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Familie und Beruf- Dagmar Terbeznik

Arbeitszeiten für Beschäftigte mit Familie: flexibel – reduziert – zuverlässig

Beim den Themen Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder Familienfreundlichkeit im Unternehmen denken viele an erster Stelle an Teilzeitarbeit. Kein verkehrter Gedanke, denn die Flexibilisierung von Arbeitszeit gilt tatsächlich als das wichtigste Instrument für eine gute work-life-balance. Verschiedene Modelle ermöglichen individuelle Lösungen und Angebote.

Familienfreundlichkeit wird in der Wirtschaft immer mehr als Wettbewerbsfaktor anerkannt, wenn es darum geht Fachkräfte zu halten und zu rekrutieren. Nur wer in diesem Bereich aktiv wird, ist zukunftsfähig. Der wirkungsvollste Punkt bei der Gestaltung vereinbarkeitsfreundlicher Arbeitsbedingungen ist eine Antwort auf die Zeitnot von Eltern. Nach einer Veröffentlichung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts in der Hans-Böckler- Stiftung sind bei vorsichtiger Schätzung rund ein Drittel der Eltern von Zeitnot betroffen. Gewünscht werden Beschäftigungszeiten zwischen 26 und 37 Stunden pro Woche, was nur 13 % aller Eltern realisieren können. Entsprechend halten die meisten Angestellten familienfreundliche Einsatzzeiten für den größten Handlungsbedarf in Betrieben.

Gute Leistung zeigt sich nicht in Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit

Für Unternehmer erscheint Teilzeitarbeit häufig ein Manko, da die Markt- und Kundenbedürfnisse das genaue Gegenteil erwarten – die Verfügbarkeit rund um die Uhr. Hand aufs Herz: Mitarbeiter, die rund um die Uhr für die Firma zur Disposition stehen, sind ein Traum für jeden Chef. Wo das nicht geht, nämlich bei Eltern oder Angestellten mit Pflegeaufgaben, wird es kompliziert. Und, je qualifizierter und hochrangiger die Position des Teilzeit wünschenden Arbeitnehmers, desto höher ist die Verwirrung. Eine Führungskraft in Teilzeit? Wie soll das denn gehen? Das fragt sich nicht nur dessen Vorgesetzter, sondern oftmals auch die von ihm geführten Mitarbeiter. Die Vorstellung, dass einer weniger Stunden arbeitet als die Norm, der aber mehr Verantwortung trägt, besser bezahlt wird und im Zweifel sagt, wo es lang geht, ist vielen befremdlich. Ja sogar bedrohlich, denn es kehrt vieles um, was bisher immer richtig war: wichtige Leute im Unternehmen sind immer verfügbar und arbeiten „bis in die Puppen“.
Vielfältige Lösungen auch jenseits des Halbtags-Jobs am Vormittag

Es gibt aber zunehmend Beispiele, die zeigen, dass es anders geht. Und zwar in allen Hierarchieebenen einer Firma. Je nach Anforderung der Stelle, der Branche, des Unternehmens, also der individuellen Jobsituation, lassen sich passende Arbeitszeitmodelle finden. Dies kann sogar klare Vorteile für den Betrieb haben: erhöhte Kundenfreundlichkeit, Personalkapazitäten können in Teams optimal an den Bedarf angepasst werden, sowie eine höhere Motivation der Mitarbeiter und damit bessere Ergebnisqualität. Dennoch muss es einen Interessenausgleich zwischen Firma und Angestellten geben, denn rein unternehmensgünstige Flexibilität ist nicht familienfreundlich. Eltern und Pflegende brauchen zuverlässige und planbare Absprachen.

Arbeitszeitmodelle: Teilzeit, flexible Arbeitszeit, Zeitkonten…

Welche Möglichkeiten gibt es nun? Hier erhalten Sie einen kurzen Überblick:

Gleitzeit
Gleitzeitregelungen legen im Regelfall eine sogenannte „Kernzeit“ fest (etwa 09:00–15:00 Uhr), in der alle Arbeitskräfte anwesend sind (Klassische Gleitzeit). Die Beschäftigungszeiten vor- und nach der Kernzeit sind dem Einzelnen überlassen, doch muss er sich insgesamt an die vereinbarte Wochen-Arbeitszeit halten.
Teilzeit

Teilzeitarbeit ist vereinbart, wenn die Arbeitszeit geringer ist als die betriebliche Regelarbeitszeit. Teilzeit ist demzufolge nicht ein „Halbtags-Job“ mit 20 Std.-Woche, sondern kann sich auch im Bereich von beispielsweise 80 % der Regelarbeitszeit bewegen. Der Durchschnitt der gewünschten Erwerbsstunden liegt Untersuchungen zufolge bei Frauen und Männern mit Familienaufgaben bei ca. 31 Stunden pro Woche. Es gibt den Begriff der „Vollzeit-Light“, für vollzeitnahe Teilzeitarbeit (zwischen 30 und 40 Stunde/Woche).

