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  • 13.04.2018, 10:32 Uhr
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ECHO BERLIN 2018

Rapper, Rockstars und Randale auf dem Echo 2018 in Berlin

Gestern wurde zum 27. Mal der deutsche Musikpreis Echo in der Messe Berlin verliehen. Trotz bunter Auftritte nationaler und internationaler Stars überschattete die antisemitische Songzeile des Rapperduos Farid Bang und Kollegah den Abend.

In 22 Kategorien wurden je fünf Kandidatinnen oder Kandidaten nominiert. Als Favoriten gingen Ed Sheeran und Bausa mit je vier Nominierungen in den Abend. Das Besondere in diesem Jahr war, dass es zum erste Mal keinen Moderator geben sollte. Der Echo 2018 stand ganz unter dem Motto „Von Musikern für Musiker“, so dass sich die Künstler gegenseitig die Laudatio hielten und die Preise übergaben. Dennoch war ab und an Vox-Moderator Amiaz Habtu vor der Kamera zu sehen, wie zur Verkündung der kritisierten Rapper Farid Bang und Kollegah als Gewinner.

Deutsches Rapper-Duo sorgt für Furore vor und während der Verleihung

Schon im Vorfeld hatten die deutschen Rapper Kollegah und Farid Bang für Aufregung gesorgt bezüglich der Nominierung ihres Albums „Jung, brutal, gutaussehend 3“ und eine Debatte über künstlerische Freiheit und ihre Grenzen entfacht. Mittelpunkt der Kritik ist die Textzeile „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ aus dem Song „0815“. Nicht nur der Zentralrat der Juden und das internationale Auschwitz-Komitee zeigten sich im Vorfeld empört. Auch Tote Hosen Sänger Campino äußerte sich kritisch nach der Entgegennahme des Musikpreises in der Kategorie "Rock National" auf der Bühne und erklärte er habe überlegt ob es sinnvoll sei dem Event beizuwohnen. Campino erhoffe sich durch die entstandene Debatte würde sich ein anderes Bewusstsein etablieren, was als Provokation erträglich sei und was nur dazu da sei, um zu zerstören und andere auszugrenzen. Für seine Ansprache bekam der Sänger laute Jubelrufe aus dem Publikum. Für ihn sei diese Grenzen überschritten, wenn es um „frauenverachtende, homophobe, rechtsextreme, antisemitische Beleidigungen geht und Diskriminierung jeder anderen Religionsform.“ Trotz aller Kritik konnten die beiden umstrittenen Rapper in der Kategorie „Hiphop/Urban National“ den Preis für sich gewinnen. „Das fühlt sich jetzt fasst an wie ein Trostpreis nach Campino“, kommentiert Farid Bang die Annahme des Preises. Auch aus dem Publikum waren wechselhaft Applaus und Buhrufen zu hören. Bei der Ansprache des zweiten im Bunde, Kollegah, ließ das Publikum seinen Unmut mit lauten Buh-Rufen und Pfiffen freien Lauf, als dieser eine Zeichnung des Tote Hosen Sängers, in die Kamera hielt und erklärte: „Als Zeichen des Friedens habe ich die Zeit genutzt und ein schönes Portrait gezeichnet, das ich zu einem guten Zweck versteigern werde“ und erklärte Campino hätte sich zu einer „moralischen Instanz aufgespielt“.

Ed Sheeran bekommt drei Preise, Schlagersängerin Helene Fischer erhält ihren 17. und Mark Foster und Alice Merton den ersten

Zu den Gewinnern gehörte unter anderem Alice Merton, die den Echo in der Kategorie „Künstlerin Pop National“ gewann, den männlichen Gegenpart als „Künstler Pop National“ erhielt Mark Forster. Beide erhielten am gestrigen Abend ihren ersten Echo. Gleich drei Echos konnte der britische Sänger und Songschreiber Ed Sheeran in den Kategorien „Künstler International“, „Hit des Jahres" mit seiner Single „Perfect und „Album des Jahres“ für sein Erfolgswerk „Divide“ für sich entscheiden. Leider war dieser nicht persönlich anwesend, sondern bedankte sich per Videobotschaft aus Japan. Auch Sängerin Pink gewann zwar einen Preis in der Kategorie „Künstlerin International“ war allerdings ebenfalls nicht persönlich anwesend zur Entgegennahme. Nach 16 bereits gewonnen Echos, kann Helene Fischer nach dem gestrigen Abend nun einen Weiteren in ihr Trophäenregal stellen und ihren Rekord als Star mit den meisten Echos ausbauen. Diesen hat sie, wie soll es auch anders sein, in der Kategorie „Schlager“ gewonnen. Weitere Sieger am Donnerstag abend waren der deutsche DJ und Produzent Robin Schulz in der Kategorie „Dance National“ und die Band Santiano in der Kategorie „Volkstümliche Musik“.

Internationale Popstars sorgen für lockere Stimmung

Zwischendurch boten internationale Popstars wie Luis Fonsi, Kylie Minogue,Rita Ora & Liam Payne, Shawn Mendes und Jason Derulo für musikalische Unterhaltung. Und auch zum Ende hin wurde es nochmal emotional, als der Grafiker und Musiker Klaus Voormann, der auch als fünfter Beatle bezeichnet wurde, die Auszeichnung für sein Lebenswerk entgegennahm. Per Videobotschaft gratulierte ihm dazu auch Musik Ikone Paul McCartney. Obwohl das Ende der Verleihung bereits erreicht war, erhielt Vormann zur Annahme des Preises Standing Ovations im Saal.

Die stillen Echos am Vorabend der Verleihung

Am Vorabend der Echo-Verleihung 2018 wurden im Rahmen eines Dinners auf Einladung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller, die ersten Preisträger geehrt. Mit dem Echo für „Soziales Engagement“ wurde das Benefiz-Festival Peace by Peace von Fetsum Sebhat und Tedros „Teddy“ Twelde ausgezeichnet, das seit 2016 in der Berliner Waldbühne stattfindet und mit dem Kinder auf der Flucht unterstützt werden. In der Kategorie „Handelspartner des Jahres“ ging der Echo an den Musik-Streaming-Dienst Apple Music, den Echo in der Kategorie „Partner des Jahres“ holte sich Alexander Schulz als Geschäftsführer des Reeperbahn Festivals ab.

Nadine Krägeloh

(Redaktion)


 

 

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