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Fehlerhafte Kreditverträge: Widerrufsrecht erlischt im Juni 2016

Gemäß einem aktuellen Bundestagsbeschluss wird das „ewige Widerrufsrechts“ für Millionen zwischen September 2002 und Juni 2010 geschlossener Immobilienkreditverträge mit fehlerhafter Widerrufsbelehrung endgültig am 22. Juni 2016 erlöschen. Drauf weist die Stiftung Warentest hin und rät Betroffenen zu handeln.

Mit dem Bundestagsbeschluss endet das „ewige Widerrufsrecht“ von zwischen 2002 und 2010 abgeschlossenen Immobilienkrediten am 22. Juni 2016, um 0.00 Uhr. Damit soll die Rechtsunsicherheit bei Immobiliardarlehensverträgen mit Verbrauchern aus diesen Jahren beigelegt werden. Für entsprechende Verträge haben Verbraucher nun nur noch wenige Wochen Zeit zu entscheiden, ob sie ihr eventuell bestehendes Widerrufsrecht nutzen wollen.

Wer sich die Chance auf oft fünfstellige Euro-Beträge sichern wolle, sollte sich sofort kümmern. Der Aufwand und die Kosten seien gering, die Erfolgsaussichten hoch, so die Verbraucherschützer. Laut Stiftung Warentest sollen bei rund 80 Prozent der von Oktober 2002 an geschlossenen Immobilienkreditverträgen die Widerrufsbelehrungen fehlerhaft sein. Betroffen seien Verträge, in denen es insgesamt um Kredite in Höhe von rund 1,6 Billionen Euro geht.

In solchen Fällen könnten Kreditnehmer ihre Verträge noch bis zum Stichtag 21. Juni 2016 (ein Tag vor dem Erlöschen des „ewigen Widerrufsrechts“) widerrufen und in einen günstigeren Kredit umschulden. Weil die Zinsen stark gesunken seien, könnten sie auf diese Weise viele tausend Euro sparen. Im Einzelfall hätten die Banken und Sparkassen mehr als 100.000 Euro zu erstatten. Betroffene müssten ihr Darlehen nicht kündigen, sondern könnten den Kreditvertrag widerrufen mit der Folge, dass der Vertrag grundsätzlich vollständig rückabgewickelt werden müsse. Allerdings weisen die Verbraucherschützer darauf hin, dass sich dies in der Regel nicht außergerichtlich durchführen lasse. In den meisten Fällen erfolge ein Vergleich dahingehend, dass ein Neuvertrag zu den aktuellen Konditionen mit sofortiger Wirkung abgeschlossen werde, ohne dass der Kreditnehmer ein Vorfälligkeitsentgelt zu zahlen habe.

Empfehlungen, wie Kreditnehmer mit fehlerhaften Altverträgen vorgehen können, finden sich auf den Webseiten der Stiftung Warentest www.test.de und der Verbraucherzentrale Hamburg: http://www.vzhh.de/baufinanzierung/311059/immobilienkredit-jetzt-widerruf-pruefen.aspx.

Bereits im Juli 2015 verabschiedete Bundesregierung einen Entwurf zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie für neu abgeschlossene Immobilienverbraucherverträge, um das Entstehen weiterer „ewiger Widerrufsrechte“ zu verhindern. Das solle auch dazu beitragen, dass sich Banken bei der Vergabe von Immobiliendarlehen mit langer Zinsbindung künftig nicht zurückhielten, lägen doch solche Darlehen im Verbraucherinteresse, weil sie zu Planungssicherheit führten, heißt es in einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz.

(Redaktion)


 


 

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