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INTERVIEW EINHEITS-SPECIAL

Im Interview: Brigitte Hagedorn, Gründerin und Geschäftsführerin bei audio:beiträge besetzt gerne Nischen

2003 hat sie die Werkstatt für audio:beiträge in Berlin gegründet. Bereits in den 90er Jahren begeisterte sich Brigitte Hagedorn für die Gestaltung aus gesprochenem Wort und Geräuschen. Erste Hörfunkerfahrungen sammelte sie beim Radio.

Berlin, the place to be? Mein Unternehmen ist in Berlin tätig, weil man es in Berlin wagen kann, eine Nische zu besetzen.Berlins Gründerszene bot 2002, als ich die Idee für meine Firma entwickelte, ein enormes Angebot an Möglichkeiten. So viel Energie, Mut und Ideen flossen hier zusammen – das kannte ich aus keiner anderen Stadt. Besonders deutlich wurde es mir, als ich einige Beiträge zum Thema »Gründung« für den RBB erarbeitete. Ich erhielt Einblicke, die mein eigenes Engagement, mich selbstständig zu machen, beförderten. Ich konnte Netzwerke aufbauen, an Erfahrungen teilhaben, gelangte an wichtige und beflügelnde Informationen von anderen Gründer /innen. Die Leute waren offen und bereit zusammenzuarbeiten, sich gegenseitig zu animieren und zu stimulieren.

Wie sieht die Zukunftsvision für Ihr Unternehmen oder Ihrer wissenschaftlichen Einrichtung aus? Welche visionären Veränderungen stehen bis 2030 an?
Während meine Firma 2030 erst 27 Jahre jung wäre, würde ich schon die 65 feiern. So weit reichen meine Ziele bislang nicht. Ich wünsche mir jedoch, dass Podcasting bis dahin zu einem etablierten Medium wird, jeder seine Möglichkeiten kennt und damit tagtäglich und ganz selbstverständlich umgeht. Die Menschen sollen es nutzen für ihre Unterhaltung, für ihre individuelle Weiterbildung. Außerdem kann der Einzelne mit diesem Medium selbst zum Sender werden und auf seine ganz eigene persönliche Art sein Thema anderen zu Gehör bringen. Gern würde ich mit meiner Dienstleistung dazu beitragen.

Erzählen Sie uns eine Anekdote aus Ihrer Erfolgsgeschichte, wie sie nur in Berlin hat stattfinden können.

Durch meinen Mann und seine Familie habe ich immer wieder Geschichten davon gehört, wie sich der 9. November 1989 zutrug. Das war wahnsinnig spannend! Sofort war mir klar, dass man diese Geschichten sammeln und anderen Leuten zu Gehör bringen muss – nicht durch trockenen Lesestoff, sondern durch das gesprochene Wort. So entstand 2009 anlässlich 20 Jahre Fall der Berliner Mauer mein Mauer-Projekt: Ein Jahr lang wollte ich an jedem 9. des Monats eine ganz persönliche Geschichte zum Thema als Podcast veröffentlichen. Ich interviewte dazu Menschen aus Ost und West, Jung und Alt, aus allen sozialen Schichten. Es war spannend zu erfahren, welche Eindrücke, welche Ängste, aber auch welche Visionen in den Menschen schlummerten. Einige hatten Angst, nach Westberlin zu fahren, weil sie befürchteten, dass die Mauer hinter ihnen wieder hochgezogen wird. Manche haben den Abend des 9. November schlichtweg verschlafen. Es entstanden zwölf O-Ton-Collagen, die die Stimmungen der Erzähler/innen gut wiedergaben – das Thema war selbst nach 20 Jahren noch hoch emotional aufgeladen. Meine Idee gewann den European Podcast Award. Mittlerweile gibt es 30 000 Downloads und inzwischen eine App eines Hamburger StartUps, die an den Orten des Geschehens auch meine Mauerfallbeiträge abspielt. Selbst ich stehe manchmal noch am Potsdamer Platz und habe eine Ostberlinerin im Ohr, die mir erzählt, wie sie damals an diesen noch öden, heute turbulenten prominenten Platz kam. Wandel wird so lebbar, man steckt mittendrin – die Geschichte direkt im Kopf. (Quelle be berlin / IHK) 

Mehr Informationen über das Unternehmen auf audiobeitraege.de

Das Interview führte sie für die Berlin Kampagne im letzten Jahr (2014)  / VÖ mit freundlicher Genehmigung von be berlin

(Redaktion)


 


 

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