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Dagmar Terbeznik Coaching

Gewaltfreie Kommunikation – nicht nur für Warmduscher interessant

Der Begriff „Gewaltfreie Kommunikation“ stösst in der Wirtschaftswelt oftmals auf ein müdes Lächeln. Gefragt sind doch eher Kommunikationstechniken, mit denen man gut überzeugen, motivieren oder sich durchsetzen kann. „Gewaltfrei“ hört sich an wie „piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb“ und gehört somit eher in den Kindergarten? Tatsächlich handelt es sich um ein sehr anspruchsvolles Konzept, das uns nicht nur lehrt mit anderen so zu kommunizieren, dass es zu der berühmten „win-win-Situation“ kommt. Es lehrt uns auch, mit uns selbst achtsamer umzugehen. Das ist die vermutlich größte Herausforderung.

Entwickelt wurde die Gewaltfreie Kommunikation (GfK) von Marshall B. Rosenberg, einem promovierten Psychologen und Religionswissenschaftler. Auch Rosenberg gehört zu den Menschen, die sich aus persönlicher Betroffenheit einem Thema ganz verschrieben haben: Er ist in einem brodelnden Viertel in Detroit, USA, aufgewachsen und erfuhr in in seiner Jugend als Jude viele Formen der Gewalt. Daraus entwickelte sich das starke Interesse an neuen Wegen der Kommunikation als einer friedlichen Alternative.

1984 gründete er das Center of Nonviolent Communication (CNVC), dessen Mitarbeiter als zertifizierte Trainer heute Seminare in dreißig Ländern weltweit anbieten.

Die GfK ist sehr anerkannt. Einige Beispiele:

  • Auf Einladung der Unesco hat das CNCV-Team in Serbien zehntausende von Schülern und Lehrern ausgebildet.
  • Die israelische Regierung hat GfK offiziell anerkannt und bietet nun in Hunderten von Schulen entsprechende Trainings an.
  • Es gibt unzählige – auch deutschsprachige - Literatur zu GfK „in allen Lebenslagen“, z. B. am Arbeitsplatz, in Beziehungen, in der Erziehung, in der Schule etc..

Was ist nun GfK? Wie funktioniert sie?

Die GfK ist mehr als eine Methode. Es ist eine Haltung. Sie unterstützt uns nicht nur in der Kommunikation mit anderen, sondern oder gerade im Umgang mit uns selbst. Im Folgenden werden die vier Schritte der GfK kurz vorgestellt:

1. Beobachtungen

Beobachten, was in einer Situation tatsächlich geschieht: Was hören wir andere sagen, was sehen wir, was andere tun, wodurch unser Leben entweder bereichert wird oder auch nicht?

Ziel ist es, unsere Beobachtungen dem anderen ohne Beurteilung oder Bewertung mitzuteilen - einfach zu beschreiben, was jemand macht, und dass wir es entweder mögen oder nicht. Denn: Wenn wir eine Beobachtung mit einer Bewertung verknüpfen, neigen die Leute eher dazu, Kritik zu hören.

Beispiel: Der Satz „Im Konferenzraum ist Licht“, ist eine Beobachtung.
„Sie haben schon wieder das Licht im Konferenzraum angelassen“, ist eine Beobachtung verknüpft mit einer Bewertung.

2.Gefühle

Wir sprechen aus, wie wir uns fühlen, wenn wir diese Handlung beobachten. Entscheidend dabei ist zu formulieren, wie wir uns fühlen, nicht was wir denken. Unsere Sprache stellt uns da einige Fallen:

  • Die Gedanken von den Gefühlen unterscheiden.

Beispiel: „Ich habe das Gefühl mein Chef manipuliert mich/uns.“, ist ein Gedanke. „Ich bin irritiert“ oder „Ich fühle mich hilflos“, könnte das dazugehörige Gefühl sein.

  • Unterscheiden zwischen dem, was wir fühlen und dem, was wir darüber denken, wie wir sind.

Beispiel: „Ich fühle mich unzulänglich als Gitarristin“, beschreibt unser denken. „Ich fühle mich enttäuscht über mich selbst“, beschreibt ein Gefühl.

  • Unterscheiden zwischen dem wie wir uns fühlen und dem was wir denken, wie andere reagieren oder sich uns gegenüber verhalten.

Beispiel: „Ich habe das Gefühl, ich bin den Leuten, mit denen ich zusammenarbeite nicht wichtig.“ Das dazugehörige Gefühl könnte traurig oder entmutigt sein.

Die GfK unterscheidet also zwischen dem tatsächlichen Ausdruck von Gefühlen einerseits und Aussagen, die Gedanken, Einschätzungen, Meinungen und Interpretationen wiedergeben andereseits.

In dem Standardwerk („Gewaltfreie Kommunikation: Eine Sprache des Lebens“ von Marshall B. Rosenberg), aber auch in vielen anderen Büchern zur GfK, sind Listen mit Gefühlen („positive“ und „negative“) zu finden. Diese könnne dabei unterstützen einen Gefühlswortschatz aufzubauen, um nicht nach Worten suchen zu müssen, die vielen Menschen zunächst fehlen.


 


 

DAgmar Terbeznik
(work/life) coaching & beratung
Berlin
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Gewaltfreie Kommunikation

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