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  • 08.07.2016, 13:19 Uhr
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GESUNDHEIT / COACHING

Brainjoin Akademie über Diagnose und Heilung

Über 100 Referentinnen und Referenten und Wissenschaftler nahmen an dem Wissenschaftskongress „Reden Reicht Nicht!?" 2016 in Heidelberg teil. Auch Horst Kraemer war dabei, ein führender Experte im Bereich Stress und Stressfolgeverarbeitung und Leiter der Brainjoin Akademie.

Horst Kraemer gilt als Pionier der Stressforschung  und -prävention. Der Leiter der Brainjoin Akademie  im Interview mit Business On. 

Business On: Herr Kraemer, Sie thematisieren: „Diagnoseschock und Trauma als Krankheitsursache erkennen“. Was beinhaltet diese Aussage?

Horst Kraemer: Bisher wird immer noch übersehen, dass eine Diagnose den Betroffenen in eine Starre versetzen kann, die es erschwert, zielführend mit der Krankheit umzugehen.Forschungsergebnisse der „Psychoneuroendokrinologie“ beweisen, dass eine direkte Auswirkung auf unsere Zell-, Molekular- und Immunebene besteht, die den Krankheits- oder Heilungsverlauf massgeblich beeinflusst. Wir forschen seit vielen Jahren dazu, wie diese neuronal bedingte Einschränkung korrigiert werden kann und eine positive Immunantwort auf Krankheit erzeugt wird.

Jeder Stress erzeugt eine Abnahme der neuronalen Flexibilität und verringert die Zugriffsfähigkeit  auf vorhandene Hirnregionen. Dies führt zu einem fundamentalen

Ressourcenverlust. Dieser Verlust entsteht schlagartig oder schleichend fast unbemerkt, die Persönlichkeit passt sich den entstehenden Defiziten an. Letztendlich manifestiert sich ein extremer Stresszustand und führt zu Blockaden die wiederum zu chronischen Erkrankungen führen. In der Praxis wird dann an den Symptomen gearbeitet –Schock, Stress oder Trauma als Ursache werden nicht hinterfragt. Das ist ein bitterer Kreislauf: für die Betroffenen und volkswirtschaftlich gesehen, ebenfalls.

Business On: Was bewirkt ein Trauma körperlich und was hat das mit Diagnosestellungen zu tun?

Horst Kraemer: Eine Diagnose beeinflusst das Immunsystem, die Hormonproduktion und damit den Stoffwechsel des Menschen.  Ob die Diagnosestellung einen Schock auslöst, hängt von vielen Faktoren ab. Wenn eine Diagnose gestellt wird, löst dies immer Stress, oft maximalen, das heißt traumatischen Stress aus. Besonders bei Diagnosen von schwer oder unheilbar geltenden Krankheiten. Die Diagnoseinformationen werden im Diagnosemoment mit dem neurobiologischen Ausnahmezustand gekoppelt. Jede Information, jede Behandlung triggert den nicht aufgelösten Ausnahmezustand und vermindert die zur Heilung nötige neuronale Flexibilität.Die Immunantwort bleibt im Freeze und die zur Regeneration notwendigen Signalstoffe erreichen die Rezeptoren über das Zentrale Nervensystem ohne die zur Heilung dringend benötigte Regulationsfähigkeit.

Wir haben in unserer Arbeit festgestellt, dass unter anderem  bei  Autoimmunerkrankungen, Krebs, Mutiple Sklerose, Parkinson entweder eine multiple Stressverarbeitungsstörung aufgrund eines mindestens sieben Jahre zurückliegenden Ereignisses, einer Ereigniskette oder ein Diagnoseschock vorlag, welche einen Trauma Effekt auslöste. Bei 70 Prozent von Invalidisierungen oder Einschränkung der Gesundheit mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit liegt eine Stressverarbeitungsstörung als Ursache vor.

Business On: Wie kann die Methode Neuroimagination hier ansetzen?

