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DIW Berlin legt Bad-Bank-Modell vor

DIW: Staat soll toxische Papiere zum Null-Wert übernehmen

Verluste für den Steuerzahler sollen so gering wie möglich sein

Das DIW-Modell sieht fünf Eckpfeiler für die geforderte Bad Bank vor:

- Verkaufspreis null: Die Problemaktiva werden vor Auslagerung auf der Basis des gegenwärtigen Verkaufspreises wertberichtigt. Unverkäufliche Aktiva gehen an den Staat zu einem Preis von null.

- Staat stockt Eigenkapital auf: Der Staat rekapitalisiert die verbleibende "Good Bank" mittels Anteilserwerb, im Extremfall kommt es zur Übernahme durch den Staat.

- Staat verwertet Problempapiere: Die Bad Bank wird durch den Staat mit Eigenkapital ausgestattet - der Staat wird also Eigentümer. Die weitere Verwertung der Problemaktiva erfolgt durch den Staat auf eigene Kosten. Verbleiben nach Abzug der Betriebskosten Überschüsse aus der Verwertung der Problemaktiva, so werden diese an die Altaktionäre zurückgegeben.

- Verpflichtende Teilnahme systemrelevanter Banken: Es wird festgelegt, welche Banken systemrelevant sind. Diese werden zur Programmteilnahme verpflichtet.

- Klarer Fahrplan für Reprivatisierung: Der öffentliche Kapitalgeber gibt eine glaubwürdige Reprivatisierungsperspektive für seine Anteile an der Good Bank bekannt. Dazu wird bereits bei Einrichtung der Bad Bank verbindlich festgelegt, wie lange der Staat nach Schließung der Bad Bank Zeit hat, seine Anteile an der Good Bank zu verkaufen.

Ein kritischer Punkt ist die Frage, zu welchem Preis die Problemaktiva von der Bad Bank übernommen werden sollen. Die DIW-Position ist klar - zum Null-Wert: "Die Übernahme der unverkäuflichen Problemaktiva durch den Staat zum Null-Preis schafft Transparenz und vermeidet hohe Kosten der Wertermittlung," sagte DIW-Forschungsdirektorin Schäfer. "Vor allem stellt sie sicher, dass zunächst die Aktionäre und nicht die Steuerzahler die Kosten des Scheiterns tragen müssen."

"Banker müssen wieder mit einem Risiko rechnen müssen"

Auf diese Weise würde auch das moralische Risiko eingegrenzt, dass sich Bankmanager und Aktionäre bei ihren zukünftigen Aktionen auf die Hilfen des Staates verlassen. Auch vor dem Hintergrund der fehlenden Möglichkeit zu einem aktiven Management der Forderungen ist die Übernahme zu einem Preis von null gerechtfertigt. Die Ausgangskapitalisierung der Bad Bank wird so auf einem geringen Niveau gehalten.

Die Kosten für die Ausstattung der sanierten Good Banks mit frischem Eigenkapital bezifferte das DIW Berlin auf 200 bis 300 Milliarden Euro - sie entsprechen den geschätzten Ausfällen aus den Problemaktiva. Dazu kommen für die Bad Bank einmalige Einrichtungs- und jährliche Betriebskosten.

"Das Entscheidende daran ist, dass diese Summe nicht für die Kapitalisierung der Bad Bank gebraucht wird," so Dorothea Schäfer. "Denn wir gehen davon aus, dass die Problempapiere zu einem Preis von null übertragen werden. Die Summe wird gebraucht, um die verbleibenden Good Banks zu rekapitalisieren. Dass heißt, der Staat bekommt dann auch etwas dafür, nämlich eine risikoarme Beteiligung an den Good Banks."

(Redaktion)


 


 

DIW Berlin
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