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Datenschutz-Debatte

BITKOM betont Bedeutung der IT für Datenschutz

Der Hightech-Verband BITKOM hat in der aktuellen Datenschutz-Debatte eine schnelle Aufklärung und mehr Transparenz gefordert. „Wenn illegal mit Kundendaten gehandelt wird, zerstört dies Vertrauen und schadet der gesamten Wirtschaft“, erklärte Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer in Berlin. Das wichtigste Ziel sei jetzt, Klarheit für die Verbraucher zu schaffen.

 In der derzeit hitzigen Diskussion fordert der BITKOM zu
Sachlichkeit und Augenmaß auf. „Wir haben in puncto Datenschutz mit die
strengsten Regeln der Welt“, erklärte Scheer, „aber oft kennen die
Kunden ihre Rechte nicht.“ Gerade junge Menschen gingen außerdem häufig
zu leichtfertig mit ihren persönlichen Daten um. Verbraucherinformationen seien
wichtiger als Verfassungsänderungen.

Die IT-Branche nimmt Scheer zufolge eine Schlüsselfunktion
bei der Realisierung eines anspruchsvollen Datenschutzes ein. Die elektronische
Datenverarbeitung und das Internet sind inzwischen in allen Branchen etabliert.
Die IT-Unternehmen haben auf die Herausforderungen des Datenschutzes mit der
Entwicklung so genannter „Privacy Enhancing Technologies“ reagiert.
Darunter versteht man Technologien der Datenverarbeitung, die standardmäßig
Datenschutzmodule integrieren. Damit werden die Rechte des Zugriffs auf
Datenbestände geregelt, die Datenverarbeitung wird datenschutzkonform gesteuert
und umfassend kontrolliert. Prof. Scheer: „In den meisten Fällen wird
nicht vorsätzlich gegen den Datenschutz verstoßen, vieles geschieht aus
Unkenntnis. Hier helfen neue Datenschutz-Technologien.“

Schwarze Schafe schaden der gesamten
Wirtschaft

Der BITKOM rät den Firmen außerdem, ihre Kunden verständlich
auf ihre Rechte und wichtige Datenschutzbestimmungen hinzuweisen. Scheer:
„Ohne das Vertrauen der Verbraucher kann kein Anbieter langfristig
erfolgreich sein.“

Eine Aufnahme des Datenschutzes ins Grundgesetz sieht Scheer
primär als symbolischen Akt. „Eine Verfassungsänderung ist zwar de facto
nicht nötig, würde aber den Wert des Datenschutzes betonen.“ Der
BITKOM-Präsident warnte allerdings davor, sich durch die Verfassungsdebatte von
den eigentlichen Herausforderungen ablenken zu lassen. „Die Probleme
bestehen nicht auf dem Papier, sie bestehen in der Praxis – hier müssen
wir ansetzen.“ Dabei könne eine Erhöhung der aktuellen Bußgelder sinnvoll
sein. Außerdem unterstützt der BITKOM den Vorschlag des Bundesdatenschutzbeauftragten,
dessen personelle und finanzielle Ausstattung zu verbessern. Bei den derzeit
kursierenden, weiteren Vorschlägen würden meist die damit einhergehenden Kosten
und die dadurch entstehende Bürokratie vergessen.

(Redaktion)


 


 

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