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Beta Systems Software AG

Berliner Software-Anbieter hofft, trotz Finanzmarktkrise, ihr Betriebsergebnis weiter auszubauen

Im letzten Jahr konnte das Berliner Unternehmen Beta Systems das beste operative Ergebnis in 25 Jahren Firmenhistorie ausweisen. Das mittelständische Unternehmen entwickelt hochwertige Software-Produkte, die große Datenmengen sicher und effizient verarbeiten. Die meisten der großen europäischen Banken und Versicherungen gehören zu ihren Kunden. Durch die aktuelle Finanzmarktkrise entstehen für Beta Systems aber nicht nur Risiken, sondern auch Chancen.

Das Unternehmen wurde 1983 in Berlin gegründet. Mit Software-Produkten, die auf dem Betriebssystem von IBM-Mainframe-Rechnern aufbauten, konnte sich das Unternehmen in kürzester Zeit europaweit etablieren. Im Jahr 1997 ging die Beta Systems Software AG an die Börse . Nach einigen Akquisitionen musste sich das Unternehmen umstrukturieren, nachdem im Jahr 2006 ein negativer EBIT von 12 Mio. Euro ausgewiesen wurde. Der Vorstand setzt sich seitdem aus dem Vorsitzenden Kamyar Niroumand und dem Finanzvorstand Gernot Sagl zusammen. Bereits im Jahr 2007 konnte mit 5,8 Mio. Euro das beste operative Ergebnis seit dem Börsengang erzielt werden − der Umsatz betrug 88,6 Mio. Euro.

Die Hälfte der großen europäischen Banken als Kunden

Heute ist Beta Systems einer der größten europäischen Software-Anbieter für Financial Services und beschäftigt weltweit mehr als 600 Mitarbeiter. Da sich das Unternehmen auf das Großkundengeschäft spezialisiert hat, ist sein Name fast nur in Fachkreisen geläufig ist. 18 von 30 der DAX-Unternehmen sowie die Hälfte der europäischen Unternehmen im EUROSTOXX zählen zu den Kunden.

Wie und in welcher Form auch Beta Systems von der Finanzmarktkrise betroffen sein wird, ist ungewiss, da ein einzelner Großauftrag hohen Einfluss auf den Umsatz haben kann. Viele der Kunden werden das Jahresergebnis korrigieren müssen und auf Kosteneinsparungen setzen. „Kurzfristig sind keine Auswirkungen der Finanzmarktkrise sichtbar. Das vierte Quartal wird entscheidend sein, da viele Großkonzerne in diesem Zeitraum über die Ausgaben fürs folgende Jahr beschließen“, sagte Unternehmenssprecher Arne Bassler.

Chancen der Finanzmarktkrise

Aber neben den Risiken der Krise gibt es Chancen für das Berliner Software-Haus: Unternehmenszusammenschlüsse, wie sie in der Finanzbranche fast täglich bekannt gegeben werden, bergen neues Auftragspotenzial. „Fusionen sind eine Triebfelder fürs Geschäft von Beta Systems“, betont Bassler. Die Prognose für das operative Ergebnis in diesem Jahr liegt laut Vorstand im oberen einstelligen Millionenbereich.

Das Unternehmen bleibt jedoch von dem Veränderungen an der Börse abhängig. Der Preis der Aktie ist Ende September innerhalb von zwei Wochen von über fünf Euro auf unter drei Euro pro Aktie gefallen. Der Börsengang war dennoch von enormer Bedeutung. Die Großkunden erwarten bestimmte Standards bei der Informationspolitik, denen eine AG automatisch unterliegt. „Dabei ist vor allem das Kriterium der Transparenz entscheidend: Jahresabschlüsse, Quartalsberichte und Ad Hoc Meldungen bieten Einblick und Kontrolle für Kunden und Aktionäre, die eine kritische Masse bilden“, verdeutlicht Bassler. Schließlich konnte nur durch den Börsengang die Kapitalerhöhung im letzten Jahr vollzogen werden, um neue finanzielle Ressourcen zu generieren.

Engagement bei Ausbildung und Jugendsport in Berlin

Trotz der weltweiten Präsens von Beta Systems mit international 18 eigenen Tochtergesellschaften, betont das Unternehmen seinen Hauptsitz in Berlin. „Hier findet man ein funktionierendes Hochschulnetzwerk und gute Absolventen. Wir nutzen das gute Image von Berlin, es ist ein Vorteil bei der Anwerbung von neuen Mitarbeitern“, betont Unternehmenssprecher Bassler.

Mit den politischen Rahmenbedingungen ist der Software-Anbieter weniger zufrieden. „Einer frühzeitigen Einladung zur 25-Jahrfeier kam der Bürgermeister Klaus Wowereit nicht nach. „Vom Senat ist bis jetzt noch niemand zu uns gekommen, obwohl das Unternehmen 200 Arbeitsplätze in Berlin stellt“, sagte Bassler. Darunter befinden sich auch 15 Ausbildungsplätze mit einer guten Chance, übernommen zu werden. „Beta Systems hat eine sehr spezielle Nachfrage nach Arbeitskräften, die es auf dem Arbeitsmarkt kaum gibt. Deshalb haben wir ein starkes Interesse daran, unsere Auszubildenden bei uns zu behalten“, so der Unternehmenssprecher weiter. Darüber hinaus engagiert sich das Unternehmen in Berliner Oberstufenzentren im Rahmen der IT-Ausbildung und unterstützt den Jugendfußball.

(Redaktion)


 


 

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