Horst Kraemer: Im Fokus steht die Auflösung und Verarbeitung des Diagnosestressspeichers, ein gezielter Umgang mit Stressoren und die aktive Selbststeuerung mit einer Wiederherstellung der Selbstwirksamkeit. Ich kann das kurz verdeutlichen: Wenn Belastungserlebnisse nicht zeitnah abgebaut werden können, kommt es zur Stressspeicherbildung. Diese kumuliert im Laufe des Lebens und die Verarbeitungstoleranz sinkt in dem Maße, wie sich unverarbeitete Stresserlebnisse häufen. Hier setzt die Methode Neuroimagination® ganz gezielt an. Neuroimagination ermöglicht die Neubahnung der gesamtkörperlichen Erlebnisnetzwerke, eine gezielte Wiederherstellung oder Unterstützung der Regenerationsprozesse. Die Arbeit auf bifokal-multisensorischer Interventionsebene durch Neuroimagination nutzt die gemein­same Wir­kung von Kogni­tion, Emo­tion, Ima­gi­na­tion und Interaktion. Sie verbindet methodische Ansätze, Erkenntnisse und Forschungsergebnisse aus der Neurobiologie, der Stressforschung, Psychotraumatologie, System- und Körperpsychotherapie.

Business On: Sie plädieren sehr stark für das Erlernen von Stresskompetenz.

Horst Kraemer: Ja – selbst aktiv die Regulation beeinflussen zu können und über die Selbstwirksamkeit verfügen zu können ist enorm wichtig und die beste Gesundheitsprävention. Heute weiß man, dass der Körper und der Kopf gemeinsam agieren und die zur Gesundheit nötigen Vorgänge im Zusammenspiel erzeugt werden. Die Trennung zwischen Soma und Psyche, die heute in der somatischen Medizin dominiert, führt zu einer unglaublichen Hilflosigkeit dieser medizinischen Diagnose- und Behandlungswelt.

Darum ist Gesundheitsprävention heute auf den aktuellen wissenschaftlichen Ergebnissen aufzubauen. Das Grundverständnis dazu ist recht einfach: Unser Immunsystem organisiert die ständige Regeneration und Abwehr von Abweichungen (und Erregern) unseres Körpers. Unser Stresssystem organisiert das Immunsystem mit allen steuernden Vitalstoffen und Hormonen. Unser Umgang mit der Umwelt und die Bewertungen unseres Lebens steuert unser Stresssystem und sorgt im guten Zustand für die Gesundheitsbalance.

Die dem Menschen zur Verfügung stehenden natürlichen Stressabbaumöglichkeiten passen sich zu langsam den sich ständig verändernden Anforderungen unserer technisierten und digitalisierten Welt an. Darum ist es dringend nötig hier Ausgleich zu schaffen und effektive Möglichkeiten zum Umgang mit Stress, Schock und Trauma zu erlernen und in das Leben zu integrieren.

Das Stresssystemist an der Entstehung von Krankheiten ganz maßgeblich beteiligt und muss auch für Heilungsprozesse begleitend einbezogen werden. Wenn wir wissen, wie diese Prozesse ablaufen und präventiv lernen, wie wir mit Belastungen umgehen, haben alle etwas davon.

Zur Methode: Die Methode Neuroimagination® wurde als Traumaverarbeitungsmethode für ein klassisches Psychotrauma am IPAS Institut zwischen 1996 und 2002 entwickelt. In den Jahren 2002 und 2004 wurde die Methode zum Einsatz von Stressverarbeitungsstörungen als Coachingmethode adaptiert und von 2004 bis 2008 in einer durch ETH-Forscher begleiteten Studie bzgl. der Wirkung evaluiert. 2010 hat die BrainjoinGruppe  unter der Leitung des IPAS Gründers Horst Kraemer die Ausbildung, Zertifizierung und Qualitätssicherungsaufgaben des IPAS-Institutes vollumfänglich übernommen. Konsequent wird Neuroimagination für weitere Anwendungsfelder weiterentwickelt. Infos: www.neuroimagination.com

Infos und Tools für Unternehmen: brainjoin.com . 

Aus- und Weiterbildungen: Die Coaching Ausbildung 2016 mit dem geschützten Titel Neuroimaginations-Coach® beginnt am 25. August unter der Ausbildungsleitung von Horst Kraemer. Termine: http://brainjoin.com/termine Im August startet die Coaching Ausbildung 2016 mit dem geschützten Titel Neuroimaginations-Coach®.

Koordinaten:  Saarbrücken | Brainjoin Akademie Bleichstraße 14, 9. – 11. Juni 2016  

(Redaktion)


 

 

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