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  • 19.06.2015, 20:47 Uhr
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  • Berlin
Gesundheit

Weltyogatag: das Geschäft mit der Entspannung läuft prächtig

Am  21. Juni 2015 wird weltweit zum ersten Mal der Internationale Weltyogatag gefeiert. Iyengar Yoga Deutschland wird sich in Berlin mit verschiedenen Aktionen zum Mitmachen präsentieren (z.B. am Brandenburger Tor). Business on sprach mit Paulus Neef, Gründer von „Unyte – Yoga for everyone!“

Am kommenden Sonntag ist Weltyogatag. Eine Eingabe des aktuellen Premierministers Narendra Modi bei den Vereinten Nationen wurde im Dezember vergangenen Jahres mit überwältigender Mehrheit angenommen: 175 Länder unterstützen diesen. Viele Specials und Aktionen werden deshalb in den Studios auch in der deutschen Hauptstadt dazu angeboten. 

Geschäfte rund um die Entspannungskurse kommen weltweit auf einen Umsatz von 42 Milliarden Dollar. Allein in Berlin gibt es unendlich viele Angeboten für alle – vom Baby bis zum Rentner. Es gibt kaum eine (Ziel-) Gruppe, für die nicht mittlerweile maßgeschneiderte Yogakurse anboten werden. Es gibt spezielle Angebote für Schwangere, für Frauen in den Wechseljahren, für Senioren, nur für Männer oder auch für Babys. Manche Unternehmen bieten für ihre Belegschaft Yoga in der Mittagspause an oder After-Work-Yoga. Auch die Fußballnationalmannschaft hat einen eigenen Yogalehrer. Selbst in Altenheimen steht Yoga immer öfter auf dem Programm. Auch viele Krankenkassen bezuschussen es schön länger als Präventionskurs. 

Schätzungen zufolge machen mittlerweile fünf Millionen Deutsche regelmäßig Yoga. Gut 20 000 Lehrer sollen die Körper- und Atemübungen bundesweit anbieten. Allein in Berlin gibt es über 200 Yogastudios, hinzu kommen Kurse im Fitnessstudio oder Sportverein. War Yoga früher etwas, das viele mit Esoterik assoziierten oder einer alternativen Szene zurechneten und deshalb argwöhnisch beäugten, ist es heute ein Massenphänomen.

 Und so ist es wenig verwunderlich, dass über die vergangenen Jahre rund ums Yoga eine eigene Industrie entstanden ist: ein Wachstumsmarkt, dessen Wert das "Wall Street Journal“ auf 42 Milliarden Dollar schätzt. Neben Yogastudios drängen Start-ups auf den Markt, die Onlinekurse für Yoga anbieten. Und Reiseveranstalter spezialisieren sich auf Yoga-Retreats. Schließlich floriert der Handel mit Zubehör wie Yogamatten oder spezieller Kleidung. 

Auch in Berlin gibt es nun eine neue Geschäftsidee: Paulus Neef hat unter anderem die Firma Pixelpark gegründet und 1999 erfolgreich an die Börse gebracht. In den darauffolgenden Jahren hat er mit größeren börsennotierten Unternehmen zusammengearbeitet und vor drei Jahren die Idee gehabt, „Unyte – Yoga for all!" zu entwickeln. Die neue Yogastudio-Kette wird auch über die Crowdfunding -Plattform Companisto finanziert. 

Hier Auszüge aus einem Interview während seines Kick Start Events im Juni 2015 im Bikinihaus: 

business-on: Sie wollen auch dadurch erfolgreich werden, dass Sie in die Breite gehen - was ist konkret Ihre Zielgruppe?

