Sie sind hier: Startseite Berlin Lifestyle Life & Balance
Weitere Artikel
Coaching: Dr. Gregor Wittke

Burnout Prävention für Unternehmen

Der Begriff "Burnout" wurde in den 1970er-Jahren vom amerikanischen Psychoanalytiker Herbert Freudenberger geprägt. Die WHO definiert ihn als "Multifaktorielle Befindlichkeitsstörung". Burnout (engl.: to burn out = ausbrennen) steht für körperliche und emotionale Erschöpfung durch lang anhaltende arbeitsbedingte Überlastung ohne ausreichende Regenerationsphasen. Dies führt arbeitsbezogen zu reduziertem Engagement sowie erhöhter Fehleranfälligkeit. Am Ende stehen Leistungsabfall, Krankmeldungen oder gar das gesundheitsbedingte Ausscheiden von Mitarbeitern. Burnout kann in schweren Fällen zu längeren krankheitsbedingten Ausfällen führen.

Auswirkung von Burnout
Burnout, ist nicht nur für die betroffenen Menschen und deren Angehörige eine extreme Belastung. Burnout tritt im Arbeitskontext immer häufiger auf. Das Burnout-Syndrom ist kein ausschließliches Problem des Individuums, es wirkt sich drastisch auf die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft aus: Erschöpfungsbedingte Ausfälle, verminderte Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern, die zur Arbeit kommen, obwohl sie krank sind, Innere Kündigung von Mitarbeitern. Dies belastet sowohl Arbeitgeber wie Arbeitnehmer.

Besonders gefährdet sind Unternehmen in denen Führungskräfte eine zentrale Rolle spielen, denn Ausfälle in der "Chefetage" können leicht gut gehende Betriebe ruinieren. In spezialisierten Abteilungen gibt es meist niemanden, der den Ausfall von Führungspersönlichkeiten oder den Ausfall von Fachkräften kurzfristig ausgleichen kann. Oft sind Lieferschwierigkeiten und qualitative Mängel in Dienstleistungen und Produkten die Folge; das Unternehmen verliert in stürmischen Märkten seine Wettbewerbsfähigkeit. Darüber hinaus sind Folgekosten durch langwierige Krankenstände, Therapien und Rehabilitation auch gesamtwirtschaftlich eine immense Belastung für Versicherungsträger und die öffentliche Hand.

Burnout gefährdet sind vor allem die motivierten Mitarbeiter, Führungskräfte oder Unternehmer, die ihre Ressourcen voll für das Unternehmen einsetzen, die sich mit den Arbeitsaufgaben und -pflichten persönlich besonders stark identifizieren. Das besondere Engagement hat zur Folge, dass sie mehr und länger arbeiten, auch über die eigenen Grenzen hinweg. Dadurch fällt es Ihnen mit der Zeit immer schwerer eigene Bedürfnisse wahrzunehmen. Erholungszeiten und ausgleichende Tätigkeiten werden bei als knapp empfundenen Zeiten als erstes gestrichen.

Vor Verallgemeinerungen ist hier jedoch zu warnen, denn nicht jeder engagierte oder zeitweilig überlastete Angestellte oder Unternehmer entwickelt zwangsläufig ein Burnout-Syndrom. Das hängt auch von individuellen und situativen Risiko- und Schutzfaktoren ab. Es lässt sich jedoch zeigen, dass anhaltender Stress und permanente Erschöpfung das „Ausbrennen“ begünstigen.

Für Unternehmen ist es vor diesem Hintergrund wichtig, die Anzeichen von Burnout frühzeitig zu erkennen, um die Mitarbeiter und die Unternehmensinteressen rechtzeitig und nachhaltig schützen zu können.
Woran kann man Burnout bzw. ein anwachsendes Burnout-Risiko erkennen
? Burnout durchläuft drei Phasen. Je früher Vorgesetzte diese Entwicklung erkennen, desto besser und schneller können Sie im Sinne des Unternehmens dem Betroffenen helfen.

Die 1. Phase ist durch Überaktivität und Erschöpfung geprägt. Dem eigentlichen Burnout geht in der Regel zunächst eine Phase hoher Anstrengung und Überaktivität voraus. Regenerationsmöglichkeiten fehlen in dieser Zeit oder werden nicht wahrgenommen. Dadurch wird verhindert, dass wieder ein normales Belastungsniveau erreicht wird. Die darausfolgende Erschöpfung stellt die erste Stufe des Burnouts dar.

In der 2. Phase kommt es zu Entpersonalisierung und sozialem Rückzug. Der Betroffene stumpft bei weiter anhaltender Belastung immer mehr ab und zieht sich aus seinen sozialen Kontakten z.B. am Arbeitsplatz immer weiter zurück. Ein für die Produktion verantwortlicher Mitarbeiter erfährt beispielsweise, dass die Produkte nicht mehr die gewohnten Qualitätsstandards erreichen. Die ersten Kundenbeschwerden liegen vor. Sein Vorgesetzter macht Druck. Normalerweise würde er in einer solchen Situationen seinem Ärger und Frust Ausdruck verleihen, Teamsitzungen einberufen und sofort beginnen, die Probleme zu lösen. Zeigt er jedoch nun im Gegensatz dazu keine Gefühle mehr, meidet Teamsitzungen und ist für Kollegen nur noch schwer erreichbar, dann ist die letzte Phase des Burnouts bald erreicht.

Die 3. Phase bedeutet eine weitere Eskalation der Situation, Leistungseinschränkung treten deutlich sichtbar auf und gesundheitliche Defizite und Einschränkungen machen sich deutlicher bemerkbar. Die andauernden Leistungseinschränkungen sind ein Zeichen für den fortgeschrittenen Zustand. Erschöpfung und Fehler führen beim Betroffenen zu einem sinkenden Selbstbewusstsein, wodurch sich die Erfolgsmeldungen weiter reduzieren. Dieser Teufelskreis verstärkt sich mit jedem Durchlauf und die Spirale nach unten dreht sich immer schneller; die persönliche Produktivität sinkt, der Betroffene erlebt dabei oft Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit.

Aber nicht nur die persönlichen Folgen sind dramatisch auch das betroffene Unternehmen erleidet durch die beschriebenen Folgen einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden, vielleicht sogar einen Image- Verlust .

Die 3. Phase endet meistens mit einer Krankmeldung. Je nach Schwere des Burnouts kann darauf aber auch eine - möglicherweise vorzeitige - Berentung, eine ausgesprochen oder innere Kündigung folgen.

Das Unternehmen muss dann vorübergehend oder dauerhaft einen Ersatz für den Mitarbeiter finden. Dies ist mit erheblichem Zeitaufwand und Kosten verbunden.

Angesichts der drastischen Folgen eines Burnout-Falls lohnt es sich für kleine wie große Unternehmen gezielte Burnout-Prävention zu betreiben.

(Redaktion)


 


 

Burnout
Dr. Gregor Wittke
Prävention
Auswirkungen

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Burnout" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: