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Armutsrisiko für Frauen

Das Armutsrisiko für Frauen steigt – trotz besserer Bildungschancen

Am 23. und 24. Oktober hat in Karlsruhe die 18. Frauen- und Gleichstellungsminister/-innenkonferenz (GFMK) stattgefunden. Leitthema der diesjährigen GFMK: „Mehr Chancengerechtigkeit durch geschlechtersensible Erziehung, Bildung und Ausbildung“.

Die GFMK setzte sich kritisch mit der von Bundeskanzlerin Merkel in dieser Woche vorgestellten „Qualifizierungsoffensive für Deutschland – Aufstieg durch Bildung“ auseinander und stellte fest, dass die hohen Erwartungen in Sachen „Bildungsrepublik“ auch aus gleichstellungspolitischer Sicht nicht erfüllt worden sind. Die Frauenministerinnen und Frauenminister fordern u.a. die Berücksichtigung der Geschlechtergerechtigkeit als strukturellen Bestandteil der Bildungsoffensive und konkrete Maßnahmen.

Frauen und Mädchen haben aufgeholt: Ihr Anteil an qualifizierten Bildungsabschlüssen ist gestiegen. Aber beim beruflichen Ein- und Aufstieg, in karriereversprechenden Positionen in Verwaltung, Hochschule und Wirtschaft zeichnet sich dieser Trend noch nicht ab. Mädchen und Frauen sind gerade in den zukunftsträchtigen Berufen in den Ingenieur- und Naturwissenschaften unterrepräsentiert. „Hier muss nachgearbeitet werden“ konstatiert der Berliner Frauen- und Gleichstellungsminister Harald Wolf. Die Erwerbsquote von Frauen in existenzsichernden Tätigkeiten muss erhöht werden. Die Hochschulen müssen familienfreundliche Strukturen schaffen. Das Interesse der jungen Frauen an Naturwissenschaft und Technik muss geweckt und gefördert werden. Diese Forderungen der GFMK sind nach wie vor aktuell.Auf Anregung des Berliner Frauensenators erörterte die GFMK den 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung.

Nach Ansicht von Harald Wolf mangelt es dem Bericht an einer umfassenden Darstellung und Analyse der Situation von Frauen und deren Armutsrisiko in unserer Gesellschaft. Frauen sind vom Armutsrisiko in besonderem Maße bedroht. Als Geringfügig- oder Teilzeit-Beschäftigte leben sie oft an der Grenze des Existenzminimums. Besonders betroffen sind davon vor allem Alleinerziehende.

Harald Wolf zieht die pauschale Aussage der Bundesregierung in Zweifel, wonach das Aufholen im Bildungsbereich und bei der Erwerbstätigkeit generell mehr Chancen auf eine existenzsichernde Erwerbsarbeit für Frauen und eine bessere Prävention vor Einkommensarmut für Alleinerziehende bedeute. „Die Zahlen sprechen hier eine andere Sprache. So hat sich beispielsweise die Armutsquote erwerbstätiger Frauen in den letzten Jahren verdoppelt und Alleinerziehende tragen mit 30% das höchste Armutsrisiko überhaupt. Dies wird auch durch den jüngsten Bericht der OECD, wonach sich die Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland erheblich verstärkt, bestätigt. Die Formel ‚Frau und Kind gleich arm’ darf in unserer Gesellschaft keine Verfestigung finden.“

(Redaktion)


 


 

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