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Alexandra Schwarz-Schilling

Das weibliche Prinzip: Einen Rahmen schaffen, indem Menschen sich entwickeln können

Die Dominanz des männlichen Prinzips in den globalen Strukturen und Institutionen gefährdet unsere Wirtschaft, aber nicht nur das: Sie zerstört langfristig auch unsere Lebensgrundlage. Wir alle ahnen, dass uns die wirklichen Krisen erst noch bevorstehen. Die Finanz- und Wirtschaftskrise der letzten Monate war ein zartes Signal, dass wir etwas ändern sollten.

Es wird hier bald wieder aufwärtsgehen. Werden wir draus gelernt haben, bevor uns die eigentlichen Katastrophen ereilen werden? Wenn wir ehrlich sind, es sieht nicht so aus. Die Zerstörung der Regenwälder geht ungehindert weiter, trotz getroffener internationaler Vereinbarungen. In Wahrheit nimmt das Tempo der Abholzung sogar zu. Wenn wir so weitermachen - was wir tun, weil keiner die illegalen Rodungen stoppt – hat sich das brasilianische und südostasiatische Tropengebiet bald in unfruchtbare Steppe verwandelt. Zeitgleich werden die Überflutungen in anderen Teilen der Erde weiter zunehmen, da nicht genug Regenwald mehr da ist, um das Wasser zu speichern. In wieder anderen Teilen werden sich die Wüsten weiter ausbreiten. Flüchtlingsströme, Seuchen und politische Unruhen werden die Folge sein. Niemand möchte solche unbequemen Wahrheiten hören. Wir verdrängen sie lieber. „Was hat das schon mit mir und meinem Business zu tun“, fragen Sie sich vielleicht. „Und selbst wenn, was könnte ich tun?“

Fakt ist wir leben in einer durch und durch vernetzten Welt. Seit dem Zeitalter der Globalisierung fangen wir an das auch wahrzunehmen. Deswegen kann jeder etwas tun und das jederzeit. Alles beeinflusst alles. Jeder kann zunächst für sich überprüfen welchem Prinzip er verstärkt „huldigt“, dem männlichen Prinzip oder dem weiblichen Prinzip – und das unabhängig davon, ob er ein Mann oder eine Frau ist. 

Das männliche Prinzip an sich ist ein wunderbares Prinzip. Es hat uns weit voran gebracht, es geht nicht darum es schlecht zu reden. Allein seine Dominanz hat sich verselbständigt und bringt uns jetzt zunehmend in Gefahr. Anstreben sollten wir also eine Balance beider Prinzipien. Balance bedeutet Gleichgewicht. Um dieses Gleichgewicht herzustellen, müssten wir angesichts der Dominanz des männlichen Prinzips also zunächst das weibliche Prinzip verstärken. Ihm mehr Raum geben, es aufwerten und ernster nehmen. Dazu müssen wir erst einmal wissen, worum es sich denn genau handelt.

Was ist das männliche Prinzip genau? Und was ist das weibliche Prinzip genau? Die meisten Menschen haben nur eine vage klischeeartige Vorstellung, die in der Regel unvollständig ist.
Tatsächlich kann man diese beiden Prinzipien am besten veranschaulichen, indem man sich anschaut, was die Körper dazu sagen:

