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  • 07.04.2017, 11:01 Uhr
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  • Berlin
ECHO BERLIN 2017

Popstars, Sternchen, Rocklegenden und Skandälchen: „Kommerzkacke“ und Zeitgeistgeplapper vereint und mit Echo

Auftakt für das nächste Kapitel der Echo-Geschichte: Gestern abend ist in der Messe Berlin zum 26. Mal der Deutsche Musikpreis vergeben worden. Einige Kritik gab es im Vorfeld und ein satirisches Video auf youtube von Jan Böhmermann.

Die Umgestaltung des Preises in diesem Jahr – mehr Stimmgewicht für die Jurys und dadurch mehr Überraschungs- und Spannungsmomente, eine Kürzung der Kategorien und dadurch eine dynamischere Show sowie last but not least Vox als neuer Sender – kam bei Publikum und Branche gut an.

Moderiert von Xavier Naidoo und Sasha, herrschte eine ausgelassene Stimmung. Bei vielen der Auftritte und Preisübergaben gab es Standing Ovations. Zu den Gewinnern gehörte unter anderem Ina Müller, die den Echo in der Kategorie „Künstlerin Pop national“ bekam, den „Hit des Jahres" steuerte Drake feat. WizKid & Kyla bei und der Echo für "Hip-Hop/Urban national" ging an die Beginner, die darüber hinaus den „Kritikerpreis national“ erhielten. Udo Lindenberg wurde als „Künstler Pop national“ und für das „Album des Jahres“ ausgezeichnet. Die Jury wählte zudem Andreas Herbig, Henrik Menzel und Peter „Jem“ Seifert für „Stärker als die Zeit“ zu den Produzenten des Jahres. Doppelt ausgezeichnet wurde darüber hinaus Rag ’n' Bone Man.

Der Echo für soziales Engagement ging an Viva con Agua. Ein alternatvier Ansatz, der zu loben ist! Auch die Mannheimer Popakademie Baden-Württemberg wurde als Partner des Jahres geehrt. Handelspartner des Jahres ist Dussmann das KulturKaufhaus aus Berlin. Ein Sonderpreis ging an Prof. Dr. Lutz Neugebauer, Mitgründer des Nordoff/Robbins Zentrums in Witten.

„Ich freue mich, dass wir auch dieses Jahr den Echo und mit ihm die Spitzen der Berliner und internationalen Musikbranche in unserer Stadt willkommen heißen dürfen“, so Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin. „Musikerinnen, Musiker und Kreative aus der ganzen Welt zieht es ungebremst nach Berlin, die Stadt der Freiheit und der kreativen Freiräume. Es gilt nun, da Intoleranz und Ausgrenzung salonfähig werden, weltweit für diese Freiheit und Offenheit zu kämpfen. Die Musikszene gibt mir in dieser Hinsicht viel Hoffnung.“  

Nichtsdestotrotz bemängeln viele, dass das Musikbusiness in Deutschland eher langweilig und bieder und sehr unprofessionelle daher kommt – im Gegensatz  zu Großbritannien, wo die Musikindustrie einen höheren Stellenwert (vergleichbar mit der deutschen Autoindustrie hier), mehr Professionalität und mehr Glamour vorzuweisen hat. Und so präsentiert die deutsche Musikindustrie eher Gebraucht- und Kleinstwagen und jede Menge Abklatsch. Musikposemuckel in good old german, auch wenn man die youtube-Sternchen betrachtet oder gar anhören muss.

Der Satiriker Jan Böhmermann jedenfalls hat kurz vor der diesjährigen Verleihung mit dem "Echo" abgerechnet. Man ehre zu oft "seelenlose Kommerzkacke", sagte er einem Video auf dem You-Tube-Kanal seiner Sendung "Neo Magazine Royale". Und tritt den Beweis mit einem preisverdächtig weichgespülten Song an, der aus Tweets, Werbessprüchen und Textzeilen aus Popsongs besteht. Willkürlich ausgewählt von fünf Schimpansen, die - falls es der Song in die Charts schafft - bei der nächsten Preisverleihung auf der Nominiertenliste stehen sollen. Möglicherweise klappt das sogar: Schon nach kurzer Zeit schaffte es der Song in die Top 20 der iTunes-Charts. (Zitat vom Berliner Regioalsender rbb um 6). Und

Tote Hosen-Frontmann Campino "echote" daraufhin bei der Veranstaltung gestern über den ZDF-Showmann: "Lieber uncool sein als ein cooles Arschloch, das sich nicht konstruktiv einbringen kann". Zudem sprach der Düsseldorfer Sänger von "Böhmermannschem Zeitgeistgeplapper".

Eine vollständige Übersicht über alle Preisträger gibt es unter  www.echo-deutscher-musikpreis.de.

(Redaktion)


 

 

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