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Funpreneur-Wettbewerb

Kann man Gründen lernen?

Rund 100 Studierende aus Berlin – so viele wie noch nie – sind im 8. Funpreneur-Wettbewerb der Gründungsförderung profund zu Unternehmern auf Zeit geworden. Mit Leidenschaft, Kreativität und fünf Euro Startkapital entwickeln sie in fünf Wochen eine Geschäftsidee, investieren, produzieren und finden Käufer für ihre Produkte oder Dienstleistungen. Zum Schluss schreiben sie einen Geschäftsbericht und präsentieren ihr Business vor einer Jury aus Wirtschaftsvertretern. Die besten Teams gewinnen Preisgelder von insgesamt 2.500 Euro.

Deutschland hat zu wenig Gründer: Im Vergleich mit 18 Industrie-Nationen belegt die Bundesrepublik im Global Entrepreneurship Monitor nur den vorletzten Platz bei der Zahl der Gründungen und Gründungsneigung. Was der Wirtschaftsminister Rainer Brüderle 2010 mit der Initiative „Gründerland Deutschland“ wieder gut machen will, wird von der Freien Universität Berlin schon praktiziert: „Gezielte Maßnahmen (…) an den Hochschulen sollen Unternehmertum und Selbständigkeit stärker als berufliche Option vermitteln.“

Aus Kanada kommt eine Idee, die den „Entrepreneurial Spirit“ bei Studierenden entfachen soll: „1-Dollar-Business“. profund – Die Gründungsförderung der Freien Universität Berlin griff die Idee 2006 auf und veranstaltet seither jedes Semester den „Funpreneur-Wettbewerb“, für Studierende aller Berliner Hochschulen. Die Berliner Variante hat inzwischen regelmäßig die höchsten Teilnehmerzahlen in Deutschland.

Die Funpreneure kommen nicht nur aus der Wirtschaftswissenschaft, sondern aus vielen Fachbereichen der Universität. Weiterer Baustein sind Partner aus der Wirtschaft: Als Sponsoren sind die Berliner Bank, die Industrie- und Handelskammer Berlin, die Unternehmensberatung Accenture und die Berliner Wirtschaftsjunioren aktiv eingebunden. Außerdem hat jedes Team einen erfahrenen Unternehmer als Wirtschaftspaten und Coach an seiner Seite. So entstehen Kontakte, die die Studierenden häufig über den Wettbewerb hinaus für ihre Karriere nutzen.

Die laufende Runde hat am 20. April begonnen, 30 Teams sind im Rennen und präsentieren am 24. Juni in der Industrie- und Handelskammer Berlin vor großem Publikum ihre Ergebnisse. Im Sommersemester setzen die Jungunternehmer auf smarte Produkte für die Freizeit:

Das Team MyBär lässt bei Facebook über den Gummibärchen-Geschmack der Woche abstimmen und produziert und verkauft dann die beliebtesten Sorten. „Vanille-Kiwi“, „Feige-Latte-Macchiato“ und „Bier“ sind ganz vorn dabei. Bei Tanzbar kann man sich den Stoff für das individuelle Disko-Täschchen selbst aussuchen. Auch Club Flops hat die Berliner Clubszene als Zielgruppe erkoren: Das Team verkauft vor den Clubs Flipflops an diejenigen, die in den schicken Schuhen nicht mehr tanzen können, aber trotzdem weiter machen wollen. Coffee to Ride entwickelt einen Cupholder, in dem der Cappuccino auch beim Radfahren nicht überschwappt. Eine Neopren-Hülle von Niocool sorgt dagegen dafür, dass die Bierflasche beim Trinken nicht warm und die Hände nicht kalt werden. Rent a Game vermietet Spiele in öffentlichen Parks.

Wie als Funpreneur der Einstieg in eine Gründerkarriere gelingen kann, zeigen die Beispiele vieler Alumni, die heute erfolgreiche Start-ups führen, unter anderem:

* Michael Bruck, Gründer und Geschäftsführer von Chocri (www.chocri.de, Gewinner des Gründerwettbewerbs der Wirtschaftswoche)
* Michael Flingelli und Ariel Levin, Geschäftsführer von mykona GmbH (www.mykona.de)
* Konstantin Kutzer, Gründer und Geschäftsführer von clickyourpic (www.clickyourpic.de)

(Redaktion)


 


 

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