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Berliner Bildungspolitik

Berlin geht mit staatlichem Ethik-Fach bundesweit einen Sonderweg

Die von Berlin 2006 beschlossene Einführung eines staatlichen, bekenntnisfreien Ethik-Unterrichts ist bundesweit einmalig. Die Regelung geht noch weiter als das Brandenburger Fach Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde (LER), weil sie alle Schüler zur Teilnahme verpflichtet und eine Abwahl zugunsten des Religionsunterrichts nicht zulässt. Dieser kann weiterhin auf freiwilliger Basis zusätzlich besucht werden.

Das Berliner Modell, das von großen Teilen der hauptstädtischen SPD sowie von Linkspartei und Grünen unterstützt wird, hatte eine bundesweite Debatte ausgelöst. Befürworter des neuen Modells verwiesen auf die Sonderstellung Berlins wie auch Bremens beim Religionsunterricht. Nach der sogenannten Bremer Klausel im Grundgesetz ist er in den beiden Stadtstaaten kein ordentliches Lehrfach, sondern lediglich ein freiwilliges Angebot.

Lange wollte die Berliner SPD an diesem Status nicht rütteln. Ein Umdenken setzte erst ein, nachdem die umstrittene Islamische Föderation vor Gerichten das Recht zur Erteilung von Islamunterricht an staatlichen Schulen durchgesetzt hatte und inzwischen vor allem in Kreuzberg und Neukölln den Koran lehrt. Befördert wurde die Diskussion auch durch den sogenannten Ehrenmord an einer jungen Deutsch-Türkin im Februar 2005, der von Neuköllner Schülern öffentlich gebilligt worden war. Danach kam eine breite gesellschaftliche Debatte über die Notwendigkeit einer Werteerziehung in Gang.

(Redaktion)


 


 

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