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Berliner S-Bahn und kein Ende

So, ein weiterer S-Bahn-Übeltäter durfte nun seinen Platz räumen. Fast verwunderlich, dass das erst jetzt geschieht. Trotzdem macht die tägliche Fahrt mit der Berliner S-Bahn weiterhin große Freude.

Fahrgäste müssen nach wie vor eingeschränkte Angebote, Schienenersatzverkehr, Wartezeiten und überfüllte Züge in Kauf nehmen. Bis Dezember soll es noch dauern. Die neuerliche Streikankündigung der S-Bahn-Mitarbeiter sorgt dementsprechend für noch größere Begeisterung bei allen, die ... naja, eigentlich uneingeschränkt bei allen.

 Allerdings sollte man die Hintergründe nicht außer Acht lassen, bevor man sich über den angedrohten Streik ärgert. Die Bahn stellt sehr treffend fest, dass ein Streik, gerade jetzt bei der Leichtathletik-WM, dem Unternehmen schadet. Ach was, wirklich? Grund für den geplanten Streik ist der Stellenabbau bei der S-Bahn, der nur wegen der andauernden Probleme bis zum Jahresende ausgesetzt wurde. Ein Streit dürfe „nicht auf dem Rücken der Fahrgäste“ ausgetragen werden. Natürlich ist der Fahrgast in solchen Fällen immer der Dumme. ABER: im Zuge der Einsparungen und Stellenstreichungen bei der Bahn ist er das sowieso. Seit Jahren werden ausscheidende Mitarbeiter im Bereich der Stellwerke nicht ersetzt, weil man hierfür lieber moderne Technologie einsetzen möchte. Allerdings scheint diese entweder ineffizient zu arbeiten oder ihre Anschaffung ist bisher noch bei einem Vorhaben geblieben. Andernfalls dürfte es nicht dazu kommen, dass Züge beispielsweise nicht oder nur eingeschränkt fahren können, weil bestimmte Posten nicht besetzt sind. Aber so etwas scheint dem Unternehmen wohl nicht zu schaden.

So oder so ist der Fahrgast der Leidtragende der Geschichte. Eigentlich sollte gerade der mal streiken... Einsparungen dürfen nicht auf Kosten der Fahrgäste passieren. Und Stellenabbau sowieso nicht. Bei den Umsätzen, die die Deutsche Bahn jährlich verzeichnet, sollten auch ihre Effizienz , Präsenz und Seriosität erhalten bleiben, ohne, dass dies, ganz gleich für welches Lager der Beteiligten, zu Problemen führt. In diesem Sinne: Schönes Wochenende und viel Freude mit der S-Bahn!

(Ricarda Eppler)


 


 

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