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Wenig Jugendliche mit Behinderung in IT-Ausbildung

Aktuellen Umfrage des Bitkom belegt, dass nur etwa 175 schwer behinderte Jugendliche in IT-Unternehmen ausgebildet werden. Bitkom fordert: ITK-Branche solle stärker in Ausbildung Behinderter investieren. Initiative „Inklusive IT-Berufe“ startet.

Die Zahl der Jugendlichen mit schwerer Behinderung, die sich derzeit in einer IT-Ausbildung befinden, ist nach aktuellen Erkenntnissen des Branchenverbandes Bitkom äußerst gering. Eine Umfrage unter Mitgliedsfirmen des Bitkom sowie eigenen Berechnungen des Verbandes ergab, dass in den Unternehmen der IT- und Telekommunikationsbranche nur etwa 175 Jugendliche mit schweren Behinderungen in IT-Berufen ausgebildet werden. Auf 170 IT-Auszubildende käme somit weniger als ein Azubi mit schweren Behinderungen. Die Quote liegt bei 0,6 Prozent.

„Die ITK-Branche sollte sehr viel stärker in die Ausbildung von Menschen mit schweren Handicaps investieren. Der Bitkom hat deshalb die Initiative Inklusive IT-Berufe gestartet“, sagt Bitkom-Präsident Prof. Dieter Kempf. „Es geht darum, den Anteil junger Menschen mit schweren Behinderungen in den IT-Ausbildungsberufen deutlich zu steigern.“

Die Unternehmen bilden derzeit vor allem aus sozialer Verantwortung junge Menschen mit schweren Behinderungen aus. Diesen Grund geben in der Bitkom-Umfrage 44 Prozent der Personalverantwortlichen an. Rund ein Drittel nennt den Mangel an Fachkräften als wichtige oder sehr wichtige Motivation. Aktuell fehlen in der ITK-Branche nach Bitkom-Berechnungen 18.000 Fachkräfte.

Bitkom-Initiative „Inklusive IT-Berufe“

17 Prozent der Unternehmen geben an, dass Azubis mit Behinderungen eine besondere Rolle bei der Entwicklung von Produkten für eine alternde Gesellschaft mit neuen Anforderungen spielen können. „Auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt, aber auch in anderen Regionen spielt insbesondere für öffentliche Ausschreibungen das Kriterium der Barrierefreiheit von ITK-Systemen und -Lösungen eine entscheidende Rolle. Die besten Ergebnisse erzielen Unternehmen dann, wenn bereits in den Entwicklerteams IT-Spezialisten mitarbeiten, die aus eigener Erfahrung die Perspektive behinderter Nutzer kennen“, so Kempf.

Die Bitkom-Initiative „Inklusive IT-Berufe“ sammelt und dokumentiert gelungene Beispiele für die Ausbildung von schwerbehinderten Menschen in der regulären betrieblichen Praxis, erarbeitet Empfehlungen und schafft ein Netzwerk für Unternehmen, die sich hier engagieren wollen. Ziel ist es, die Bereitschaft von Unternehmen zur Ausbildung von Menschen mit Behinderung in den IT-Berufen zu erhöhen und praktische Hilfen für eine erfolgreiche Ausbildung bereitzustellen.

Am 29. Januar 2013 findet der erste Projektworkshop zum Thema „Berufemarketing“ in Berlin statt. Weitere Informationen auf www.inklusive-it-berufe.de.

(Bitkom / Redaktion)


 


 

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