Arbeitszeitkonten
Arbeitszeitkonten registrieren alle Abweichungen von der Regelarbeitszeit und können durch Freizeit oder Geld ausgeglichen werden. Hierzu zählen neben der Gleitzeit auch Monats- und Jahresarbeitskonten. Achtung: Familienfreundlichkeit erfordert hierbei die Arbeitszeitsouveränität der Mitarbeiter.

Vertrauensarbeitszeit
Im Zuge der Vertrauensarbeitszeit wird auf eine formale Zeiterfassung verzichtet. Entscheidend für die Leistungsbeurteilung ist das Ergebnis, nicht die Anwesenheit. Die Angestellten haben ein hohes Maß an Eigenverantwortung. Dies kann zu einer optimalen Vereinbarkeit führen, aber auch zum „Arbeiten ohne Ende“, wenn die Ergebniserwartung zu hoch und/oder nicht beeinflussbar ist.
Lebensarbeitszeit

Lebensarbeitszeitkonten werden in Forschung wie Politik viel diskutiert. Ziele: Zum einen die Möglichkeit zu schaffen, dass Beschäftigte Mehrarbeit für einen vorgezogenen Renteneintritt ansparen; zum anderen eine Entzerrung der sogenannten „Rush-Hour“ des Lebens (Zusammenfall von Familiengründungsphase und Berufseintritt/Karriereaufstieg). In Betrieben wird dieses Modell bisher kaum umgesetzt, da die rechtliche und finanzielle Ausgestaltung noch offen ist.

Auch Pausenzeiten können flexibel in ihrer Lage und Länge gestaltet werden, um unvorhergesehene oder regelmäßige familiäre Verpflichtungen mit der Berufstätigkeit verbinden zu können. Sonderurlaub , der unbezahlt gewährt wird, kann in Ausnahmesituationen eine große Unterstützung für Beschäftigte sein.

Die Modelle flexibler Arbeitszeit bieten für die familienfreundliche Personalpolitik große Chancen, die Unternehmer nutzen sollten. Arbeitgeber sollten im Dialog mit Ihren Beschäftigten kreativ werden, um ihren wichtigsten betrieblichen Erfolgsfaktor langfristig zu sichern: die Leistungs- und Innovationskraft ihrer Mitarbeiter.

(Dagmar Terbeznik)


 


 

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1 Kommentar

von YHwLzWlcpBw
21.04.12 12:19 Uhr
LIkoLGxOfOJUXpiaOXt

Also Pressefreiheit ja, aber alles hat ja Grenzen! Hunde einschle4fern, nur weil sie ne bstmimtee Rasse sind? Und was ist mit dem lieben Rotti, der so brav sein Frauli jeden Tag begleitet! Die alte Dame, die ihn schon fcber 10 Jahre hat und fcber alles liebt? Weg nehmen? Den Familienmitglied tf6ten? Weil er ein Kampfhund ist?!? Das ist doch ne Frechheit. Ich hab nen Hund- 5 kilo Hund vor demb4haben manche Menschen auch schon Angst wegen dieser Hetze die zur Zeit in Medien so modern ist! Ein 5kg Hund muss ich zur Seite ziehen und mich davor stellen, damit ein Kind, das panische Angst hat, vorbeigehen kann ohne in die Hose zu machen! Gratuliere, sowas haben die Eltern, die den Medien so alles glauben, erreicht. Sie erziehen neuen Generation Hundehasser und alles nur dank Medien. Wie wird es in 100 Jahren ausschauen? Alle Tiere tot, nur weil sie im Weg stehen, gefe4hrlich oder nutzlos sind?Und das schlimmste sind sogenannten Journalisten die fcber ein Thema schreiben, wo sie NULL Ahnung haben. Zuerst informieren, recherchieren und dann Mund auf! Im Fall von Frau CH.T. am Besten einfach nur Mund zu und ab nach Hause!

 

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