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Migranten mit Hochschulabschluss haben es schwer

Die Situation von Migranten auf dem deutschen Arbeitsmarkt hat sich verbessert – das zeigt die erste internationale Studie der OECD „Integration von Zuwanderern“. Hochqualifizierte Migranten haben es in Deutschland jedoch schwerer – besonders im öffentlichen Dienst.

Die Studie „Integration von Zuwanderern“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wurde letzte Woche in Paris vorgelegt. Sie untersucht den Stand der Integration von Zuwanderern in den Bereichen Bildung, Arbeitsmarkt und Gesundheit in 18 Mitgliedsländern. Zum ersten Mal werden auch soziale Faktoren berücksichtigt: das Einkommen, die Wohnsituation, der Gesundheitszustand, die Bildung, das gesellschaftliche Engagement und die Diskriminierung.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich für Migranten in Deutschland die Situation auf dem Arbeitsmarkt verbessert habe. In den letzten zwölf Jahren soll die Beschäftigungsquote unter den Ausländern von 57 Prozent auf 64 Prozent gestiegen sein. Unter den jungen Zuwanderern (15 bis 34 Jahre) seien 13 Prozent arbeitslos, das ist weniger als im OECD-Durchschnitt (16 Prozent). Auch würden mehr Zuwandererkinder höhere Bildungsabschlüsse erreichen als früher.

Allerdings erleichtern laut Studie diese höheren Bildungsabschlüsse die Integration in den Arbeitsmarkt nicht. Im Gegenteil: Die Hochschulabsolventen unter den Migranten haben es deutlich schwerer als ihre einheimischen Konkurrenten mit gleicher Qualifikation einen adäquaten Job zu finden. Sie sind deshalb besonders oft unterhalb ihrer Qualifikation beschäftigt. Das Problem sei, dass sie nicht als hochqualifiziert wahrgenommen würden, sagt Thomas Liebig, der zum Pariser Expertenteam gehört. Es herrsche immer noch das Vorurteil, dass Migranten generell niedrig qualifiziert seien.

Die Studie sieht in Deutschland im Bereich des öffentlichen Dienstes einen großen Nachholbedarf. Hier sind nur etwa 13 Prozent Migranten beschäftigt, gegenüber 26 Prozent der einheimischen Arbeitstätigen. Das ist besonders niedrig – schlechter sind nur Australien, Estland und Spanien.

(Redaktion)


 


 

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