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  • 17.06.2016, 17:39 Uhr
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FIM / MANAGERINNEN

FIM Netzwerktreffen mit Diskussion zum Mangerinnen Barometer

In dieser Woche trafen sich in einem Charlottenburg mal wieder die FIM-Frauen, um sich auszutauschen und zu diskutieren.

Das FIM ist ein Netzwerk von und für Frauen in Führungsverantwortung und selbstständig tätige Frauen. Gegründet wurde der Verein im Jahre 1987 von Frau Dr. Helga Stödter in Hamburg. FIM bietet einen fach- und branchenübergreifenden Erfahrungsaustausch zwischen Frauen in Managementfunktionen, setzt sich aktiv für die Interessen von Frauen ein und vernetzt Menschen und Organisationen, die ebenfalls das Ziel haben, die Gleichstellung von Frauen und Männern im Beruf, in der Wirtschaft, in der Politik und in der Gesellschaft herzustellen. Die Mitglieder setzen sich aus Angehörigen aller Berufsbereiche zusammen. Und so war in der Regionalgruppe Berlin-Brandenburg von Universitätsprofessur über Softwarefirmenführung und Forschungsdirektorin,  Banken- und Finanzmanagerin bis zum Coaching-Unternehmen eine breite Spannbreite an weiblichen Führungskräften vertreten. Sie alle hörten dem Vortrag von Elke Holst vom DIW (Deutsches Institut für Wirtschaft) zu, die die  Ergebnisse des Managerinnen-Barometer vortrug. Demnach bleiben Spitzengremien großer Unternehmen in Deutschland Männerdomänen. Doch die Quotenregelung hat – laut Tabellen und Statistik – schon etwas bewirkt.  

„In den Vorständen hat sich praktisch nichts getan. Sie bleiben männliche Monokulturen, trotz der Selbstverpflichtung zu mehr Frauen in Führungspositionen, die die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft im Jahr 2001 eingegangen sind. Das ist keine positive Bilanz“, sagt Elke Holst, Forschungsdirektorin für Gender Studies am DIW Berlin, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Anja Kirsch von der Freien Universität Berlin die Frauenanteile in insgesamt über 500 Unternehmen, Banken und Versicherungen untersucht hat. Etwas besser vertreten sind Frauen in Aufsichtsräten: Sowohl in den Top-200- als auch in den Top-100-Unternehmen ist der Frauenanteil im Jahr 2014 um rund drei Prozentpunkte auf jeweils etwa 18 Prozent gestiegen. Höher lag er mit knapp 25 Prozent in den 30 im Deutschen Aktienindex (DAX) vertretenen Unternehmen. Hier wirkte sich offenbar die Diskussion um die Frauenquote auf die Entwicklung der Frauenanteile aus. „Dennoch bleibt jede Menge zu tun, bis Frauen und Männer in Spitzengremien auch nur annähernd in ähnlichem Ausmaß vertreten sein werden“, so Holst. Hinzu kommt, dass die in Aufsichtsräten vertretenen Frauen mehrheitlich von der Arbeitnehmerseite entsandt werden. Die Kapitalseite holt allerdings Schritt für Schritt auf. Kleine Lichtblicke in der Gläsernen Decke. Insbesondere der krasse Gender Pay Gap in Deutschland sorgte jedoch (immer wieder) für Verärgerung. Viel besser stehen da die Frauen in Frankreich da und auch in Norwegen und Schweden, wo die Gehälterfrage offen diskutiert wird, sieht es besser aus.

Und so stellt man in de FIM-Diskussionsrunde auch fest: Die geplante gesetzliche Frauenquote allein kann die Welt nicht ändern. Neben einer systematischen Verbesserung der innerbetrieblichen Aufstiegsmöglichkeiten für Frauen bis in höchste Führungsebenen müssten Einstellungen, Beförderungen und Gehaltsstrukturen transparenter sowie Karrieremodelle, Arbeitszeiten und Anwesenheitspflichten flexibler gehandhabt werden. Vorschläge hierzu kamen von den Netzwerkerinnen reichlich. Insbesondere mehr Transparenz in der Gehälterfrage wäre hilfreich. Dirigistische Maßnahmen scheinen auch besser zu zünden, als die ewigen Appelle. Die meisten Unternehmen – insgesamt wird die Frauenquote nach derzeitigem Stand 108 Unternehmen betreffen – stehen also weiterhin vor großen Herausforderungen.

Genug Vorschläge und Frauen, die diese Positionen besetzen könnten, gibt es bereits. Das beweisen auch die Netzwerk-Treffen der FIM-Frauen. Doch auch diese müssen sich eingestehen: Zusätzlich müssten sich unter anderem die Unternehmenskultur noch viel stärker für Frauen in Führungspositionen öffnen und verbindliche Zielgrößen auch für Vorstände festgelegt werden, in denen sämtliche Unternehmensgruppen einen noch größeren Aufholbedarf haben als in den Aufsichtsräten. Wichtig seien zudem flexiblere Karriere- und Arbeitszeitmodelle sowie verbesserte Möglichkeiten der Kinderbetreuung, um Beruf, Familie und in vielen Fällen auch die Pflege Angehöriger besser vereinbaren zu können. Old Girls Netzwerke wie FIM machen es vor: hiervon bräuchte Deutschland noch viel, viel mehr. Mehr Informationen auf FIM.

(Redaktion)


 

 

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