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Berliner Internetradio Aupeo

Aupeo! – Nutzergetriebenes Internetradio auf Erfolgskurs?

Die Idee der Aupeo-Gründer ist denkbar einfach: „Wir erfinden das Rad nicht neu, sondern möchten das bestehende Internetradio nur etwas besser machen“, verspricht Geschäftsführer Armin G. Schmidt. Besser heißt in diesem Fall, eine leichtere Anwendung, übersichtliches und elegantes Design und ein breiteres Musikangebot zu schaffen, sodass Internetradio bald massentauglich wird.

Ein Besuch in den Räumen des Start-up-Unternehmens direkt am Alexanderplatz: In der 10. Etage ist der dreiseitige Panoramablick über die Stadt hervorragend – wenn das Wetter mitspielt. Heute ist ein grauer Tag, doch die Stimmung im jungen Team scheint gut – optimistisch, etwas chaotisch, jeder packt mit an, aber beim bevorstehenden Umzug eine Etage höher ist das nicht verwunderlich.

Die alltägliche Arbeitsteilung sieht bei Aupeo so aus: Hauptsitz ist in Berlin, ein weiterer Standort in New York, das Entwicklungsteam von sieben Mitarbeitern sitzt in Sao Paulo und eine Niederlassung ist in Taiwan angesiedelt, um den Kontakt mit den Hardware-Lieferanten zu halten. Seit anderthalb Jahren kooperiert man zudem in der Forschung sehr eng mit dem Frauenhofer-Institut in Ilmenau. Prof. Karlheinz Brandenburg, der Erfinder des mp3-Formats, ließ sich für das damalige Projekt Aupeo schnell gewinnen. Die Forschungsarbeit, die den Service für die Nutzer verbessern soll, findet seitdem in Thüringen statt.

Wie Aupeo funktioniert

Die beiden Hauptkonkurrenten für Aupeo sind die beiden Internetradios Last.fm und Pandora. Während Last.fm einen rein statistischen Ansatz verwendet und sehr auf Künstler aus dem Indie-Bereich abzielt, sieht Geschäftsführer Schmidt sein Angebot näher bei Pandora, das sich vor einigen Jahren aus dem deutschen Markt zurückgezogen hat. Pandora lässt Redakteure die Musik nach ausgesuchten Kriterien wie Stimmung, Emotion und Geschwindigkeit bewerten. Diese Bewertung wird bei Aupeo automatisiert: Die Technologie holt sich aus der Musik selbständig die entsprechenden Merkmale heraus und kombiniert sie mit einem statistischen Ansatz. „Den Nutzer interessiert nur das nächste Lied – und das soll gefallen“, beschreibt Schmidt schlicht das anvisierte Ergebnis.

Der Nutzer kann, wie beim konventionellen Hörfunk, keine bestimmten Songtitel abrufen, sondern nur seine Präferenzen angeben. Zwar lassen sich bestimmte Interpreten auswählen, aber sich daran orientierend, gibt der Internetservice ähnliche Künstler wieder. Eine kleine optische Besonderheit ist das Aupeo-Männchen: Je nach Hörgewohnheit verändert es sich und bekommt z.B. eine Goldkette, wenn der Nutzer viel Hip-Hop hört.

Finanzierung

Die heikle Frage bei jedem Start-up-Unternehmen ist die Finanzierung: Im Fall von Aupeo sollen klassische Werbeanzeigen auf der Internetseite und ein Premiumangebot für Nutzer die Einnahmen sichern. Die Premiumnutzer, die Musik mit einer Qualität von 192 kbps empfangen wollen, bezahlen einen einmaligen Betrag von 29 Euro und können zwei Jahre lang unbegrenzt Musik hören. Bis das Ertragsmodell greift, kann der Internetradio-Dienst mit frischem Venture Capital arbeiten. Zwei VC-Investoren aus Berlin und einer aus Hamburg beteiligten sich kürzlich mit einem „signifikanten Millionen-Betrag“ am Unternehmen.

Aussichten

Die Corporate Identity und das Design für das Internetradio wurden von der Agentur Cuban Council entworfen, die auch Großkunden wie Apple, Nasa und Google betreut. Aupeo will jedoch nicht nur mit dem Design, sondern besonders mit der Klangqualität neue Maßstäbe setzen. Durch die Verwendung von Hardware-Geräten der Firma Terratec, deren offizieller Deutschlandpartner Aupeo ist, wird die Musik wohnzimmertauglich. Dadurch kommen in Zukunft auch Freunde von gehobener Klangqualität auf ihre Kosten.

Die positive Resonanz bei Investoren und Hardware-Herstellern lassen Aupeo auf ein rasches Wachstum hoffen. Prognosen für Besucherzahlen auf dem Portal verrät Schmidt allerdings nicht, nur so viel: „Ende 2009 möchte Aupeo Marktführer für nutzergetriebenes Internetradio in Deutschland sein.“ Aber letztlich muss der Nutzer das Angebot beurteilen und gute Mund-zu-Mund-Propaganda hält Schmidt für die wirksamste Methode, um neue Hörer zu gewinnen. Wenn es in einem Jahr also nicht „Aupeo?“, sondern na klar, „Aupeo!“ heißt, hat das Berliner Start-up einen entscheidenden Meilenstein geschafft.

(Niels Petersen)


 


 

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1 Kommentar

von post new economist
29.05.09 13:19 Uhr
Pleitegeier?

der typ ist schon mehr als mit einer Firma Pleite gegangen, oder?
was ist mit venzero mp3-playern geworden?
Gerne Antworten!

 

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