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Gipfeltreffen zur Finanzkrise

Brandenburger Wirtschaft aktuell von Finanzkrise nicht direkt betroffen

Bei einem Gipfeltreffen haben Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns und die Spitzen der Brandenburger Wirtschaft die wirtschaftliche Lage in Brandenburg erörtert.

An dem Treffen nahmen teil: Bernd Ebert (Präsident der Handwerkskammer Potsdam und Präsident des Handwerkskammertages des Landes Brandenburg), Dr. Wolfgang König (Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Potsdam), Wolf-Harald Krüger (Präsident der Handwerkskammer Frankfurt/Oder), Wolfgang Zithier (Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Frankfurt/Oder), Hans-Joachim Waury (Vize-Präsident der Handwerkskammer Cottbus), Horst Freimann (stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Cottbus), Thomas Heinze (Mitglied des Präsidiums der IHK Cottbus), Dr. Wolfgang Krüger (Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus), Dr. Ulrich Müller (Präsident der IHK Ostbrandenburg), Gundolf Schülke (Hauptgeschäftsführer der IHK Ostbrandenburg), Dr.-Ing. Victor Stimming (Präsident der IHK Potsdam und Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der IHK’n des Landes Brandenburg) und Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (UVB). Zunächst informierte Minister Junghanns über das am vergangenen Freitag von Bund und Ländern verabschiedete Rettungspaket für den Finanzmarkt. Außerdem gab es einen intensiven Austausch über die derzeitige Situation in der Brandenburger Wirtschaft. Einmütiges Ergebnis war, dass aktuell keine direkten Auswirkungen der Finanzkrise auf die Wirtschaft im Land zu verzeichnen sind. Zugleich waren sich die Teilnehmer aber in der Einschätzung einig, dass die Eintrübung der Konjunktur auch an Brandenburg nicht vorbeigehen dürfte.

„Das Rettungspaket für den Finanzsektor ist alternativlos. Es ist dazu angetan, die Stabilität des deutschen Finanzmarktes zu stärken und das Vertrauen der Menschen in die Funktionsfähigkeit des Wirtschaftskreislaufes zurück zu gewinnen“, sagte Wirtschaftsminister Junghanns im Anschluss an das Gipfeltreffen. Er mahnte Verlässlichkeit aller wirtschaftspolitisch verantwortlichen Akteure an. „Jetzt ist Wirtschaftspolitik mit Augenmaß gefragt“, sagte er. Zudem zeigte sich Junghanns überzeugt, dass die märkischen Unternehmen für die sich abzeichnende Eintrübung der Konjunktur gewappnet sind. „Die Unternehmen sind heute deutlich robuster aufgestellt als noch zu Beginn des Jahrzehnts“, betonte der Minister.

Die Vertreter der Industrie- und Handelskammern erklärten, dass sie bislang keine wesentlichen Auswirkungen der Finanzkrise auf die Konjunktur festgestellt hätten. So sei bei Auftragseingängen, Existenzgründungen und der Kreditvergabe der Banken an Unternehmen noch kein nennenswerter Rückgang zu verzeichnen. „Noch sind die Auftragsbücher gut gefüllt, aber die Auftragslage im kommenden Jahr, das zeichnet sich ab, wird nicht mehr so gut sein wie 2008“, erklärte Dr.-Ing. Victor Stimming, Präsident der IHK Potsdam und Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern, stellvertretend für alle IHK’n. „Nicht zuletzt durch die erhöhten Anforderungen der Eigenkapitalvorschriften des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht – Basel II genannt – waren die Unternehmen angehalten, ihre Bonität zu verbessern, so dass die meisten in der Lage sind, die strengeren Risikoprüfungen zu bestehen. Allerdings wird sich die Finanzkrise auf die exportorientierten Brandenburger Unternehmen auswirken. Nach den hervorragenden Zuwächsen im Exportgeschäft im laufenden Jahr muss mit einem Rückgang im kommenden Jahr gerechnet werden“, so Dr. Stimming.

„Wir werden sicherlich erst in einigen Monaten konkret von den Auswirkungen der Finanzkrise betroffen sein. Um diese Effekte so gering wie möglich zu halten, sollte die Politik alle Planungen, die zu mehr Belastungen für die Wirtschaft und für die Bürger führen, auf den Prüfstand stellen“, sagte Bernd Ebert, Präsident der Handwerkskammer Potsdam und Präsident des Handwerkskammertages des Landes Brandenburg, stellvertretend für alle Handwerkskammern das Landes mit Blick auf die Bundesebene. „Belastende Gesetzentwürfe und Maßnahmen sind im Zweifel auszusetzen, denn Konjunktureinschnitte in einzelnen Branchen sind schon jetzt bemerkbar.“ Handwerker bräuchten eine funktionierende Binnenkonjunktur. Nur damit würden auch künftig Investitionen und Kreditaufnahmen zunehmen, unterstrich Ebert.

Der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (UVB), Christian Amsinck, appellierte an die Banken, dass die Finanzkrise nicht zu Lasten der Unternehmen gehen dürfe: „Insbesondere der industrielle Mittelstand in Brandenburg hat in den vergangenen Jahren maßgeblich zum Aufschwung beigetragen. Jetzt kommt es darauf an, dass diese mittelständischen Betriebe weiter im notwendigen Umfang mit Krediten versorgt werden, damit alle vorgesehenen Investitionsvorhaben auch durchgeführt werden können.“

Alle Teilnehmer kamen überein, den Dialog zwischen Wirtschaftspolitik, Kammern und UVB fortsetzen zu wollen, um notfalls schnell auf mögliche Folgen der Finanzkrise für Brandenburg reagieren zu können.

(Redaktion)


 


 

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