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Gas wird immer teurer - Interview mit Thorsten Bohg von toptarif.de

Die Temperaturen sinken, die Heizperiode hat begonnen. Zum Leidwesen vieler Verbraucher. Deutschlandweit hatten viele Grundversorger die Gaspreise in den letzten Monaten stark angehoben- trotz sinkender Ölpreise. Berlin.Business-on.de sprach mit Thorsten Bohg, Tarifexperte bei toptarif.de, über die Preisentwicklung und die Auswirkungen für die Berliner Verbraucher.

Berlin.Business-on.de: Herr Bohg,der Ölpreis sinkt im Moment, die Gaspreise steigen. Wie hängt diese Entwicklung genau zusammen? Muss das dem Verbraucher für den kommenden Winter Sorgen bereiten?

Thorsten Bohg: Der Gaspreis ist seit den 1960er Jahren an den Ölpreis gebunden und folgt diesem mit einer zeitlichen Verzögerung von etwa einem halben Jahr. Grundlage dafür ist kein Gesetz, sondern eine brancheninterne Vereinbarung zwischen den Gasproduzenten im Ausland und den deutschen Importeuren. Ursprünglich sollten damit zu starke Gaspreisschwankungen vermieden und die Marktmacht großer Erdgasproduzenten eingeschränkt werden.

Mit Blick auf die Höchststände beim Ölpreis im vergangenen Sommer bedeutet dies, dass sich zahlreiche Verbraucher in Deutschland zumindest noch in den kommenden Monaten auf weitere Preissteigerungen beim Gas einstellen müssen. Schon jetzt zahlen sie im Schnitt etwa 23 Prozent mehr als vor einem Jahr. Dass zum Jahreswechsel die 25-Prozent-Marke noch erreicht wird, ist sehr wahrscheinlich.

Erst nach dem Ende der aktuellen Heizperiode, also im kommenden Frühjahr, ist mit einer Entspannung auf dem Gasmarkt und damit verbundenen Preissenkungen zu rechnen.

Berlin.Business-on.de: Nach deutschlandweiten Preiserhöhungen vieler Grundversorger im September und Oktober werden die nächsten Erhöhungen bereits erwartet. Wie sieht die derzeitige Situation auf dem Berliner Markt aus?

Thorsten Bohg: Die Berliner Gasag gehört zu den Unternehmen, die ihre Preise letztmalig im September erhöht haben. Im deutschlandweiten Vergleich gehört das Unternehmen dennoch zu den günstigen Grundversorgern. Die Berliner Privatkunden zahlen momentan etwa 6 Prozent weniger für ihr Gas als der bundesdeutsche Durchschnitt. In diesem Sinne ist es gut möglich, dass es auch in der Hauptstadt zum Jahreswechsel zu einer weiteren Preiserhöhung kommt. Konkrete Informationen dazu liegen uns allerdings noch nicht vor.

Berlin.Business-on.de: Diese Entwicklungen treffen die Verbraucher finanziell hart- privat und beruflich. Können Sie ein Beipiel geben, wie sich Preiserhöhungen z.B. auf eine vierköpfige Familie oder einen mittelständischen Betrieb auswirken werden?

Thorsten Bohg: Die von den anstehenden Gaspreiserhöhungen betroffenen Familien müssen mit jährlichen Mehrkosten von rund 167 Euro rechnen. Insgesamt zahlt die deutsche Durchschnittsfamilie mit einem jährlichen Verbrauch von 20.000 kWh etwa 310 Euro mehr für die Grundversorgung mit Gas als noch vor 12 Monaten. Bei klein- und mittelständischen Betrieben ist die Preisentwicklung ähnlich. Auch sie zahlen etwa 23 Prozent mehr für Gas im Vergleich zum Vorjahr. So muss beispielsweise ein Gewerbebetrieb mit einem Jahresverbrauch von 150.000 kWh Gas Mehrkosten von fast 2.200 Euro schultern.

Berlin.Business-on.de: Was kann man als Verbraucher noch gegen die Preiserhöhungen tun?

Thorsten Bohg: Verbraucher haben prinzipiell zwei Möglichkeiten, sich gegen steigende Gaspreise zur Wehr zu setzen. Zum einen können sie gegen die Erhöhungen Widerspruch einlegen und den Versorger so zwingen, ihnen die Billigkeit der Preisanpassung zu beweisen. Zum anderen können die Verbraucher ihrem alten Versorger auch den Rücken kehren und zu einem neuen Anbieter wechseln. Dadurch lassen sich die anstehenden Erhöhungen vielfach umgehen und obendrein bis zu 30 Prozent der jährlichen Kosten sparen. Auch ist die Wahl eines neuen Versorgers über Vergleichsportale wie www.toptarif.de völlig unkompliziert und in nur wenigen Minuten realisierbar. Gesetzliche Regelungen schützen zudem den Verbraucher während des gesamten Wechselprozesses umfassend.

(Redaktion)


 


 

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