpreis stützte. Am 3. Juni gab der Brentölpreis nur leicht um 0,93 Prozent auf 49,34 US-Dollar/Barrel nach. Damit kommen russische Ölunternehmen zwar noch gut aus, aber der russische Staat verliert viel Geld, womit die Haushaltslöcher in Russland immer größer werden. Dennoch konnten der RTS-Index in US-Dollar um 1,89 Prozent und der RDX-Index in Euro um 0,43 Prozent gegen den fallenden Weltbörsentrend zulegen. Damit bleibt die Moskauer Börse einer der Outperformer der Welt in diesem Jahr. Auch der Rubel konnte sich bei 74,36 Euro/Rubel stabilisieren. Aktien wie Gazpromneft konnten sogar um 6,2 Prozent, MTS um 3,2 Prozent, Aeroflot um 2,9 Prozent und Rosneft um 2,4 Prozent zulegen.

EU entscheidet über die Verlängerung der Sanktionen Ende Juni

Die Entscheidung der EU über die Verlängerung der Sanktionen gegen Russland wird eine große Rolle spielen, wie es an der Moskauer Börse und mit dem Rubel weitergeht. Werden die Sanktionen verlängert, dürfte sich auch der „kalte Krieg“ verschärfen. Werden sie abgemildert oder gar abgeschafft, dürften der Rubel und die Moskauer Börse stark ansteigen.

(Redaktion)


 


 

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