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Deutsche Wirtschaft tritt in den Sommermonaten auf der Stelle

Das DIW-Konjunkturbarometer signalisiert für das laufende dritte Quartal ein Wirtschaftswachstum von 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Damit tritt die deutsche Wirtschaft in den Sommermonaten praktisch auf der Stelle. "Es wäre aber völlig abwegig, von einer Rezession zu sprechen", sagte DIW-Konjunkturexperte Stefan Kooths.

Nach dem Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Leistung im zweiten Quartal bewahren nur die Dienstleistungssektoren die deutsche Volkswirtschaft vor einem abermals negativen Quartalswachstum. Ihr Wertschöpfungsanteil beläuft sich auf gut 70 Prozent. Angesichts des sehr geringen Wertes für die Wachstumserwartung liegen auch negative Werte im Streubereich der Prognose. Hiermit wäre dann rein technisch die Definition einer Rezession erfüllt.

Diese formalistische Abgrenzung zeichnete jedoch ein abwegiges Konjunkturbild in Hinblick auf die weitere Entwicklung, die vom DIW Berlin deutlich günstiger eingeschätzt wird, als es die schwachen Wachstumswerte für das zweite und dritte Quartal zum Ausdruck bringen. Insbesondere muss der Wachstumsrückgang im Frühling vor dem Hintergrund einer ungewöhnlich kräftigen Expansion im ersten Quartal gesehen werden. Auch dürfte sich der außenwirtschaftlich bedingte Preisauftrieb in der zweiten Jahreshälfte deutlich zurückbilden, wodurch die Kaufkraft der privaten Haushalte gestärkt wird und die Binnennachfrage bei hohem Beschäftigungsstand neue Impulse erhält.

Für das Produzierende Gewerbe zeichnet sich wie schon im Vorquartal ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozent ab. Damit sind die Produktionszuwächse aus dem ersten Quartal mehr als aufgezehrt. Ähnliches gilt für die Bauwirtschaft, die nach der kräftigen Abkühlung im Vorquartal eine weitere Abschwächung um knapp 0,4 Prozent hinnehmen muss; die milde Witterung im Winter hatte die übliche Frühlingsbelebung weitgehend ausfallen lassen.

Demgegenüber kann der Bereich Handel, Gaststätten und Verkehr mit Zuwächsen rechnen, die mit 0,3 Prozent allerdings schwächer ausfallen, als noch im Vormonat erwartet wurde. Gefestigt hat sich die Wachstumserwartung für die übrigen Bereiche: Die unternehmensnahen Dienstleistungen wachsen um 0,6 Prozent, während die öffentlichen und privaten Dienstleistungen um 0,2 Prozent zulegen.

(Redaktion)


 


 

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Stefan Kooths

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