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  • 28.12.2017, 16:02 Uhr
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BVMW / UMFRAGE

Optimistischer Wachstums- und Jobmotor: Unternehmerumfrage Bundesverband Mittelständische Wirtschaft in Berlin vorgestellt

Antworten auf viele Fragen gab eine aktuelle, repräsentative Umfrage des BVMW unter mittelständischen Unternehmen. Die Ergebnisse stellte Mittelstandspräsident Mario Ohoven heute auf der Pressekonferenz vor.

Mit kräftigem Optimismus startet Deutschlands Mittelstand in das neue Jahr. Trotz weltweiten Krisen, Russland-Sanktionen, US-Steuersenkungen und innenpolitischer Querelen: die Zeichen  stehen auf Wachstum. Wie geht es 2018 weiter? Fast 79 Prozent  (2016 : 62)  der Mittelständler erwarten für das neue Jahr einen anhaltenden Aufschwung in Deutschland. „Der Mittelstand leidet vor allem unter dem anhaltenden Fachkräftemangel“, warnte Ohoven. Laut Umfrage haben wie im Vorjahr  über 89 Prozent Schwierigkeiten, offene Position zu besetzen. Vier von zehn Betrieben mussten aus Personalnot schon Aufträge ablehnen.

Der BVMW vertritt 560.000 Mitglieder mit 1,5 Mio Beschäftigten und ist damit der größte Mittelstandvertreter. Repräsentativ wurden die Mitglieder des BVMW (3000 Unternehmer aller Bundesländer) zu Steuern, Brexit, Euro, Merkelnachfolge und vieles mehr befragt. Demnach geht der deutsche Mittelstand optimistisch in das neue Jahr. Fast 80 Prozent der Unternehmen erwarten für 2018, dass sich der Aufschwung fortsetzt. In dieser komfortablen Lage befinde man sich aber "nicht wegen, sondern trotz der Politik", sagte Mario Ohoven, der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft und fügt hinzu: „Der Mittelstand kann nicht akzeptieren, wenn es keine Regierung gibt, will aber auch keine Widerauflage der Koalition.“ Der BVMW spricht im Rahmen seiner Verbändeallianz als "Stimme des Mittelstands" für mehr als 530.000 kleine und mittlere Unternehmen deutschlandweit, die rund 10 Mio. Arbeitnehmer beschäftigen.

Mittelstand kann sich Alternativen zu Merkel und GroKo vorstellen

"Bei einer Neuwahl will der Mittelstand mit 70 Prozent eine schwarz-gelbe Bundesregierung unter einem Bundeskanzler Friedrich Merz - mit einer stärkeren Einbindung von Jens Spahn", sagte der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven.„Merkel hätte zwar viele erreicht und ist eine der bedeutendsten Politikerinnen weltweit“, betonte Ohoven bei der Pressekonferenz in Berlin. Die Große Koalition habe es versäumt, rechtzeitig die Weichen für Investitionen in die Zukunft zu stellen. So gebe es derzeit einen Investitionsstau von 200 Milliarden Euro. Dessen ungeachtet starten die Unternehmer aber "mit kräftigem Optimismus in das neue Jahr". Ohoven sagte insgesamt ein Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent voraus. Gefragt nach ihren Wünschen für die politische Zukunft sagten 70 Prozent der Mittelständler, sie lehnten eine Wiederauflage der großen Koalition ab. Bei einer Neuwahl würden diese Unternehmer eine schwarz-gelbe Bundesregierung unter einem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bevorzugen, wie die Umfrage ergab.  

Kräftiger Optimismus des Mittelstandes für das neue Jahr

Laut der Umfrage erwarten fast 79 Prozent der Unternehmer für 2018 einen anhaltenden Aufschwung, und 73 Prozent der Klein- und Mittelbetriebe schätzen ihre Geschäftslage als gut oder besser ein - beides deutlich über den Vorjahreswerten von 62 Prozent und 66 Prozent. Rund 41 Prozent der rund 3.500 befragten Unternehmer erwarten 2018 höhere Umsätze, und 40 Prozent wollen mehr investieren. Erfreulich ist auch die Personalplanung: über 67 Prozent wollen zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. 40 Prozent wollen mehr investieren als im Jahr 2017. Wenn sich die politische Lage nicht ändert 600.000 neue Jobs und damit eine neue Wachstumsbelebung. Fachkräftemangel und immer weniger Innovationen sind ein großes Manko.  „Rahmenbedingungen für Forschung und Entwicklung müssen daher verbessert werden“, so Ohoven. Auch sprachen sich 77 Prozent der Befragten für weniger Bürokratie aus.  Der BVMW fordert zudem: 1 Prozent des Mehrwertsteueraufkommens für Bildung: das wären 10 Milliarden zusätzlich in die Bildung, die dringend benötigt werden.

Forderungen: Tempo auf Breitband auf Glasfaser , Antwort auf US-Steuerreform und Aufhebung der Russlands-Sanktionen

Darüber hinaus ist die Netzverfügbarkeit ein entscheidender Punkt. So sind knapp 20 Prozent mit ihrem Breitbandanschluss nicht zufrieden, oder es herrscht in der Region sogar „Internet-Notstand“. Mittelstandspräsident Ohoven fordert daher, „Deutschland braucht endlich einen flächendeckenden Breitbandausbau und Glasfasernetze bis in die Gebäude“

Der Mittelstand fordert zudem eine klare Antwort  auf die Steuerreform in den Vereinigten Staaten, so der BVMW: Die USA verschärfen mit der Reform der Unternehmensbesteuerung den internationalen Standortwettbewerb. Die steuerpolitische Verweigerungshaltung hierzulande könnte sich mit Blick auf die vergleichsweise hohen Abgaben schon bald rächen und zu Investitionsverlagerungen führen.

Ebenfalls beträchtlichen Schaden in mittelständischen Betrieben, insbesondere in den neuen Bundesländern, haben die Russland-Sanktionen verursacht: der BVMW schätzt den Schaden auf 7 Milliarden Euro (weggefallene Aufträge und dadurch entstandene  Unternehmenspleiten).Dennoch sieht der BVMW  und seine Mitglieder Deutschland als Hort der Stabilität. Forderungen sind vielmehr: Abbau bürokratischer Hindernisse, Bildungsoffensive und beschleunigter Aufbau des Breitbandnetzes.

Angesichts eines Investitionsstaus alleine in den Kommunen von über 150 Millionen Euro müsse Deutschland mehr in seine Zukunft investieren, so Ohoven. Er forderte eine neue Bundesregierung zu Reformen auf. Deutschland brauche  endlich eine steuerliche Forschungsförderung wie in 28 von 35 OECD-Ländern, ein Wagniskapitalgesetz  für innovative Klein- und Mittelbetriebe  sowie die völlige Abschaffung von Solidaritätszuschlag und Erbschaftsteuer.

Überaus positiv wird die aktuelle Finanzierungssituation bewertet. Wie im Vorjahr vergeben 92 Prozent  der Mittelständler die Schulnoten befriedigend, gut oder sehr gut. Laut Umfrage planen über 47 Prozent (2016: 41) im kommenden Jahr zusätzliche Mitarbeiter einzustellen. Jedes zweite Unternehmen will die Mitarbeiterzahl halten. „Damit erfüllt der Mittelsand auch 2018  verlässlich seine Rolle  als Wachstums- und Jobmotor in unserem Land. Ich erwarte von einer neuen Bundesregierung  dass sie die dafür erforderlichen innovationsfreundlichen Rahmenbedingungen schafft,“ betonte Mittelandspräsident Ohoven.

(Redaktion)


 

 

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