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  • 21.02.2018, 13:28 Uhr
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BERLINALE / EVENTS

Auch auf der Berlinale und bei den Filmbusiness-Frauen ein Thema: #MeeToo

Das Motto: „Nein zu Diskriminierung!“ wurde auch in das Berlinale Programm integriert: mit einer Podiumsdiskussion über sexuelle Belästigung in Film, Fernsehen und Theater und mit einem Seminar zur Besprechung möglicher Lösungswege. Auch auf dem Berlinale Event der Colibri Agentur am 18. Februar wurde über #MeeToo diskutiert.

Auch die deutsche Film- und Fernsehbranche kündigte die Gründung einer Beschwerdestelle gegen Machtmissbrauch und sexuelle Übergriffe an, welche nach Kulturstaatsministerin, Monika Grütters (CDU), mit 100.000 Euro gefördert wird. Die #MeeToo Twitter-Kampagne ist vor und hinter den Kulissen der Berlinale https://www.berlinale.de/de/_extras/Anti-Discrimination.html ein wichtiges Thema. Mediale Events werden immer mehr genutzt, um Botschaften zu vermitteln. Bei den Golden Globes Globes 2018 trugen deshalb die Mehrheit der anwesenden Frauen schwarze Kleidung, um ein Zeichen zu setzen gegen den Sexismus und die Missbrauchsfälle sowohl in der Unterhaltungsindustrie als auch im Alltag vieler Frauen weltweit. Auch auf dem Berlinale Event der Colibri Agentur (Schauspielagentur) am 18. Februar wurde über #MeeToo diskutiert. Starke Frauen wie Schauspielerin Christine Detmers oder Colibri Gründerin Katja Lorenz sind der Meinung: Es ist eine Veränderung zu spüren.

Doch wie nachhaltig ist die Message, transportiert durch das durch das Tragen schwarzer Kleidung auf dem roten Teppich, tatsächlich?  Christine Detmers, Schauspielerin und Geschäftsführerin der Detmers Getreide–Vollwertkost GmbH, findet: „Ich hätte mir mehr Selbstbewusstsein, mehr Standing gewünscht. Zum Beispiel das alle in knall pink kommen oder mit einem hochgeklappten Kragen. So dass man mit Stolz sagt: Ich möchte das nicht. Und nicht: Ich bin das Opfer und deswegen bin ich in Schwarz gekleidet. Ich wünsche mir mehr Souveränität in der Sache. Dass dies als ein Befreiungsschlag gefeiert wird von den Frauen - mit mehr Stolz.“

Colibri-Agentur Gründerin Katja Lorenz erklärt: „Es ist einerseits eine gute Aktion. Andererseits sage ich mir selbst: ´Ich habe nichts zu verstecken und ich muss mich nicht verstecken.´ Missbrauch ist immer eine Form von Gewalt und hat nichts mit dem normalen Alltagsleben zu tun und im normalen Alltag fühle ich mich wohl, zeige ich mich gerne, bin gerne unterwegs und gerne unter Menschen. Ich muss mich nicht verstecken und trage deshalb heute auch ein rotes Kleid."

Die beiden Frauen sind der Meinung, es habe sich tatsächlich etwas verändert. „Die Sensibilität ist gestiegen, das ist mir definitiv aufgefallen. Es gibt inzwischen mehrere Anlaufstellen, wo Betroffene sich melden können und ich denke es rückt immer mehr ins Bewusstsein, dass man sich tatsächlich auch melden kann und dass einem Glauben geschenkt wird. Ich denke das ist eines der größten Probleme, dass speziell Frauen sich nicht melden, weil sie Angst haben dass man ihnen nicht glaubt, wenn sie sich beschweren über jemanden der deutlich mächtiger ist als sie“, so Lorenz.

Auch Detmers hat bereits Veränderungen in ihrer eigenen Denkweise festgestellt: „Ich gehe souveräner damit um, was ich möchte und nicht möchte. Die eigene Reflexion hat sich verschärft. Ich mochte das noch nie, wenn ich nach dem Küsschen rechts und links von einem beruflichen Kollegen in dem Arm genommen wurde. Ich habe es immer akzeptiert. Nach #MeToo habe ich eine innere Souveränität gefördert.“

Nadine Krägeloh

(Redaktion)


 

 

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