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DIW Berlin Studie

In absehbarer Zeit kein Arbeitskräftemangel

Das Angebot an Arbeitskräften wird trotz des demographischen Wandels bis zum Jahr 2025 weitgehend konstant bleiben. Dies berichtet das DIW Berlin in einer aktuellen Studie. Ursache dafür ist vor allem die zunehmende Erwerbsbeteiligung von Älteren und Frauen. "Das Arbeitskräftepotential wird deshalb in den nächsten zehn Jahren sogar noch zunehmen", sagte DIW-Expertin Erika Schulz. "Diese Zahlen bedeuten allerdings nicht, dass wir den schon heute feststellbaren Fachkräftemangel ignorieren dürfen."

Nach den DIW-Berechnungen gewinnt der demografische Effekt erst nach 2025 die Oberhand. Bis 2050 dürfte die Zahl der Erwerbspersonen von rund 43 Millionen auf knapp 34 Millionen zurückgehen. 

Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wird in Deutschland bereits von 2012 an merklich zurückgehen. Die schrittweise Erhöhung des regulären Rentenalters auf 67 Jahre, das Auslaufen der Altersteilzeit und die restriktive Handhabung der Erwerbsminderungsrenten werden aber dazu führen, dass Ältere länger im Arbeitsleben bleiben. Hinzukommt der anhaltende Trend zunehmender Erwerbsbeteiligung der Frauen, insbesondere in Westdeutschland. Insgesamt werden Frauen im erwerbsfähigen Alter im Jahr 2025 zu knapp 80 Prozent erwerbstätig sein. Der Unterschied in den Erwerbsquoten zwischen Männern und Frauen wird sich deutlich verringern. 

Zuwanderung kann die Entwicklung nicht mehr aufhalten 

Je nach Zuwanderungsrate ist im Zeitraum zwischen 2016 und 2018 der Gipfel mit einem Arbeitskräfteangebot von gut 43 Millionen Personen erreicht. Anschließend geht die Erwerbspersonenzahl deutlich zurück. Mit dem Ausscheiden der "Baby-Boomer" aus dem Arbeitsmarkt beschleunigt sich dieser Rückgang drastisch. Auch eine relativ hohe langfristige Nettozuwanderung von 200 000 Personen jährlich könnte diesen Verlust nur abmildern: In diesem Fall stünden im Jahr 2050 dem Arbeitsmarkt gut 37 Millionen Arbeitskräfte zur Verfügung. 

DIW-Expertin Schulz sprach sich für flexiblere Arbeitsmarktregeln aus, um eine höhere Erwerbsbeteiligung von Älteren in Deutschland zu ermöglichen. "Der Vergleich mit anderen EU-Ländern zeigt, dass wir flexiblere Arbeitszeiten und einen gleitenden Übergang in den Ruhestand brauchen. Und: "Die Betriebe müssen sich auf alternde Belegschaften einstellen, mehr in die Weiterbildung Älterer investieren und eine gezielte Gesundheitsförderung anbieten." 

(Redaktion)


 


 

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