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Bebauung Tempelhofer Feld

Neuer Wohnraum für Berlin

Berliner SPD fordert in „Zukunftspapier“ bis 2020 den öffentlichen Wohnungsbestand um 70.000 auf 340.000 Wohnungen zu erhöhen. Auf Tempelhofer Feld sollen Wohnungen entstehen. Bürgerinitiative fordert Erhalt des Erholungsareals.

Mehr Wohnraum in der wachsenden Metropole Berlin. So lautet die Kernaussage des „Zukunftspapiers“, welches Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit zusammen mit SPD-Fraktionschef Raed Saleh und dem Parteichef Jan Stöß verfasst hat und in der vergangenen Woche vorstellte. Demnach soll der öffentliche Wohnbestand in Berlin bis zum Jahr 2020 um 70.000 Wohnungen auf insgesamt 340.000 wachsen.

Das Dreiergespann der SPD plant die Aufstockung des städtischen Wohnraums vorwiegend durch Neubau und geht davon aus, dass die Berliner Wohnungsgesellschaften ausreichend leistungsfähig dafür sind. Als ein potentieller Baugrund soll unter anderem das Gelände des ehemaligen Tempelhofer Flughafens herhalten. Auch der Flughafen Tegel könnte nach seiner Außerbetriebnahme für den Wohnungsbau genutzt werden. Man werde die großen Freiflächen Tegel und Tempelhof prüfen, heißt es in dem SPD-Positionspapier. Es solle festgestellt werden, ob in den bisherigen Planungen der Wohnungsbau hinreichend priorisiert wurde.

100 Prozent Tempelhofer Feld

Der Plan für neuen Wohnraum in Berlin bleibt nicht ohne Gegenwehr. Die Bürgerinitiative „100 Prozent Tempelhofer Feld“ startete Mitte Dezember 2012 ein Volksbegehren zum Erhalt des Erholungsareals. Jegliche Veränderung des ehemaligen Flugfeldes soll, nach dem Willen der Initiative, verhindert werden. Die benötigte Zahl an Unterschriften solle in den nächsten zwei Wochen vorhanden sein, erklärt Felix Herzog, Sprecher der Bürgerinitiative. Mehr als 20.000 Unterschriften seien bereits gesammelt worden.

Ein weiterer Punkt des „Zukunftspapiers“ sieht eine „sozialgerechte Bodennutzung“ vor. Dass hieße, dass knapp zwei Drittel der Wertsteigerung, die sich aus der Schaffung des neuen Baurechts ergeben würden, der Stadt zufielen. Somit also keine sonderlich profitablen Aussichten für den Bauträger, dass heißt keinen Spekulationsgewinn.

Die Absicht, dass der Senat bei Wohnungsbauprojekten von mehr als 500 Einheiten die Planungshoheit an sich zieht, dürfte nicht nur den Bezirksbürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg, Franz Schulz, zum Widerstand veranlassen. Das sei ein deutlicher Eingriff in die Selbstverwaltung der Bezirke.

Verdichtung der Wohnlagen

Der Chef des deutschen Immobilienverbandes Dirk Wohltorf lobt dagegen die in Berlin von Wowereit, Saleh und Stöß geforderte Verdichtung der Wohnlagen. Die Idee auch innerstädtische Kleingartenanlagen als Bauland zu nutzen, ließ zwar Diskussionsbereitschaft bei Bausenator Michael Müller (SPD) erkennen, dürfte jedoch weitere Bürgerinitiativen auf den Plan rufen.

(Norman Schönfeld)


 


 

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