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  • 22.02.2017, 10:31 Uhr
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BUCHTIPP / AUTOMOBILITÄT

Automobil und moderne Gesellschaft: Beiträge zur Mobilitätsforschung von Weert Canzler

Weert Canzler, Politikwissenschaftler und Soziologe, Senior Researcher am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und Sprecher des "Leibniz-Forschungsverbundes Energiewende".

Weert Canzlers zentralen Untersuchungen in dem Buch "Automobil und moderen Gesellschaft" behandeln die Bedeutung des Automobils unter besonderer Berücksichtigung alternativer Nutzungsformen wie Fahrradverleih oder Carsharing. Hierzu tritt Canzler regelmäßig als Interviewgast in den Medien auf. Denn das Thema ist ein sehr zentrales in unserer heutigen Zeit. Sein Buch ist soeben erschienen und beim Ecobookstore erhältlich.

Die mit dem Auto ermöglichte Selbstbeweglichkeit kommt der Entwicklungsdynamik der Moderne und ihren Anforderungen an das Individuum sehr entgegen. Das "Auto im Kopf" ist der Schlüssel zum Verständnis seiner Attraktivität: Zum einen reduziert das verfügbare Auto Alltagskomplexität, es ermöglicht ein "Nutzen ohne nachzudenken", zum anderen erweitert es den Möglichkeitsraum immens, weil es den Aktionsradius in aller Regel vergrößert und individuelle Wegeketten ermöglicht. Gleichzeitig sind die ökologischen und räumlichen Grenzen der Massenmotorisierung erreicht, das Privatauto ist global nicht zukunftsfähig.

Es ist das Selbstverständnis der Reihe "Mobilität und Gesellschaft", den Analysen, Zukunftsbetrachtungen und Gestaltungsvorschlägen der sozialwissenschaftlichen Mobilitätsforschung ein Forum zu geben. Dabei gilt der Augenmerk auf

1) Postfossile Mobilität

2) Mobilität und Urbanität

3) Mobilität und individuelles Verhalten

4) Verkehr, Mobilität und Ökonomie

Mit den vier genannten Schwerpunktthemen konzentriert sich die Reihe "Mobilität und Gesellschaft" auf die Untersuchung zukünftig besonders dringlicher Problemlagen, die in engem Zusammenhang mit Fragen der Mobilität und des Verkehrs in modernen kapitalistischen Gesellschaften stehen. Dabei zielt die Reihe sowohl auf eine systematische und vertiefende Bearbeitung zentraler von der sozialwissenschaftlichen Mobilitätsforschung in den letzten Jahren aufgeworfener Fragestellungen, wie auch auf eine Bündelung der Ergebnisse im Sinne einer umfassenden Bestandsaufnahme. Indem auf diese Weise wichtige Forschungsergebnisse der sozialwissenschaftlichen Mobilitätsforschung einem möglichst breiten Publikum zugänglich gemacht werden, möchten die Herausgeber auch zu einer Aufwertung dieser Wissenschaftsdisziplin beitragen. Im Zeitalter des Smartphones und der zunehmenden digitalen Vernetzung entstehen endlich die Voraussetzungen für nachhaltige Mobilität. Der Abschied vom privaten Auto steht bevor, ein ganz neues Mobilitätsdenken entsteht. Nicht das einzelne Verkehrsmittel ist uns wichtig, sondern die Verfügbarkeit. Die Automobilindustrie muss radikal umdenken – oder sie verschwindet. 

Weert Canzler: „Automobil und moderne Gesellschaft“, Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Mobilitätsforschung, Reihe: Mobilität und Gesellschaft, Bd. 6, 2016, 234 Seiten, 29.90 Euro, erschienen im Dezember 2016 und beim Ecobookstore portofrei erhältlich.

(Redaktion)


 

 

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