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  • 24.06.2016, 14:25 Uhr
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BREXIT / BERLINER WIRTSCHAFT

Schade, aber nicht schlimm: Berlins Wirtschaft bedauert den Brexit

Beim gestrigen Referendum hat sich eine knappe Mehrheit der Briten für den Austritt aus der Europäischen Union (EU) ausgesprochen – 51,9 Prozent votierten für den Brexit. Erste Stimmen dazu aus der Berliner Politik und Wirtschaft.

Großbritannien ist für die Berliner Unternehmen europaweit der drittwichtigste Markt. Ein Brexit trifft auch die hiesige Wirtschaft. Mit dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) leidet auch die Berliner Wirtschaft. Darüber ist man sich heute überall einig. Deshalb ist heute auch in Berlin ein generelles Bedauern in Politik und Wirtschaft zu hören. 

Zu der Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen, erklärt Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) heute: „Die Entscheidung der Briten ist aus Sicht der Wirtschaft in der Hauptstadtregion eine schwere Enttäuschung. Für viele Unternehmen aus Berlin und Brandenburg ist Großbritannien ein wichtiger Handelspartner, vor allem in den Branchen Automotive, Telekommunikation, Metall und Elektro. Politisch verlieren wir einen Partner, der immer für marktwirtschaftliche Lösungen und staatliche Zurückhaltung gestanden hat. Die EU und London müssen nun ihre Handelsbeziehungen so schnell wie möglich neu ordnen. Eine zwei Jahre dauernde Hängepartie können wir nicht gebrauchen. Neue Zölle und andere Handelsbarrieren würden die gewachsenen, länderübergreifenden Produktionsketten stören. Eins ist klar: Die EU und Großbritannien sollten darauf hinarbeiten, dass sie auch künftig vom Warenaustausch und gemeinsamen Standards profitieren. Die EU muss nun noch deutlicher machen, dass Zusammenarbeit und Integration der Schüssel für mehr Wachstum und Beschäftigung in Europa sind. Dazu gehören auch institutionelle Reformen und der Abbau von Bürokratie. Nur als starke Einheit kann die EU auf den Weltmärkten weiterhin eine wichtige Rolle spielen.“ 

Stimmen des Bedauerns über das Abstimmungsergebnis kamen ebenfalls aus der Handelskammer und der IHK: Bei einem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) leidet auch die Berliner Wirtschaft. "Mit dem Brexit sind mittel- und langfristig erhebliche Einschnitte absehbar", sagte die Vize-Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer (IHK), Melanie Bähr. 

Auch wenn der Brexit die Staatengemeinschaft hart treffe, so rechnet jedoch das Institut der deutschen Wirtschaft im Hinblick auf wirtschaftliche Auswirkungen mit „überschaubaren Folgen“. Es sei nicht mit einem erneuten Losbrechen der Eurokrise zu rechnen. Die Reformen der Krisenstaaten seien weit genug fortgeschritten, das Finanzsystem habe Risikopuffer aufgebaut und der Austritt komme letztlich ohne Überraschungsmoment daher. Eine Aufwertung des Euro gegenüber dem britischen Pfund verschlechtere zwar die europäische Wettbewerbsfähigkeit. Das geschehe allerdings in einem Maße, das die Wirtschaft kompensieren könne.

(Redaktion)


 

 

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