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Interview mit Florian Nöll, spendino

„Das Berliner Startup spendino ist günstiger als andere Fundraisingkanäle“

Spendino generiert schnell und einfach Spenden über das Handy. Die Idee des Startups überzeugte auch die Jury der WirtschaftsWoche: spendino ist unter den TOP 30 der erfolgversprechendsten Gründungen in Deutschland. Mitgründer Florian Nöll (25) spricht im Interview mit business-on.de über die Idee der mobilen Sammeldose, die Zusammenarbeit mit Non-Profit-Organisationen und das Potenzial des Berliner Startups.

business-on.de: Herr Nöll, Sie haben bereits einige Auszeichnungen für Ihre Gründung spendino erhalten. Wie sind Sie und Ihre Mitgründer auf die Idee gekommen?

Florian Nöll: Wir haben vor knapp 2 Jahren einen Spendenaufruf im Stadion gesehen. Über den Videowürfel wurde die Kontonummer einer Spendenorganisation mitgeteilt. Spontan war jedoch keine Hilfe möglich. Das wollten wir in Zukunft ermöglichen. Im Rückblick war die Ideenfindung relativ einfach, der Weg bis zur ersten Kampagne dafür aber eine besondere Herausforderung.

business-on.de: Verdienen Sie bereits Geld mit Ihrer „mobilen Sammelbüchse“?

Florian Nöll: Unsere ersten Kampagnen sind im Mai gestartet und damit entstehen auch erste Umsätze. Uns war es, auch vor dem Hintergrund der Erfahrungen zahlreicher Web 2.0 Geschäftsmodelle wichtig, ein Unternehmen zu gründen, das auf einem einfachen Erlösmodell basiert. Aktuell ist unser Hauptaugenmerk jedoch noch auf die Produktentwicklung und das Sammeln von Kontakten und Erfahrungen gerichtet. Es ist sehr spannend zu sehen, wie die Spender in Deutschland mit dieser neuen Möglichkeit umgehen.

business-on.de: Wie verläuft die Zusammenarbeit mit Non-Profit-Organisationen in der Regel? Müssen Sie spendino den Verbänden lange erklären, bis Sie ins Geschäft kommen?

Florian Nöll: Wir stehen den Non-Profit-Organisationen als Technologiedienstleister zur Seite. Ein großer Teil unserer Tätigkeit ist in der Startphase die Aufklärung über die Einsatzmöglichkeiten des Handys im Fundraising. Das bedeutet wir zeigen die Möglichkeiten auf und geben Empfehlungen, wie sich unsere Lösung in Kampagnen integrieren lassen. Erfolgsbeispiele aus dem Ausland unterstützen dabei unsere Argumentation. Aber auch der Spendenmarkt spricht für spendino. Der Deutsche Fundraising Verband rechnet bei den Firmenspenden wegen der Wirtschaftskrise mit einem Rückgang von bis zu 40% im zweiten Halbjahr 2009. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die Aufmerksamkeit wieder auf Privatspender gerichtet wird.

„Eine SMS kostet nur ca. 10ct, ein Brief hingegen 55ct.“

business-on.de: Welcher Anteil der Einnahmen fließt an die Non-Profit-Organisationen weiter? 

Florian Nöll: Wenn Sie beispielsweise eine Non-Profit-Organisation mit 2.99 Euro unterstützen, kommen 2.82 Euro, also mehr als 94% an. Damit sind wir weltweit spitze und auch günstiger als andere Fundraisingkanäle. Aber das ist nur ein Aspekt unserer Lösung. Zusätzlich senken wir den Verwaltungsaufwand in den Organisationen, beispielsweise durch elektronische Zahlungsbelege und kostengünstige Möglichkeiten wenn es darum geht, mit dem Spender in Kontakt zu bleiben. Eine SMS kostet nur ca. 10ct, ein Brief hingegen 55ct.

business-on.de: Auf welche Marketinginstrumente setzen Sie, wenn Sie Spendenaktionen umsetzen?

Florian Nöll: Unsere Partner, die Non-Profit-Organisationen, setzen ihre Projekte eigenständig um und wissen am besten, wie soziale Kampagnen den Weg in die Öffentlichkeit finden. Wir beschränken uns auf Öffentlichkeitsarbeit und Marketingunterstützung. Das bedeutet, wir beraten unsere Partner dahingehend, wie sie unsere Werkzeuge optimal in ihre Kampagnen einbinden können.

business-on.de: Mobile gilt als einer der Trends im Internet, aber noch ist der Markt von mobilen Internetnutzern überschaubar. Wie schätzen sie das Potenzial für Ihr Startup ein?

Florian Nöll: Im Jahr 2008 haben 81% der deutschen Handybesitzer SMS versendet. Bei Transaktionen unter 15€ bevorzugen 70% der Internetnutzer mobile Bezahlverfahren, wenn sie entsprechend einfach sind. Nur eine SMS ist notwendig, um eine Spendenorganisation über spendino zu unterstützen. Der Betrag wird direkt über die Telefonrechnung abgerechnet. In Zukunft werden wir auch im Mobile Web zahlreiche Informationen über unsere Partnerorganisationen und Spendenprojekte zur Verfügung stellen. Wir glauben, dass in 5 Jahren das Handy eine wesentliche Rolle in der Kommunikation zwischen den Organisationen und ihren Spendern spielt. 

Herr Nöll, business-on.de dankt Ihnen für das Gespräch.

(Niels Petersen)


 


 

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