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Fashion Week Berlin

Berlin macht Spaß- Interview mit Yann le Goec und Takashi Yokoyama von HP France

Der Einkäufer Yann le Goec aus Tokio und PR Manager Takashi Yokoyama aus Paris kamen zur Berlin Fashion Week. Beide sind für HP France angereist, einer Firma mit Sitz in Japan und Frankreich, zu der mehrere Shops, Showrooms und die Modemesse Rooms in Tokio zählen. Was die Fachleute über die Berlin Fashion Week denken und was sie bewegt, berichten sie Christiane Isenberg (Le Freak C’est Chic) am letzten Tag ihres Modemarathons.

Christiane Isenberg: Hallo Yann, hallo Takashi, seit wann kommen Sie zur Berlin Fashion Week?

Yann le Goec: Seit 3,5 Jahren komme ich nach Berlin. HP France schickte mich damals zur Bread & Butter nach Berlin, um über deutsche Designer Informationen zu sammeln.

Takashi Yokoyama: Ich bin das erste Mal auf der Berlin Fashion Week. Ich kenne die deutschen Designer, die auf der Rendez-Vous zur Pariser Fashion Week ausstellen.

Christiane Isenberg: Mit welchen Designern haben Sie begonnen und welche Designer aus Deutschland hängen heute in Ihren Shops und im Showroom?

Yann le Goec: Im Sommer 2005 habe ich begonnen deutsche Designer für unsere Läden in Japan einzukaufen, aber damals, sowie auch in dieser Saison kaufen wir in Paris ein.

Angefangen haben wir mit Designern wie Esther Perbandt und Kaviar Gauche, die auch heute noch dabei sind. Auf der Rendez-Vous in Paris zeigen sie ihre Kollektionen und dort kaufen wir dann ein. Mit dem Showroom Wut Berlin in Tokio haben wir in der darauf folgenden Saison begonnen. HP France verkauft 15 Designer aus Deutschland in den Shops und Wut Berlin vertritt 9 Designer aus Deutschland.

Christiane Isenberg: Was ist das besondere am Design aus Deutschland und was mögen die japanischen Kunden daran?
Yann le Goec: Man kann sagen 50% der Kunden sind informiert und kommen speziell, um Designer aus Deutschland zu kaufen, die restlichen kaufen einfach, weil sie die Sachen gut finden.

Die Japaner mögen vor allem die Kreativität des Designs, wie z.B. die bunten T-Shirts von Starstyling, und bei Esther Perbandt und Kaviar Gauche die Qualität und die gute Verarbeitung.

Christiane Isenberg: Wie schätzen Sie die Entwicklung der Berlin Fashion Week ein?

Yann le Goec: Jede Saison zeigen immer weniger Designer, die uns interessieren, ihre Kollektionen in Berlin. Zum einen weil es zu früh ist und zum anderen weil nicht genug Einkäufer nach Berlin kommen. Die meisten kaufen, wie wir, in Paris. Die Einkäufer, die ich treffe, kommen nach Berlin, um sich zu informieren und weil es in Berlin gute Partys gibt, die Spaß machen.

Die Premium Messe hat vor 3 Jahren noch Kreativität gezeigt- heute ist die Messe nur noch für kommerzielle Labels und unterscheidet sich wenig von den anderen Messen.

Takashi Yokoyama: Ich finde die Berlin Fashion Week gut organisiert, aber die Hälfte der Labels, die bei der Mercedes Fashion Week zeigen, sind nicht relevant zu sehen. Modenschauen sind nicht dazu da, um den Jeans und T-Shirt Styl zu zeigen, sondern es sollte die Silhouette und das Styling im Vordergrund stehen. Es fehlt an Extravaganz. Also weniger eine Marken-Konzept-Show und dafür mehr Innovation.

Berlin hat so tolle Locations, ich verstehe nicht, warum alle im Zelt zeigen und mit so einer schlechten Musik. Wenn auf der Bread&Butter die Jeans Marken solche Shows zeigen, ist das ok- aber auf der Mercedes Fashion Week in Berlin braucht man andere Shows.

Christiane Isenberg: Die Bread&Butter findet Anfang Juli statt und die Berlin Fashion Week erst zwei Wochen später. Was denken Sie darüber?

Yann le Goec: Die Bread&Butter ist zu früh. Viele der Einkäufer werden nicht zu zwei verschiedenen Terminen nach Berlin reisen. Momentan sind alle Einkäufer sehr vorsichtig. Die globale Finanzsituation wird auch in Paris zeigen, wie es weiter geht.

Für die Zukunft sollte man die Termine und Organisation der Berlin Fashion Week und Bread&Butter überdenken, damit alle Designer aus Deutschland in Berlin ihre Kollektionen zeigen und internationale Einkäufer zu einem Termin nach Berlin fahren Es ist gut, dass Berlin eine eigene Fashion Week hat. So wie die Amerikaner auf der New York Fashion Week ihre Kollektionen präsentieren, Briten in London, Franzosen in Paris und die Japaner in Tokio.

Takashi Yokoyama: Ja, ich denke, dass ich auch nicht zwei Mal im Juli nach Berlin kommen werde. Wir werden sehen, wie es 2012 aussieht, wenn der neue Berliner Flughafen gebaut ist und man von Tokio einen Direktflug nach Berlin bekommen kann.

Christiane Isenberg: Dank für das Interview. Ich hoffe wir sehen uns im Juli wieder zur Berlin Fashion Week!

(Redaktion)


 


 

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