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Kultur macht den Unterschied

Vor dem Hintergrund der Globalisierung und den immer kürzer werdenden Produktzyklen, müssen Unternehmen regelmäßig neue innovative Produkte entwickeln bzw. vorhandene weiterentwickeln, um langfristig erfolgreich am Markt zu sein. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, was Unternehmen tun können, um ihre Innovationsfähigkeit zu fördern und langfristig hoch zu halten, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Was sind Innovationen?

Das Wort Innovation wird in der heutigen Zeit inflationär benutzt. Es gibt kaum ein Unternehmen, das sich in der Selbstdarstellung nicht als innovativ bezeichnet. Auch neue Produkte werden meist als innovativ angepriesen. Aber wie ist eine wirkliche Innovation definiert? Eine neue Idee oder eine geniale Erfindung sind streng genommen nicht per se eine Innovation. Erfindungen werden erst dann zu Innovationen, wenn aus ihnen neue Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren entstehen, die auf dem Markt erfolgreich sind und somit den Kundennutzen wie auch den technologischen Fortschritt steigern. Davor sind es Inventionen, die zwar neuartig und originell sind, aber noch nicht den Beweis erbracht haben, am Markt erfolgreich zu sein.

Bahnbrechende Erfindungen in der Geschichte

In der Geschichte der Menschheit gab es immer wieder bahnbrechende Erfindungen, die den gesellschaftlichen Wohlstand und den Lebensstandard der Menschen zu der Zeit grundlegend verbesserten. Beispiele wären z.B. der Buchdruck von Gutenberg Mitte des 15. Jh., die erste praktisch-nutzbare Glühlampe von Edison aus dem Jahre 1879, der erste IBM-PC im Jahr 1981 oder das iPhone von Apple, das vom US-Magazin „Time“ zur „Erfindung des Jahres 2007“ gewählt wurde und den Handy-Markt revolutionierte.

Die Schnelllebigkeit der Märkte

Der Unterschied zwischen früheren bahnbrechenden Innovationen und Innovationen in der heutigen Zeit, ist vor allem die Schnelligkeit, mit der Entwicklungen schon wieder veraltet bzw. überholt sind. Es gibt viele prominente Beispiele, die zeigen, dass Unternehmen, die sich zu lange auf ihrem Erfolg ausruhen und Trends auf dem Markt verschlafen, schnell ins Hintertreffen geraten. Nokia war beispielsweise bis vor ein paar Jahren der mit Abstand führende Mobiltelefonhersteller der Welt. Die Mobiltelefone bestachen durch eine für die damaligen Verhältnisse sehr leichten Bedienbarkeit. Heute ist Nokia nach eigenen Angaben mit einem Marktanteil von 38% zwar immer noch der weltgrößte Mobiltelefon-Konzern und Marktführer der Branche. Doch seit 2007 und dem Aufkommen der Smartphones von Apple & Co. musste Nokia harte Umsatzeinbußen und einen Aktienwertrückgang von etwa 60% hinnehmen, da das Management den Trend zu Smartphones verschlafen hatte.

Motorola, ein anderer großer Handyhersteller, hat ähnliche Probleme wie Nokia. 1983 brachte das Unternehmen das erste kommerzielle Handy „DynaTac“ auf den Markt, und hatte mit den edlen RAZR-Modellen ab 2004 eines der am meisten verkauften Mobiltelefone. Motorola ruhte sich lange Zeit auf diesem Erfolg aus und hat seit dem kein innovatives Mobiltelefon auf den Markt gebracht. Stark abnehmende Absatzzahlen waren die Folge.

Diese beiden Beispiele zeigen, wie hoch der Druck auf die Unternehmen mittlerweile geworden ist, in regelmäßigen Abständen ihre Produkte weiterzuentwickeln. Ansonsten geraten sie mit einer veralteten Produktpalette schnell ins Abseits. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, was Unternehmen tun können, um ihre Innovationsfähigkeit zu fördern und langfristig hoch zu halten.

Die Unternehmenskultur als entscheidende „Stellschraube“

Einen großen Einfluss auf die Innovationsfähigkeit von Unternehmen hat die vorherrschende Kultur, also die Art und Weise, wie mit einander und mit kreativen Ideen intern umgegangen wird. Anhand von drei zentralen Fragen, lässt sich das „Innovationsklima“ in einem Unternehmen ermitteln:

Werden von der Unternehmensführung Innovationen eingefordert und gefördert?
Werden die Rahmenbedingungen geschaffen, sich kreativ zu betätigen?
Erhalten Mitarbeiter den Freiraum, neue Ideen auszuprobieren?

Schaut man sich nämlich als innovativ geltende Unternehmen wie Google und 3M an, findet man sehr interessante Antworten auf diese drei Fragen. Bei den beiden Unternehmen werden vom Top-Management neue Ideen eingefordert und prägen die Unternehmenskultur. In der Unternehmensstrategie von 3M ist z.B. festgeschrieben, dass 25% des Jahresumsatzes durch Produkte erzielt werden sollen, die nicht länger als fünf Jahre auf dem Markt sind. In bestimmten Bereichen gilt darüber hinaus die sog. 85/15 Regel, die besagt, dass die Mitarbeiter zu 85% in fest definierten Projekten arbeiten und 15% ihrer Arbeitszeit für eigene Projekte verwenden dürfen. Bei Google, die über eine ähnliche Regelung verfügen, stammen viele neue innovative Produkte aus dieser frei einteilbaren Arbeitszeit. Des Weiteren werden bei 3M, wie auch bei Google, Forschungs- und Projektergebnisse - erfolgreiche, aber auch nicht erfolgreiche - intern kommuniziert. So können Mitarbeiter aus Fehlern der Kollegen lernen und ggf. zu einem späteren Zeitpunkt diese Ideen wieder aufgreifen und weiterentwickeln. Durch diese Form des Wissensmanagements kam es z.B. bei 3M erst zu den Post-it-Produkten, die heute in jedem Büro der Welt zu finden sind. Die Würdigung von Innovationsleistungen spielt bei 3M ebenfalls eine bedeutende Rolle, was sich in der Ausstellung besonderer Innovationen in der „Hall of Fame“, der Firmenzentrale in den USA, widerspiegelt. Aber auch durch das „Produkt-Champion-Prinzip“, bei dem die Ideenträger über alle Phasen des Innovationsprozesses für das neue Produkt verantwortlich sind, unterstreicht diesen Ansatz.


 


 

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