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  • 23.07.2018, 11:29 Uhr
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  • Berlin
Arbeitsmarkt

Mangel an Datenschutzexperten

Datenschutzexperten sind auf dem Arbeitsmarkt zurzeit so gefragt wie selten zuvor und schwierig zu finden. Unternehmen suchen aufgrund der EU-Datenschutz-Grundverordnung verstärkt diese Fachkräfte und investieren in Aus- und Weiterbildung.

Sechs von zehn Unternehmen (61 Prozent) in Deutschland geben an, dass die Rekrutierung von Datenschutzexperten sehr schwierig ist. Ähnlich viele Betriebe (57 Prozent) sagen: Der Markt für Personal im Bereich Datenschutz ist nahezu leergefegt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen telefonischen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 500 für den Datenschutz verantwortlichen Personen – betriebliche Datenschutzbeauftragte, Geschäftsführer, IT-Leiter – von Unternehmen aller Branchen ab 20 Mitarbeitern in Deutschland. „Die Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung hat den Bedarf an qualifiziertem Personal rapide ansteigen lassen“, sagt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung. Die neuen Vorschriften würden die Unternehmen noch monatelang beschäftigen und sorgten für langfristigen Mehraufwand. „Mit der kommenden E-Privacy-Verordnung steht den Unternehmen die nächste regulatorische Datenschutzherausforderung noch bevor.“

Viele Unternehmen bekämpfen den Fachkräftemangel, indem sie hohe Summen in die Aus- und Weiterbildung ihres Datenschutzpersonals investieren. Nahezu die Hälfte (44 Prozent) gibt dies an. Mit den eigenen Mitarbeitern im Bereich Datenschutz sind hingegen fast alle Unternehmen zufrieden. Neun von zehn (88 Prozent) stimmen der Aussage zu, dass ihre Mitarbeiter über die notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse verfügen, um stets konform mit geltendem Recht zu sein. Dehmel: „Unternehmen stehen vor einer großen Herausforderung. Sie müssen die neuen Datenschutzregeln bestmöglich umsetzen, finden aber derzeit kaum geeignetes Personal oder qualifizierte Berater.“ Dies sei bedenklich, denn bei Verstößen gegen geltendes Datenschutzrecht drohten hohe Bußgelder.

Seit dem 25. Mai 2018 ist die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vollumfänglich gültig. Die DSGVO sieht erweiterte Informationspflichten und strengere Vorgaben für die Einwilligung bei der Verarbeitung personenbezogener Daten vor. Entsprechend müssen Unternehmen ihre Datenschutzerklärungen und die Einwilligungserklärungen anpassen. Darüber hinaus gibt es neue Meldepflichten bei Datenpannen und neue Portabilitätsvorschriften. Unter dem Stichwort „Privacy by Design“ muss der Datenschutz bei der Entwicklung neuer Produkte und Dienste berücksichtigt werden.

Um die Auswirkungen der DSGVO und die geplante E-Privacy-Verordnung geht es auch bei der Bitkom Privacy Conference am 27. September 2018 in Berlin. Erwartet werden mehr als 250 Datenschutzexperten aus Europa und den USA. Alle Informationen gibt es unter www.privacy-conference.com.

(Redaktion)


 


 

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