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DIW Berlin legt Bad-Bank-Modell vor

DIW: Staat soll toxische Papiere zum Null-Wert übernehmen

Finanzmärkte im Umbruch: Krise und Neugestaltung

Das neue Vierteljahrsheft zur Wirtschaftsforschung ist ganz der Analyse der Finanzmarktkrise gewidmet. Es enthält Forschungsergebnisse unter anderem zur Leistung der EZB , zur Krisenresistenz von Privathaushalten und zu Bilanzvorschriften. Daneben untersuchen die Autoren tiefere Ursachen wie Herdentrieb und die "Illusion vom Hausbesitz für alle". Die Autoren skizzieren Auswege aus der Krise und formulieren Reformvorschläge. Außerdem dokumentiert das Vierteljahrsheft die nach wie vor aktuellen Empfehlungen von Klaus Zimmermann und anderer führender Ökonomen zur "Rettung unserer Arbeitsplätze und Ersparnisse" vom Oktober 2008.

Ohne Bad Bank droht eine schwere Kreditklemme

Werden die drohenden Ausfälle nicht beherrscht, so droht folgendes Szenario : Die Aufsichtsbehörden sind gezwungen, eine Bank zu schließen, deren Kernkapital unter die Grenze von vier Prozent fällt. Die Erwartung einer drohenden Schließung würde die Marktteilnehmer verunsichern und die betroffenen Banken von den Kapitalströmen weiter isolieren. Banken müssen ihre Kreditvergabe reduzieren, wenn ihnen das nötige Eigenkapital zur Unterlegung fehlt. Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass Unternehmen außerhalb des Bankensektors in eine Kreditklemme geraten. Außerdem tendieren Bankmanager überschuldeter Institute dazu, ein sehr riskantes Investitionsverhalten an den Tag legen - in der Hoffnung, sich mit einem Erfolg doch noch retten zu können. Denn die eingeschränkte Haftung sorgt dafür, dass das Verlustrisiko nicht auf den Bankmanager zurückfällt.

Angesichts dieser drohenden Entwicklung verfolgt das DIW Berlin mit seinem Modell für eine Bad Bank drei zentrale Ziele: "Im Vordergrund steht, dass die Banken endlich wieder ihren Job machen - dies gelingt nur, wenn wir die unkalkulierbaren Risiken aus dem System herauslösen", sagte DIW-Forschungsdirektorin Dorothea Schäfer.

Zweitens sind die Gesamtkosten aus der Bankenrettung für den Steuerzahler zu minimieren. "Drittens schließlich dürfen wir Bankmanagern keinerlei Anreiz bieten, sich bei hoch riskanten Geschäften auf den Staat als Retter zu verlassen," so Dorothea Schäfer.


 


 

DIW Berlin
Bad-Bank-Modell

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