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ILA 2012

Mehr Aussteller auf der ILA als je zuvor

Auf der diesjährigen ILA warten schöne Bilder und ein Flugzeug namens Brandenburg. Die Luft- und Raumfahrtmesse startete erstmals am neuen Expo-Center direkt neben dem künftigen Hauptstadtflughafen.

"Willkommen an Bord der ILA 2012. Wir sind startklar." Mit diesen Worten hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag in Schönefeld die Neuauflage der ältesten Luftfahrtmesse der Welt eröffnet. 1.243 Aussteller aus 46 Ländern präsentieren bis Sonntag die neuesten Produkte der Branche. Das sind mehr Unternehmen als je zuvor, wie der Präsident des Bundesverbandes der Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), Thomas Enders, stolz verkündet. Über 270 Fluggeräte sind am Boden zu sehen - erstmals auf dem neuen Berlin ExpoCenter Airport direkt neben dem künftigen Hauptstadtflughafen.

Es klingt fast wie ein gewollter Seitenhieb auf das Berliner Flughafenchaos, als Enders dem brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) für die "pünktliche Eröffnung" des ExpoCenters dankt. Schließlich sollte auch der Hauptstadtflughafen schon längst in Betrieb sein. Jetzt ist die Eröffnung für Herbst 2013 geplant. Wegen der mehrfachen Verzögerungen fallen Mehrkosten von 1,2 Milliarden Euro an.

Vom A380 bis zum X3

Am Eröffnungstag spielt das alles keine Rolle, als Merkel, ihr Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sowie Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) zwei Stunden lang die Aussteller besuchen. Vielmehr ist von Innovation die Rede, von Fortschritt und von Flugsicherheit, von alternativen Treibstoffen und unbemanntem Fliegen, das zur nahen Zukunft der Luftfahrt gehöre. Die Bundeswehr zeigt da gern als größter Einzelaussteller die künftige Riesendrohne Eurohawk mit einer Flügelspannweite ähnlich einer Boeing 737.

Der Platz für die Eröffnungsreden ist gut gewählt. Im Hintergrund steht das größte Passagierflugzeug der Welt, der Airbus A380. Davor parkt der Airbus-Verkaufsschlager A320 und noch davor ein Hybrid aus Hubschrauber und Propellermaschine, der X3 von Eurocopter. Merkel nennt ihn "Flugschrauber". Und ist stolz auf die technische Innovation, die mit über 400 Kilometern pro Stunde die Reisegeschwindigkeit kleiner Verkehrsmaschinen erreicht.

Militär-Airbus gibt sich zivil

Dann beginnt die offizielle Eröffnungsrunde, die zunächst zum immer wieder technisch gebeutelten Militär-Airbus A400M führt. Dieser soll nun ab 2013 ausgeliefert werden. Der neue Chef von Airbus Military, Domingo Urena-Raso, sieht diesen Transporter als "ideales Mittel nicht nur für die Streitkräfte" an, sondern auch für humanitäre Hilfsflüge. Passend dazu steht ein Fahrzeug vom Technischen Hilfswerk an der Laderampe, eine Palette von DRK-Zelten gleich daneben. Später folgt ein Fototermin am neuen europäischen Kampfjet Eurofighter, dessen Export nach Indien klemmt.

Großes Interesse zeigt Merkel dann im Raumfahrtpavillon. Fotos vor der Ariane-5-Rakete und vor einem Astrium-Satelliten müssen sein. Im wahrsten Sinne des Wortes kühler wird es, als sich die Kanzlerin einem "echten Eisberg" nähert, der bei den sommerlichen Temperaturen schon deutlich an Höhe verloren hat. Erdbeobachtung gegen Klimawandel ist das Thema, das die studierte Physikerin Merkel offensichtlich in den Bann zieht.

Polen zeigt Mars-Roboter

Zwei Highlights erwarten die Kanzlerin zum Abschluss ihres Rundgangs. Im Ausstellungsbereich von Polen, dem Partnerland der diesjährigen ILA, bekommt Merkel vom polnischen Vizepremier Waldemar Pawlak einen Strauß mit Rosen in den rot-weißen Landesfarben geschenkt, die dieser von einem Mars-Roborter aus eigener Produktion herangefahren bekommt. Schließlich steht Polen kurz vor dem Beitritt zur Europäischen Raumfahrtagentur ESA. "Es wird eine Luft- und Raumfahrtwoche für Polen", freut sich Pawlak.

Noch breiter lachen kann Brandenburgs Regierungschef Platzeck. Er darf am Ende des Rundgangs einen Lufthansa-Jumbo der neuesten Generation auf den Namen seines Bundeslandes taufen. Mit echtem Havel-Wasser, wie Platzeck sagt. Und er fügt am Bug der Boeing 747-8 "Brandenburg" mit Blick auf die immer wieder verschobene Eröffnung des Hauptstadtflughafens hinzu: "Sie wird kommen. Auch wenn es noch etwas dauern wird."

(dapd/ André Spangenberg)


 


 

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