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  • 11.02.2019, 10:44 Uhr
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BERLINALE / POWERFRAUEN

ARD-Filmintendantin Karola Wille beim 3. Berlinale.Brunch plädiert die reale Gleichstellung tatsächlich durchzusetzen

Rund 100 Frauen aus der Film- und Fernsehbranche folgten der Einladung von ARD-Filmintendantin Prof. Dr. Karola Wille zum bereits dritten Berlinale.Brunch am Freitag, 8. Februar 2019.

Karola Wille in ihrer Begrüßung: "2019 ist ein ereignisreiches, besonderes Jahr - auch für uns Frauen - ob 100 Jahre Frauenwahlrecht oder der Ausruf am Bauhaus von "absoluter Gleichberechtigung". Während dieser Anspruch vor 100 Jahren schnell wieder verschwand, haben wir es heute in der Hand und auch die Verantwortung, dieses Ideal Wirklichkeit werden zu lassen und reale Gleichstellung tatsächlich durchzusetzen. Und zwar mit Mut, Selbstbewusstsein, Ausdauer, Kreativität und auch Humor."

Staatssekretärin Heike Raab ergänzte: "Wir kommen ein Stückchen weiter. Es gibt zarte positive Veränderungen. Ein Zeichen des Kulturwandels, der aber nicht von einem auf den anderen Tag funktioniert. Quote ist nicht alles, was zählt. Wir können an vielen Stellen etwas tun und müssen auch in der Medienpolitik besser werden."

Die Schauspielerin Dr. Maria Furtwängler zu neuen Studien ihrer MaLisa-Stiftung: "In drei Studien haben wir YouTube, Instagram und Musikvideos untersucht. Und auch dort kommen Frauen in den Top 100 nur halb so oft vor wie Männer. Männer dürfen dort alles. Die Frauen sind dezent. Schönheit scheint absolute Bedingung zu sein. Und je erfolgreicher die Frauen sind, desto schmaler ist der Korridor der Themen."

Karola Wille betonte auch die Bedeutung der Diversität in der Medienbranche über alle Genre und Gewerke hinweg: "In der ARD ist das Thema Diversität deshalb mittlerweile Chefinnen- und Chefsache. Es geht um unseren ureigensten Auftrag, um die Abbildung unserer Lebenswirklichkeit in ihrer Vielfalt. Diversität steht immer auch für eine tolerante und offene Gesellschaft. Deshalb darf sie gerade heute keine Leerformel sein und muss immer wieder mit Leben erfüllt werden. Die ARD sieht sich diesem Anspruch verpflichtet. Mittlerweile gibt es regelmäßige Fortschrittsberichte mit zahlreichen Maßnahmen. Zum Beispiel Frauen als handlungsstarke Protagonistinnen in jedem Alter zu besetzen, junge weibliche Heldinnen und Moderatorinnen für Kinderformate und mehr Bewusstsein bei der Auswahl der Stoffe, der Projektvergabe und Auswahl der Hauptgewerke."

Im Anschluss tauschten sich die Frauen - u.a. Produzentinnen, Vertreterinnen der Filmförderung und ARD-Kolleginnen aus dem Fiktion- und Dokumentarbereich - angeregt aus.

Regisseurinnen-Speed-Dating

Bereits zum zweiten Mal fand im Anschluss an den Berlinale.Brunch das Regisseurinnen-Speed-Dating statt. Das junge Format von Degeto und ARD-Fernsehfilmkoordination gibt Regisseurinnen die Möglichkeit, sich und ihre Arbeit vorzustellen.

"Und auch dieser eine Baustein von vielen hat bereits Wirkung gezeigt. Insgesamt konnten mehrere Regisseurinnen vom letzten Speed-Dating bereits Filme realisieren. Es gilt, die Frauen sichtbarer zu machen: vor und hinter der Kamera", so Christine Strobl, Degeto-Geschäftsführerin.

(Redaktion)


 

 

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