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Medikamente online kaufen immer beliebter

Immer mehr Deutsche kaufen Medikamente im Internet. Im Vergleich zu 2011 haben doppelt so viele Internetnutzer, knapp 16 Millionen, online Medikamente gekauft. Der Hightech-Verband Bitkom gibt Tipps zum sicheren Einkauf von Medikamenten im Netz.

Mehr als 16 Millionen Bundesbürger haben bereits frei verkäufliche oder apotheken- und verschreibungspflichtige Arzneimittel im Web bestellt. Das sind 30 Prozent aller Internetnutzer. Anfang 2011 waren es erst 9 Millionen. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands Bitkom hervor.

Vor allem Frauen nutzen Versandapotheken: Jede dritte Internetnutzerin hat bereits Medikamente im Web bestellt. „Die Bestellung von Medikamenten im Internet ist mittlerweile für viele ähnlich selbstverständlich wie von Büchern oder Kleidung“, sagt Pablo Mentzinis, E-Health-Experte beim Bitkom. „Online-Apotheken bieten wichtige Vorteile: in der Regel sind sie bei frei verkäuflichen Medikamenten günstiger, zudem können Arzneimittel zeit- und ortsunabhängig bestellt werden. Damit sind sie insbesondere für Arbeitnehmer und auch ältere Menschen eine wichtige Alternative zu Präsenz-Apotheken.“

Der Versandhandel von apothekenpflichtigen Arzneimitteln via Internet ist seit Anfang 2004 erlaubt. Seitdem ist die Anzahl zugelassener Online-Apotheken kontinuierlich gestiegen. Aktuell sind insgesamt 3.000 Versandapotheken registriert, von denen ungefähr 80 Prozent eine Website besitzen. Alle zugelassenen Web-Apotheken sind in einem Versandapothekenregister eingetragen – darunter auch viele Präsenz-Apotheken, die das Online-Geschäft zusätzlich betreiben. Eine Zulassung wird von der zuständigen Landesbehörde erteilt.

Beim Medikamentenkauf im Web ist auch Vorsicht geboten. Unseriöse Anbieter verkaufen gefälschte und nicht zugelassene Ware.

Bitkom gibt Tipps für den sicheren Online-Medikamentenkauf:

1. Woran erkennt man seriöse Versandapotheken im Internet?

Zunächst lohnt sich ein Blick in das Impressum der Online-Apotheke. Hier sollten alle wichtigen Informationen aufgelistet sein: Adresse, Name des verantwortlichen Apothekers, Telefonnummer, Aufsichtsbehörde und die zuständige Apothekenkammer. Die Apotheken dürfen auf ihrer Website mit einem Sicherheitslogo des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (Dimdi) auf den Eintrag im Versandapothekenregister hinweisen. Durch den Klick auf das Logo gelangt der Verbraucher zum Registereintrag der Apotheke. Bei der Bestellung von rezeptpflichtigen Medikamenten verlangen seriöse Versandapotheken die postalische Zusendung des Rezepts. Weiterhin sind Versandapotheken zu einer telefonischen Beratung des Kunden gesetzlich verpflichtet. Die Beratungshotline muss dabei mit deutschsprachigem pharmazeutischem Fachpersonal besetzt sein.

2. Welche Medikamente können online bestellt werden?

Online-Apotheken verkaufen sowohl frei verkäufliche als auch verschreibungspflichtige Medikamente. Erstere sind im Web oft günstiger als bei Präsenzapotheken. Sie unterliegen keiner gesetzlichen Preisbindung. Für verschreibungspflichtige Arzneimittel sind Preisunterschiede von über 50 Prozent gegenüber dem Herstellerpreis per Gesetz verboten.

3. Wie bestellt man freiverkäufliche und verschreibungspflichtige Medikamente im Internet?

Der Erwerb von freiverkäuflichen und apothekenpflichtigen Medikamenten im Internet funktioniert wie eine normale Online-Bestellung: Produkt aussuchen, in den Warenkorb legen und den Kauf anschließend bestätigen. Die Bestellung ist oft auch telefonisch, per E-Mail oder Fax möglich. Verschreibungspflichtige Medikamente können neben dem Produktnamen auch anhand der Pharmazentralnummer auf der Website der Versandapotheke gesucht werden. Durch die siebenstellige Nummer sind Arzneimittel eindeutig gekennzeichnet. Für den Postversand des Rezepts bieten viele Apotheken ihren Kunden eine Gutschrift der Portokosten an. Oft erhalten Kunden auch Freiumschläge für die kostenlose Zusendung.

4. Gibt es einen Schutz vor gefälschten Medikamenten?

Medikamente lassen sich auf unterschiedlichste Art und Weise fälschen: Beispiele sind falsche Dosierungen, gefälschte Beipackzettel, absichtlich verlängerte Verfallsdaten oder gar eine falsche Zusammensetzung des Medikaments selbst. Auch deshalb sollte man nur bei registrierten Versandapotheken bestellen. Beipackzettel müssen in deutscher Sprache verfasst sein. Verbraucher sollten skeptisch werden, wenn verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne Vorlage eines Rezeptes angeboten werden.

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(Bitkom)


 


 

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