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GfK-Einzelhandelsstudie

Einzelhandels-Umsatzvolumen: Berlin ist klare Nummer 1

Trotz Finanzkrise und drohender Rezession in Deutschland kann es dem Einzelhandel in diesem Jahr gelingen, stabile Umsätze zu erwirtschaften. Die aktuelle Studie „GfK POS Umsatz 2009“ der GfK GeoMarketing zeigt, dass manche Regionen im Jahr 2009 Umsätze erreichen, die weit über die vor Ort ansässige Kaufkraft hinausgehen.

Den Ergebnissen zufolge wird der Umsatz im stationären Einzelhandel 2009
im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich stabil bleiben und ein Volumen von
399 Milliarden Euro erreichen. GfK Vorstandsvorsitzender Professor Dr.
Klaus L. Wübbenhorst wertet diese Ergebnisse als positive Botschaft für den
Einzelhandel: „Angesichts der erwarteten geringen Inflationsrate können die
Einzelhändler damit trotz des derzeit schwierigen wirtschaftlichen Umfelds
zufrieden stellende Ergebnisse erzielen.“ Die Studie „GfK POS Umsatz 2009“
prognostiziert die Umsätze am „Point of Sale“, dem Standort des Verkaufs
und spiegelt so die regionale Verteilung der Einzelhandelsumsätze (ohne
Kfz-Handel, Brennstoffe und Tankstellen) wider.

Betrachtet man die absoluten POS-Umsätze auf Kreisebene, so liegen erwartungsgemäß die großen Metropolen an der Spitze. Neben den Großstädten
schaffen es nur drei – einwohnerstarke – Landkreise in die Liste der TOP 15, auf die mit 83,6 Milliarden Euro mehr als 20 Prozent des gesamten POS-Umsatzes in Deutschland entfallen.

Umsatz pro Kopf: Kleinere Städte liegen vorn

Mit Blick auf die Umsätze pro Einwohner verändert sich das Ranking. Ganz
vorne liegen nun eher kleinere – vor allem bayerische – Städte. Gerade im
ländlichen Raum erfüllen sie eine Zentrenfunktion und ziehen Einkäufer
auch aus weiter entfernten Regionen an. So erzielen sie deutlich höhere
Einzelhandelsumsätze.

Spitzenreiter Straubing verzeichnet mit rein rechnerisch 11.830 Euro je Einwohner
fast das Zweieinhalbfache des Bundesdurchschnitts von 4.850 Euro.
Berlin, Spitzenreiter bei den absoluten POS-Umsätzen, erreicht nur noch
Rang 122, liegt aber ebenfalls über dem Durchschnitt. In der Hauptstadt
entfällt auf jeden Einwohner ein Einzelhandelsumsatz von rund 5.000 Euro.
Schlusslicht ist der Landkreis Kaiserslautern. Hier ergab die Studie einen
Pro-Kopf-Umsatz von 2.630 Euro.

Allerdings ist bei diesen Werten zu beachten, dass sie in erster Linie eine
mathematische Vergleichsgröße darstellen. Der Einzelhandel am jeweiligen
Ort wird keineswegs nur von den Einwohnern bestritten. Die Werte liefern
jedoch erste Anhaltspunkte über die Anziehungskraft, die der Einzelhandel
in den einzelnen Gebieten ausübt.

Große Unterschiede auf Gemeindeebene

Während die Pro-Kopf-Umsätze in den 429 untersuchten Kreisen zwischen
rund 2.600 und etwa 11.800 Euro schwanken, geht die Schere auf der Ebene
der Gemeinden deutlich weiter auseinander. Auf der einen Seite finden
sich Gemeinden – meist im Umfeld von Großstädten – in denen sich umsatzstarke Einzellhandelsbetriebe oder Einkaufszentren angesiedelt haben.
In anderen Gemeinden findet dagegen kaum mehr Einzelhandel statt. So
erklärt sich, dass zwischen Schlusslicht Schkopau in Sachsen-Anhalt (etwa
800 Euro je Einwohner) und Spitzenreiter Mülheim-Kärlich in Rheinland-
Pfalz (etwa 25.600 Euro je Einwohner) wirklich „Einzelhandels-Welten“ liegen:
Das Rhein-Mosel-Einkaufszentrum in Mülheim-Kärlich zieht täglich bis
zu 25.000 Kunden aus der ganzen Region an.

Zur Studie

Der GfK POS-Umsatz spiegelt die regionale Verteilung der Einzelhandelsumsätze wider. Er ist definiert als Umsatz des Einzelhandels mit Ausnahme von Kfz-Handel, Brennstoffen, Tankstellen und Versandhandel. Einbezogen werden Umsätze von Bäckern, Konditoren und Fleischern. Der GfK POS-Umsatz wird jährlich berechnet.

(Redaktion)


 


 

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