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Ausstellung Harald Schmitt

Harald Schmitt – Sekunden, die Geschichte wurden

Der Martin-Gropius-Bau präsentiert im Herbst 2009 beeindruckende Aufnahmen des Fotoreporters Harald Schmitt, seit 1977 als Fotoreporter für den stern tätig. Von 1977 bis 1983 lebte er als akkreditierter Fotograf in Ost-Berlin.

Rund 120 Fotografien dokumentieren politische und gesellschaftliche Ereignisse jener Umbruchszeit in Osteuropa und in China. Vorwiegend entstanden die Aufnahmen in der ehemaligen DDR, in der Sowjetunion und der ehemaligen CSSR, Polen, Lettland, Litauen und China.
Harald Schmitt wurde sechs Mal mit dem prestigeträchtigen World Press Photo Award ausgezeichnet. Kuratiert wird die Ausstellung von Gisela Kayser.

Fotografien vom Ende des Staatssozialismus

Bis in die achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts glichen die Länder Osteuropas einem großen monolithischen Block. Sie alle waren der Vorherrschaft der Sowjetunion unterworfen, zwangsvereint in einem Militärbündnis, regiert von ähnlichen politischen Kasten, beherrscht von einer Weltanschauung und drangsaliert von der Zensur. Dann aber kam es in diesem gewaltigenImperium immer öfter und an immer mehr Schauplätzen zu Aufruhr und schließlich zur Erosion des gesamten Ostblocks.

Fotos von diesen Ereignissen waren im Westen gefragt, aber schwer zu bekommen. Die eindrucksvollsten druckte der „stern“. Oft stammten sie von Harald Schmitt. Kaum ein Fotoreporter großen Inszenierungen der Macht oder den kleinen Momenten des Widerstands. In Schmitts
Aufnahmen der Menschen im Staatssozialismus und der Orte des Umbruchs sind die großen Veränderungen der Zeit spürbar. Immer wieder hielt er jene Sekunden fest, die dann Geschichte wurden. stern-Redakteur Peter Sandmeyer beschreibt in seinen die Ausstellung begleitenden Texten die historischen Zusammenhänge. So schildert er wie Harald Schmitt 1986 ein langes Gespräch mit seinem Schwager, einem Arzt in Stralsund, führte und sich darin zu der Prognose
verstieg, die Berliner Mauer würde in zehn Jahren fallen. Der Schwager widersprach lebhaft. „Allerspätestens in fünf Jahren!“ Beide schlossen darauf eine Wette ab. Schmitt hat sie verloren.

20 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer erinnern die Fotografien von Harald Schmitt in beeindruckender Weise an jene Menschen, die dies möglich machten. Peter Sandmeyer bemerkt: „Es waren die Menschen, die wieder zum Subjekt der Geschichte wurden. „Auf alles waren wir vorbereitet“, sagte Horst Sindermann, damals Volkskammerpräsident der DDR, „bloß nicht auf Kerzen“.

Harald Schmitt – Sekunden, die Geschichte wurden
3. Oktober bis 13. Dezember 2009 im Martin-Gropius-Bau

(Redaktion)


 


 

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