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Deutsche Umwelthilfe warnt vor fragwürdigem Fisch aus Übersee

Start Politik Wirtschaft Panorama Kultur Sport Alle Ticker Die Deutsche Umwelthilfe warnt vor fragwürdigem Fisch aus Übersee, da die Überfischung heimischer Bestände zu Billigimporten führt. Eine Kennzeichnungspflicht für Tiefkühlfisch wird gefordert.

Der Fisch auf den Tellern deutscher Verbraucher stammt nach Einschätzung der Initiative "Ocean 2012" oft aus fragwürdiger Quelle. Verantwortlich dafür ist nach einem am Donnerstag in Berlin vorgestellten Bericht des Umweltbündnisses die anhaltende Überfischung europäischer Bestände.

Verbraucher griffen aus diesem Grund immer öfter zu aus fernen Ländern importiertem Fisch: Laut einer von der spanischen Universität von Oviedo vorgelegten Studie habe es sich bei rund einem Drittel des verkauften Seehechts um afrikanischen und nicht um den rund doppelt so teuren in Europa gefangenen Seehecht gehandelt.

Verbraucher durch Falschetikettierung getäuscht

Auch seien "in einigen Fällen Arten mit geringem Wert als höherwertige Fischprodukte vermarktet und gekennzeichnet" worden, heißt es weiter. Bei stichprobenartig durchgeführten DNA-Untersuchungen habe sich zum Beispiel Fisch, der als "Pazifischer Kabeljau aus nachhaltigen Quellen" deklariert war, als Kabeljau aus dem überfischten Atlantik entpuppt.

"Indem man falsch gekennzeichnete Fischprodukte als am Markt wertvollen oder sogar als nachhaltig gefangenen Fisch verkauft, täuscht man bewusst die Öffentlichkeit", sagte Nina Wolff, Meeresschutz-Expertin bei der Deutschen Umwelthilfe (DUH).

Vor diesem Hintergrund forderte die DUH die EU auf, die Kennzeichnungspflicht für Fisch künftig auch auf verarbeitete Produkte, wie etwa Fischgerichte aus dem Tiefkühlregal oder panierten Fisch auszuweiten. "Um nachzuvollziehen, ob es sich um ein naturverträgliches Fischprodukt handelt, sollte künftig zusätzlich die Angabe der Fangmethode verpflichtend sein", forderte Wolff.

Die Deutschen fliegen auf Pangasius

Zudem würden einheimische Arten wie Kabeljau und Seehecht durch den Import von in Südostasien gezüchteten Pangasius zunehmend vom Markt verdrängt. "Während Pangasius hierzulande noch bis vor sieben Jahren so gut wie unbekannt war, hat sich die Bundesrepublik inzwischen zu einem Hauptabnehmer entwickelt", heißt es in dem Bericht.

Der Importanteil von Pangasius in die EU sei zwischen 1999 und 2009 von 2.000 auf 220.000 Tonnen hochgeschnellt. Den Angaben zufolge isst jeder Bundesbürger statistisch gesehen knapp 16 Kilogramm Fisch pro Jahr, Tendenz steigend.

(Markus Henrichs dapd)


 


 

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