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  • 27.07.2016, 17:22 Uhr
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COACHING / SEMINARE

Resilienz – Flexibilität als Zukunftskompetenz

Coach, Trainer und Buchautor Sebastian Mauritz erläutert das Wichtigste zum Thema Resilienz und zu der Ausbildung als Resilienztrainer in seinem Gastartikel auf Business On.

Kennen Sie Resilienz? Falls nicht, Burn-out und Stress kennen Sie bestimmt! Statt über Probleme und Defizite zu sprechen, vermittelt Resilienz Lösungen und Ressourcen. Abgeleitet vom lateinischen resiliere – abprallen, beschreibt das Wort psychische Widerstandsfähigkeit. Also die Stärke in Druck- und Stress-Situationen Ruhe zu bewahren.Die Fähigkeit nach Rückschlägen oder Krisen schnell wieder aufzustehen und mit negativen Ereignissen und Veränderungen konstruktiv umzugehen.

Ein zentraler Aspekt ist das Verständnis von Resilienz als Zukunftskompetenz. Die gute Nachricht hierbei ist, dass Resilienz erlernbar ist und das immer mehr erfolgreiche Unternehmen dies erkannt haben. Sie setzen auf Flexibilität und Effizienz bei einem hohen Maß an Wohlbefinden und Gesundheit. Sie leben Nachhaltigkeit und begreifen die eigenen Mitarbeiter dabei als wichtigen Teil für den eigenen Erfolg.

Resilienz fußt auf sieben Säulen: Optimismus, Lösungsorientierung, Akzeptanz, Bindung, Selbstwahrnehmung, Selbstreflexion und Selbstwirksamkeit.Diese kann man in vier Grundhaltungen und drei Praktiken unterscheiden. Was sind also die Grundhaltungen und wie setzt sie Resilienz in die Praxis um?

Grundhaltung Optimismus: Nach Watzlawik ist Optimismus „das Gute im Schlechten zu sehen“. Evolutionär bedingt schauen wir eher auf die negativen Dinge. Sich dies bewusst zu machen und den Fokus eher auf die positiven zu legen, ist ein erster Weg zu mehr Resilienz. Das bedeutet nicht, dass Sie sich jetzt alles schönreden sollen. Werden Sie sich der Dinge bewusst, die jetzt gerade gut laufen. Beschützen und bewahren Sie sich diese positive Grundhaltung.

Grundhaltung Lösungsorientierung: Ergänzt wird der Optimismus durch die Lösungsorientierung. Ähnlich wie beim Optimismus zielt unser Fokus lieber auf das Problem und nicht auf die Lösung. Sie erinnern sich vielleicht an unsere drei biologischen Grundmuster Starre, Flucht oder Kampf? Also Totstellen, Wegrennen oder Kämpfen. Das war vor 10.000 Jahren im Angesicht von Gefahr wirklich hilfreich. Heutzutage versperrt es jedoch die Sicht auf andere Lösungen.

Grundhaltung Akzeptanz: Die dritte Haltung ist die der Akzeptanz dessen, was ist. Es gibt Dinge, über die man sich aufregt und dennoch hat man im Moment keine Möglichkeit diese zu ändern. Für einen flexibleren Umgang mit Stress ist es hilfreich sich der Themen bewusst zu werden, die im Jetzt änderbar sind. Sie unterscheiden sich von den nicht-veränderbaren Aspekten. Änderbare Bereiche wären beispielsweise die eigene Arbeit, das eigene Umfeld oder die eigenen Aufgaben. Übernimmt man in diesen Akzeptanzprozessen den Teil der Verantwortung, der bei einem selbst liegt, lebt man in hohem Maß die eigene Resilienz.

Grundhaltung Bindung: Die letzte Haltung ist die der Bindung, bzw. Verbindung zu anderen Menschen. Neurowissenschaftler bezeichnen das Gehirn als soziales Organ. Es braucht Kontakt zu anderen Menschen, um bestimmte Verarbeitungs- und damit Regenerationsprozesse zu vollziehen. Klären Sie im alltäglichen Kontakt ihre Beziehungen und auf welchen Ebenen Sie kommunizieren. Die Trennung von Beziehungs-Ebene und Sach-Ebene ist hierbei ein erster wertvoller Schritt. Besonders dysfunktionale Bindungen zu lösen kann im Sinne der eigenen Psychohygiene äußerst hilfreich und gesund sein.

Praktik Selbstwahrnehmung: Nun zu den drei Praktiken, die man sofort in den Alltag integrieren kann. Als wichtig und relevant wird in Studien die Selbstwahrnehmung genannt. Sie ist ein unbewusster Prozess, der mit mehr Achtsamkeit bewusstwerden kann. Im Rahmen der eigenen Arbeitstätigkeit könnten Sie die eigene Position am Schreibtisch überprüfen. Kurze Achtsamkeitsmeditationen helfen dabei Atmung und Körperhaltung immer wieder wahrzunehmen und zu korrigieren.

Praktik Selbstreflexion: Stellen Sie sich morgens manchmal Fragen wie: „Was will ich heute erreichen (drei Dinge)“, „Wie kann ich heute jemandem außer mir etwas Gutes tun?“ und dann abends Fragen wie: „Was war gut, was habe ich gelernt, wofür bin ich dankbar?“. Ob Sie sich diese Fragen analog in einem Buch stellen oder sich von einer App wie dem Five Minute Journal führen lassen, ist im Grunde egal. Beide Varianten sind in höchstem Maße effektiv und sie unterstützen uns dabei unsere vier Grundhaltungen besser zu erreichen und wirksam zu leben. Um eine gute Außenperspektive zu bekommen macht der Kontakt zu wohlmeinenden Freunden oder einem professionellem Coach Sinn. Der Unternehmer Jim Rohn sagte einmal ganz treffend: „Du bist der Durchschnitt der 5 Menschen mit denen Du die meiste Zeit verbringst“

Praktik Selbstwirksamkeit: Die letzte der drei Praktiken ist die der Selbstwirksamkeitserfahrung. Hier hilft es sich die eigene Leistung bewusst zu machen. Dies beinhaltet gut mich sich umzugehen und Erfolgs- und Misserfolgsstrategien bewusst zu hinterfragen. Viele Menschen stellen sich die Frage: „Wie habe ich es geschafft, dass es geklappt hat?“ Sie sehen also, dass wir schon wieder bei einer negativen Grundhaltung sind. Stellen Sie sich doch die Frage einfach einmal anders herum: „Wie habe ich es geschafft, dass es NICHT geklappt hat? Wie genau habe ich das gemacht?“ Natürlich irritiert sie ein solcher Kopfstand erst einmal massiv. Dennoch schafft er ein Bewusstsein für Ihr tun und Ihre Leistungen.

Für eine dauerhafte Erinnerung an Resilienz im Unternehmen gibt es den Resilienz-Lotsen® (https://www.resilienz.wiki/resilienz-lotse/) – dieser wird durch Resilienz-Trainer (http://www.resilienz.wiki/resilienz-trainer/) ausgebildet und sorgt dafür, dass Resilienz als Zukunftskompetenz in Unternehmen dauerhaft vertreten ist.

(Sebastian Mauritz)


 

 

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