Wir sehen, dass das männliche Prinzip bedeutet im Schwarm von vielen Samenzellen im Wettkampf bis zur Eizelle vorzustoßen, in sie einzudringen und dann mit ihr zu verschmelzen. Wir wissen außerdem, dass es höchstens eine Samenzelle schafft, während alle anderen absterben. Wettbewerb, Konkurrenz und vor allem Zielorientierung stehen also im Zentrum des männlichen Prinzips. Dabei wird das Sterben vieler anderer Samenzellen in Kauf genommen. Das männliche Prinzip bedeutet aktiv auf etwas zuzugehen, vorzustoßen - auch in unbekanntes Terrain - und das Ziel zu erreichen. Das männliche spürt sich durch Konkurrenz, Kampf und Sieg. Das ist existentiell für das männliche Prinzip. Dabei darf es ruhig auch etwas rauer zugehen (siehe Fußball).
Das weibliche Prinzip besteht darin, sich zu öffnen, den männlichen Samen aufzunehmen, mit ihm zu verschmelzen und dann dieses durch Samen und Eizelle neu entstandene Leben aktiv zu nähren und ununterbrochen zu versorgen. Das Weibliche bedeutet, über den konkreten Vorgang der Befruchtung hinaus, an dem männliches und weibliches Prinzip beteiligt sind, viel Energie und Zeit aufzubringen, um das neu entstandene Wesen werden und wachsen zu lassen. Das Weibliche gibt ihm dafür Raum und Zeit. Dieses Raum und Zeit gewähren ermöglicht Transformation ebenso wie das permanente Zuführen von Energie in Form von Nährstoffen. Um es schließlich zu gebären und dann Prozess des Nährens, Pflegens und Rahmen Gebens außerhalb des eigenen Körpers weiterzuführen.
Der aktive Beitrag des weiblichen Prinzips an der Entstehung und Erhaltung des Lebens ist also ungleich höher als der des männlichen Prinzips. Diese Tatsache wird oft einfach übersehen. Das weibliche Prinzip besteht neben dem Öffnen, Aufnehmen und Verschmelzen darin, einen Rahmen zu bieten, in dem Menschen, Dinge, Prozesse sich entwickeln und entfalten können indem das weibliche Prinzip dafür Raum und Zeit zur Verfügung stellt. Zusätzlich werden die Menschen, Dinge, Prozesse dabei mit weiblicher Energie versorgt. Sie werden genährt.

Da der männliche Beitrag zur Entstehung des Lebens vergleichsweise kurz und wesentlich weniger aufwendig ist, ist das männliche Interesse an der Erhaltung des Lebens geringer beziehungsweise wird dem Erreichen anderer Ziele untergeordnet! Die Geschichte der letzten 5000 Jahre lehrt uns, dass vor allem Ruhm und Ehre zum Maßstab für das männliche Prinzip geworden sind. Die damit verbundenen Risiken und Nebenwirkungen haben wir schon erwähnt.

Wichtig ist an dieser Stelle, das weibliche Prinzip in seiner Vollständigkeit zu verstehen. Oft wird das weibliche Prinzip nur reduziert wahrgenommen. Dass Raum und Zeit geben dazu gehört, ist den wenigsten Menschen bewusst. Raum und Zeit geben kann man mit „einen Rahmen“ schaffen gleichsetzen, das Nähren und Energie zuführen mit Aufmerksamkeit geben. Prinzipiell huldigen wir alle dem „männlichen Prinzip“, wir halten es für das erfolgversprechendere Prinzip, was kurzfristig, tatsächlich so aussehen mag.

Was bedeutet das für unsren Alltag? Wenn Sie das weibliche Prinzip mehr kultivieren möchten, dann probieren Sie folgende Möglichkeiten:
Geben Sie sich selbst, sowie Ihren Mitmenschen mehr Raum und Zeit sich zu entfalten. Stellen Sie dafür Energie in Form von Aufmerksamkeit zur Verfügung. Konkret:

  • Vervierfachen Sie die Sequenz der Mitarbeitergespräche und vereinbaren Sie nicht nur Ziele, sondern untersuchen Sie gemeinsam, was er oder sie brauchen würde, um sich wohl zu fühlen und inspiriert zu arbeiten.
  • Führen Sie tägliche Rituale ein, die dafür sorgen, dass Sie wissen wie es Ihren Mitarbeitern und Kollegen geht und was sie brauchen. 
  • Wenn es Konflikte untereinander gibt, dann schauen Sie nicht weg, sondern schaffen Sie einen Rahmen (Raum und Zeit und Energie), indem die Spannungen bearbeitet und aufgelöst werden können. 
  • Wenn Sie eine terminliche Deadline festlegen, dann überlegen Sie, ob diese Deadline alle Beteiligten unter Druck setzt oder ob sie kreatives Arbeiten zulässt. Am besten Sie entscheiden gemeinsam über die Deadline. 
  • Wenn Sie der Meinung sind, dass ist alles nicht umsetzbar, dann überlegen Sie noch mal, ob Sie dem männlichen Prinzip weiter huldigen wollen oder ob Sie bereit wären etwas Neues zu probieren.

(Alexandra Schwarz- Schilling)


 


 

Alexandra Schwarz- Schilling
Coaching Spirale
Berlin
das weibliche Prinzip
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