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Interview mit Philipp Spethmann

Allyve – Eine Seite ersetzt alle anderen? Ein Gründer strebt nach dem effizienten Internet

Die Mission von Julika Bleil und Philipp Spethmann ist ganz einfach: Sie möchten das Internet für die Nutzer vereinfachen. Ein ständiges Ein- und Ausloggen bei diversen Portalen, im Mailfach oder Intranet fallen weg und werden durch eine einzige Seite ersetzt: Allyve. Die Idee dazu kam den beiden ehemaligen Beratern der Boston Consulting Group bei der alltäglichen Arbeit. Jetzt sind sie selbst Gründer. Bei Business-on.de spricht Philipp Spethmann über das Gründerimage und die Bedeutung des eigenen Netzwerks.

Business-on.de: Herr Spethmann, Sie haben als erfolgreicher Gründer bei der Podiumsdiskussion der Deutschen Gründer- und Unternehmertage teilgenommen. Welchen Beitrag kann die Messe für Gründer leisten?

Philipp Spethmann: Die Messe kann einen Überblick schaffen über die Möglichkeiten, die es für junge Gründer gibt. Die verschiedenen Förderprogramme auf Bundes-, Landes- und selbst Bezirksebene wirken schnell unübersichtlich. Darüber hinaus ist die Messe eine Plattform, um sich mit anderen Gründern und Experten auszutauschen. Als Existenzgründer ist man oft ziemlich allein. Daher kann selbst eine Veranstaltung wie ein Gründercafé, die einmal im Monat stattfindet, enorm helfen. Zum zweiten kann die DeGUT zum Thema Gründung mobilisieren und sensibilisieren. Alleine dadurch, dass überall in der Stadt die Plakate hängen, wurde bereits ein Interesse und Bewusstsein bei vielen geweckt.

Business-on.de: Kann mit diesem Ansatz auch etwas gegen das schlechte Image der Gründer in der Gesellschaft getan werden, sodass - etwas überspitzt formuliert- Jugendliche in Zukunft nicht lieber Beamte werden?

Philipp Spethmann: Diese Ansicht ist zum Teil altersbedingt. Bei denen, die nach dem Studium oder der Ausbildung anfangen zu arbeiten, kommt es gut an, wenn ich erzähle, dass ich mein eigener Chef bin. Die haben zwar oft eine zu romantische oder etwas falsche Vorstellung vom Unternehmertum, z.B. dass man frei in seinen Entscheidungen ist und machen kann was man möchte. Das stimmt so natürlich nicht, weil u.a. die Verantwortung gegenüber den eigenen Mitarbeitern genauso wächst. Aber die DeGUT stößt in diesem Bereich etwas an. Bei reiferen Menschen kann sie die eigene Existenz als eine weitere Alternative zur Arbeitslosigkeit oder dem Angestelltendasein aufzeigen. Ganz nach dem Motto: Gründen trotz Krise.

Business-on.de: Mit Allyve sind Sie jetzt ein Jahr am Markt. Wie viele Angestellte haben Sie?

Philipp Spethmann: Wir sind insgesamt elf Angestellte plus drei Vollzeit-Praktikanten inklusive der Gründer. Fünf Leute sind Techniker, dazu kommen Mitarbeiter für das Produktmanagement, den Verkauf und die Geschäftsführung.

Business-on.de: Als Gründer ist es wichtig, die richtigen Zahlen seines Unternehmens zu präsentieren. Welches sind die wichtigsten Kennzahlen für ihr Unternehmen?

Philipp Spethmann: Umsatz und das Jahresergebnis sind sehr wichtig. In der Startphase ist klar, dass die Unternehmung noch weniger Erlöse als Aufwendungen erzielt, daher ist das Nutzerwachstum eine weitere Kerngröße, und später dann die absolute Anzahl von Nutzern. Anhand der Zahlen lässt sich aber bereits heute berechnen, wie viel Umsatz jeder einzelne Kunde für uns generiert. Somit kann skaliert werden, wann sich das Unternehmen trägt.

Business-on.de: Und was ist bei Ihrer Kalkulation herausgekommen?

Philipp Spethmann: Wir rechnen damit, im Dezember 2009 kostendeckend zu arbeiten.

Business-on.de: Befürchten Sie aufgrund der Krise, dass sich diese Kalkulation eventuell nicht halten lässt?

Philipp Spethmann: Wir merken von dieser wirtschaftlichen Entwicklung bis dato noch nichts. Das Angebot ist ja kostenlos für den privaten Endkunden. Nur bei unserem zweiten Standbein, dem Geschäftskundenbereich, könnte aufgrund der internen Budgetkürzungen der Firmen ein Auftragsrückgang einsetzen.

Business-on.de: Wie wichtig sind Netzwerke für Sie als Unternehmer, um an Aufträge zu kommen?

Philipp Spethmann: Da muss ich leider sagen, sehr wichtig. Denn es ist nicht möglich, ein Produkt ausschließlich über die Qualität zu vermarkten und so neue Aufträge zu akquirieren. Aufgrund der Referenz eines Kontakts überspringe ich gleich mehrere Hürden und habe den direkten Draht zu einem potenziellen neuen Partner. Die Qualität des Produkts rückt dabei leider manchesmal in den Hintergrund im Vergleich zu den persönlichen Kontakten. Ich persönlich kann glücklicherweise auf ein gutes Netzwerk zurückgreifen, aber für andere Gründer könnte das eine schwere Hürde sein.

Herr Spethmann, Business-on.de dankt Ihnen für das Interview.

(Niels Petersen)


 


 

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