Sie sind hier: Startseite Berlin Aktuell
Weitere Artikel
  • 19.03.2016, 13:58 Uhr
  • |
  • Berlin
FINANZEN / EQUAL PAY DAY 2016

Rote Karte für Lohnungleichheit: zum Equal Pay Day

Heute wehen nicht nur die Fahnen des Equal Pay Day am Großen Stern in Berlin, sondern vor Rat- oder Gemeindehäusern in ganz Deutschland. Damit soll gemeinsam der Lohnlücke gedacht werden, die in Deutschland weiterhin rund 22 Prozent beträgt.

Start war bereits am 18.03.2016 um 11 Uhr am Großen Stern in Berlin unterhalb der Statue der Siegesgöttin Viktoria. Von der Siegessäule ging es entlang der Straße des 17. Juni zu der um 12 Uhr beginnenden Kundgebung am Brandenburger Tor. Elke Ferner, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: „Obwohl Frauen heute so gut ausgebildet sind wie nie zuvor, stagniert die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern bei rund 22 Prozent. Die Gründe für den Gender Pay Gap sind bekannt – doch nur, weil die Lohnlücke zu erklären ist, ist sie noch lange nicht gerecht. Das Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit ist richtig und notwendig, um das Recht auf gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit auch durchzusetzen.“ Henrike von Platen, Präsidentin BPW Germany: „Seit 2008 organisiert der BPW Germany den Equal Pay Day in Deutschland".

In diesem Jahr sind es 79 Tage, die Frauen ab Jahresbeginn bis zum 19. März umsonst arbeiten.

Gleiches Gehalt für gleiche Arbeit? Nicht in Deutschland. Hierzulande ist der Lohnunterschied so groß wie in wenigen anderen Ländern Europas. Im Vergleich mit männlichen Kollegen arbeiten deutsche Frauen im gleichen Job im Schnitt über zwei Monate gratis. Seit Jahren steht diese Zahl da wie in Beton gegossen! Das zeigt, wie wichtig der #EPD2016 ist. Es wurde zwar geschafft, das Thema in der Gesellschaft zu verankern, doch das ist nur ein Anfang. Denn Männer und Frauen, Unternehmen und Politik, die Gesellschaft als Ganzes – alle sind aufgerufen, Lösungen zu finden und für faire Bezahlung zu sorgen. Das proklamiert der Tag jedes Jahr aufs Neue.

Auch am diesem Samstag, den 19.03.2016 zieht der Demozug weiter zum Stadtmuseum Berlin im Ephraim-Palais. Auch dort werden ab 14 Uhr die Fahnen wehen und symbolisch zum Red Dinner geladen. Von dort aus geht der Demozug in das gesamte Land und endet erst dann, wenn Frauen und Männer fair bezahlt werden, so die Veranstalterinnen. Vieles auf dem Weg zur Entgeltgleichheit, wie die Einführung des Mindestlohns, ist schon erreicht. Doch weitere Schritte folgen, kündigen sie an, wie das Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit, das Pflegeberufegesetz oder das Rückkehrrecht von Teilzeitauf Vollzeitbeschäftigung. Gleichzeitig muss auch in den Köpfen ein Umdenken stattfinden. Rollenbilder müssen abgebaut und Dialoge geführt werden – so lange, bis sich etwas ändert, und zwar dauerhaft. Bis Mütter in Führung, Väter in Teilzeit, Frauen in MINT-Berufen, Männer in Kitas und „gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit“ Normalität darstellen. Equal Pay ist kein Frauenthema, sondern ein Gewinn und eien Notwenigkeit für eine soziale und gerechte (demokratische) Marktwirtschaft für alle.So lautet die Botschaft.

In ganz Deutschland wird es heute deshalb Aktionen zum Equal Pay Day geben. Wie auch in den vergangenen Jahren werden deutschlandweit über 1.000 Aktionen engagierter Mitstreiterinnen und Mitstreiter erwartet, die eine faire Bezahlung von Frauen und Männern einfordern.

Anschauliche Informationen zum Schwerpunktthema Berufe mit Zukunft bietet zudem die Kampagnen-Website www.equalpayday.de. Im Toolkit wird Material für die Planung von Veranstaltungen bereitgestellt. Alle Vorträge der EPD Foren sind als Videos in der Mediathek verfügbar. Informationen zum Thema Equal Pay findet man auch im Equal Pay WIKI www.equalpay.wiki.

Der Equal Pay Day markiert symbolisch den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied, der laut Statistischem Bundesamt aktuell 21,6 Prozent in Deutschland beträgt. Umgerechnet ergeben sich daraus 79 Tage, die Frauen zum Jahresanfang umsonst arbeiten müssen: 21,6 Prozent von 365 Tagen = 79 Tage. Der Equal Pay Day findet am Samstag, 19. März 2016 statt, wie jedes Jahr. Der Equal Pay Day wurde 2008 auf Initiative des Business and Professional Women (BPW) Germany e.V. erstmals in Deutschland durchgeführt. BPW ist eines der größten und ältesten Berufsnetzwerke für angestellte und selbständige Frauen. BPW Germany ist Teil des BPW International, der in rund 100 Ländern vertreten ist und Beraterstatus bei den Vereinten Nationen und beim Europarat genießt. Inzwischen findet der Equal Pay Day in über 20 europäischen Ländern statt. Entstanden ist der Tag für gleiche Bezahlung in den USA. Die amerikanischen Business and Professional Women schufen 1988 mit der Red Purse Campaign ein Sinnbild für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen. Diesen Gedanken griff der BPW Germany auf, sodass die roten Taschen bundesweit längst zum Symbol des Equal Pay Day wurden. Weitere Informationen und Videos unter www.equalpayday.de

Martina Wagner

(Redaktion)


 

 

Frauen
Equal Pay
Deutschland
Bezahlung
Männer
BPW Germany
Lohnlücke

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Frauen" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: