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  • 15.09.2017, 10:47 Uhr
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FINANZEN / IMMOBILIEN

Betongold nicht immer empfehlenswert als Geldanlage – Berlin auch nicht

Eine Analyse von immowelt.de zeigt: Am höchsten sind die Brutto-Renditen mit bis zu 8 Prozent im Osten und in NRW – in vielen Städten droht allerdings Leerstand.

Die Niedrigzinsen haben Immobilien nicht nur zur Eigennutzung, sondern auch als Geldanlage attraktiv gemacht. Diese hohe Nachfrage hat allerdings die Preise vielerorts in die Höhe getrieben. Für 40 deutsche Großstädte hat immowelt.de die Bruttorenditen ausgerechnet. Im Folgenden findet die Daten für alle 40 untersuchte Städte: Berlin ist im letzten Drittel mit 3,8 Prozent Bruttorendite.

Immobilien als Kapitalanlage lohnen sich in weiten Teilen Deutschlands nur noch für erfahrene Anleger

Wer sein Geld festverzinst bei der Bank anlegt, kann aktuell froh sein, 1 Prozent Zinsen zu bekommen. Deutlich höhere Renditen sind nach wie vor bei Investitionen in Betongold möglich. Am höchsten sind die durchschnittlichen Brutto-Renditen im Osten Deutschlands und  in Nordrhein-Westfalen. Trotzdem lohnt es sich nicht uneingeschränkt, eine vermietete Immobilie als Geldanlage zu kaufen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von immowelt.de, für die die Brutto-Mietrenditen von Eigentumswohnungen in 40 ausgewählten deutschen Großstädten berechnet wurden. Die Zinsen bei Fremdfinanzierung, Kaufneben-, Verwaltungs- und Instandhaltungskosten sind nicht berücksichtigt.

Hohe Renditen im Osten und Westen möglich

Dass eine hohe Brutto-Rendite nicht gleich eine sichere Anlage bedeutet, zeigt sich am Beispiel Chemnitz: In der sächsischen Großstadt ist die durchschnittliche Brutto-Rendite mit 8,2 Prozent pro Jahr am höchsten. Der Grund: Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen sind im Vergleich zu den Mietpreisen relativ niedrig. Die Brutto-Rendite ist zwar hoch, die Leerstandsquote allerdings auch. 8,5 Prozent der Wohnungen in Chemnitz stehen leer, das Risiko auf Mieteinnahmen verzichten zu müssen somit groß.

Ähnlich sieht es auch in anderen ostdeutschen Städten aus: In Magdeburg und Halle an der Saale liegt die Brutto-Rendite aktuell bei 6,6 Prozent. Genauso wie Chemnitz zählt auch Halle zu den Städten in Deutschland mit dem größten Leerstand (Quelle: CBRE-empirica-Leerstandsindex 2016).  Ein ähnliches Bild wie im Osten zeigt sich auch in einigen NRW-Städten: Mit einer Brutto-Rendite von jeweils 7,2 Prozent liegen Duisburg und Wuppertal nur knapp hinter Chemnitz. Allerdings herrscht auch hier ein erhöhtes Risiko bei Investments aufgrund des Leerstands.

München, Freiburg und Hamburg: nur geringe Renditen möglich

Ein anderes Bild zeigt sich im Norden und Süden Deutschlands: München (3,1 Prozent Brutto-Rendite), Freiburg (3,2 Prozent) und Hamburg (3,3 Prozent) haben zwar nicht mit Leerstand zu kämpfen, dafür sind dort die Brutto-Renditen verhältnismäßig niedrig. Die Kaufpreise für Immobilien sind in diesen Städten mittlerweile so hoch, dass sie sich kaum mehr durch die Mieteinnahmen amortisieren lassen. Besonders München ist für Privatinvestoren nur noch bedingt attraktiv. Hier machen Investitionen in Immobilien in der Regel nur Sinn, wenn die Wohnung später selbst oder von den Kindern genutzt werden soll.

Die Brutto-Renditen für Eigentumswohnungen in den 40 untersuchten Städten im Überblick:

Stadt

Kaufpreis

Miete

Brutto-Rendite

Chemnitz

730 €/m²

5,00 €/m²

8,2 %

Duisburg

930 €/m²

5,60 €/m²

7,2 %

Wuppertal

1.000 €/m²

6,00 €/m²

7,2 %

Halle (Saale)

1.090 €/m²

6,00 €/m²

6,6 %

Magdeburg

1.050 €/m²

5,80 €/m²

6,6 %

Essen

1.250 €/m²

6,50 €/m²

6,2 %

Mönchengladbach

1.180 €/m²

6,00 €/m²

6,1 %

Dortmund

1.300 €/m²

6,40 €/m²

5,9 %

Bochum

1.340 €/m²

6,50 €/m²

5,8 %

Schwerin

1.490 €/m²

6,50 €/m²

5,2 %

Bielefeld

1.600 €/m²

6,60 €/m²

5,0 %

Bremen

1.830 €/m²

7,40 €/m²

4,9 %

Leipzig

1.500 €/m²

6,10 €/m²

4,9 %

Cottbus

1.490 €/m²

5,90 €/m²

4,8 %

Mannheim

2.170 €/m²

8,60 €/m²

4,8 %

Erfurt

1.820 €/m²

7,10 €/m²

4,7 %

Bonn

2.380 €/m²

9,20 €/m²

4,6 %

Dresden

1.880 €/m²

7,20 €/m²

4,6 %

Hannover

2.080 €/m²

8,00 €/m²

4,6 %

Mainz

2.780 €/m²

10,70 €/m²

4,6 %

Aachen

2.350 €/m²

8,50 €/m²

4,3 %

Köln

2.810 €/m²

10,10 €/m²

4,3 %

Münster

2.620 €/m²

9,40 €/m²

4,3 %

Nürnberg

2.580 €/m²

9,20 €/m²

4,3 %

Düsseldorf

2.930 €/m²

9,90 €/m²

4,1 %

Trier

2.620 €/m²

8,90 €/m²

4,1 %

Augsburg

2.800 €/m²

9,30 €/m²

4,0 %

Karlsruhe

2.810 €/m²

9,40 €/m²

4,0 %

Kiel

2.160 €/m²

7,20 €/m²

4,0 %

Berlin

3.200 €/m²

10,00 €/m²

3,8 %

Frankfurt a. M.

3.970 €/m²

12,70 €/m²

3,8 %

Potsdam

2.960 €/m²

9,30 €/m²

3,8 %

Wiesbaden

3.070 €/m²

9,80 €/m²

3,8 %

Stuttgart

3.580 €/m²

11,10 €/m²

3,7 %

Lübeck

2.540 €/m²

7,60 €/m²

3,6 %

Regensburg

3.740 €/m²

10,50 €/m²

3,4 %

Hamburg

3.960 €/m²

11,00 €/m²

3,3 %

Freiburg

4.150 €/m²

11,00 €/m²

3,2 %

München

6.350 €/m²

16,50 €/m²

3,1 %

Rostock

2.710 €/m²

6,30 €/m²

2,8 %

Berechnungsgrundlage: Datenbasis für die Berechnung der Miet- und Kaufpreise waren 539.480 Miet- und Eigentumswohnungen, die im 2. Halbjahr 2016 und 1. Halbjahr 2017 auf immowelt.de inseriert wurden. Die Miet- und Kaufpreise spiegeln den Median, also den mittleren Wert der Angebotspreise, wider. Mietpreise sind Nettokaltmieten bei Neuvermietung, Kaufpreise Angebots-, keine Abschlusspreise.

(Redaktion)


 

 

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