Paulus Neef: Das sollte der Titel „Yoga for everyone“ eigentlich schon sagen. Egal, welche Zeitschrift ich aufschlage, überall wird Yoga propagiert: gegen Rückenschmerzen, gegen Nackenschmerzen, gegen Burnout. Ich habe es an mir selber ausprobiert und mache Yoga oft. Es ist für jeden gut, davon bin ich überzeugt, so bin ich auch dazu gekommen. Und deshalb ist die Zielgruppe auch wirklich die breite Öffentlichkeit. Man hat so zwei bis drei Prozent, die „Conscious People“, die Leute, die auf gesunde Ernährung und gesunde Lebensführung achten und Yoga gut kennen. Die werden auch gut durch die bestehenden Angebote bedient. Wir wollen aber in die Breite gehen. Nehmen wir doch einfach die Männer: wenn ich heute ins Yogastudio gehe - ich habe zehn verschiedene ausprobiert - dann sind da 80-90% Frauen. Man sieht zwar eine steigende Tendenz bei den Männern, aber die sind noch gar nicht richtig adressiert. Wir denken, dass wir etwa mit Patrick Broome, dem Yoga-Trainer der Fußballnationalmannschaft, genau in die richtige Richtung gehen, was sowohl seinen Trainingsstil als auch seine Ausbildung angeht. 

business-on: Haben wir bei Ihrem Modell auch das Gegenteil des schnellen Start-Ups mit ungewissem Ziel?

Paulus Neef:  Ja, genau. Ich setze hier auf Langfristigkeit. Mir ist das ein absolutes Herzensprojekt. Ich habe schon viel gemacht in meinem Leben, und für mich hat der Yoga mein Leben fundamental geändert. Dieses „Schneller, höher, weiter“, das habe ich lange genug gemacht. Yoga ist eher etwas zum entschleunigen, in die eigene Mitte finden, dafür ist Yoga wirklich genial geeignet. Ich glaube, was mir wirklich Spaß macht, ist hier die kontrastierende Welt zusammenzubringen. Vermeintliche Gegensätze: alt und jung, offline und online, östliche Welt und das Traditionelle trotzdem zu verbinden mit dem Westlichen, mit dem Bedürfnisorientierten. Wir wollen den Menschen in den Mittelpunkt stellen und nicht sich entscheiden zu müssen für eine bestimmte Yogarichtung – Iyenga, Ashtanga usw. Wir wollen eher umgekehrt machen und uns vom Ashtanga die Stärke holen, vom Jivamukti  den Flow und die Dynamik, aber das ist, was wir so machen wollen: der Mensch steht im Mittelpunkt. Es geht um Service, es muss sich niemand bewerben bei uns. Und die Zeithürde muss weg, dass man immer Yoga machen kann. Yoga soll schön sein und Spaß machen.

Mehr Informationen zu Unyte unter unyteyoga.de und zum Yogatag unter iyengar-yoga-deutschland.de

Veranstaltungstipps:
Rund um die Welt werden am Sonntag öffentliche Yoga-Veranstaltungen stattfinden. Viele Yoga-Studios öffnen kostenlos ihre Türen. Wer möchte, kann schon am frühen Morgen mit dem „Sonnengruß-La-Ola“ in den Tag starten. Wer mitmachen will, muss aber früh aufstehen, Sonnenaufgang ist in Berlin um 4.43 Uhr, deshalb beginnen einige Übungen schon um 4.30 Uhr.
 
Auf dem großen Tempelhofer Feld in Berlin wird von 11 bis 12.30 Uhr gemeinsam Jangala-Yoga praktiziert. Mitzubringen sind nur eine Matte, Essen und Trinken. Auch auf dem Pariser Platz, direkt vor dem Brandenburger Tor, lädt die indische Botschaft ab 15 Uhr zum kostenlosen Yoga ein. Die offizielle Webseite zu dem internationalen Yoga-Tag führt weitere verschiedene Termine in deutschen Städten auf.
 
„Heart of the World“ heißt ein Highlight des Tages. Dabei soll um 16.22 GTM eine weltweite, gleichzeitige Meditation stattfinden – das ist 18.22 Uhr deutscher Zeit. Für sieben Minuten sind Menschen aller Religionen aufgerufen, innezuhalten, sich gemeinsam rund um die Welt zu verbinden und für den Planeten und die Menschheit zu meditieren und für Frieden auf der Erde. Auch diese „Heart of the World“-Meditation wird vor dem Brandenburger Tor in Berlin angeboten, die Veranstalter hoffen auf mehr als 1000 Menschen. Im Anschluss wollen Gruppen in 35 Städten bei der Yang-Spirale weiter gemeinsam meditieren. Der Start ist zu Berliner Zeit 18.30 Uhr.

(Redaktion)


 

 

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