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Innovationstag Mittelstand

ZIM-Mittel fließen reichlich in den Großraum Berlin

Künftig sollen bei der Gebäudeklimatisierung bis zu 70 Prozent der Energiekosten eingespart werden. Mit diesem Ziel entwickelt die Herbst Umwelttechnik GmbH im Verbund mit drei weiteren Regionalunternehmen bzw. zwei Hochschul- und Forschungseinrichtungen aus Berlin und Dresden einen sogenannten Enthalpietauscher. Die Innovation als Ersatz für Kältemaschinen und Heizungen gehört zu den rund 200 Umsatz, Wachstum und Arbeit versprechenden Exponaten auf dem Innovationstag Mittelstand am 17. Juni in Berlin.

Veranstalter des bundesweit einzigartigen Technik-Open Air (www.zim-bmwi.de) ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), dessen Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) unter Mittelständlern und industrienahen Forschungseinrichtungen mit monatlich rund 700 neuen Anträgen weiterhin hoch im Kurs steht.

Über das vor knapp zwei Jahren gestartete Programm wurden bereits Fördermittel für mehr als 6.600 Projekte mit einer Gesamtsumme von 830 Mio. Euro bewilligt. Nach Berlin gingen bis Ende März Förderzusagen in Höhe von insgesamt 70 Mio. €. Damit werden mit Blick auf neue Produkte, Verfahren und Dienstleistungen inzwischen rund 500 Forschungsprojekte teilfinanziert. Einen ähnlichen hohen ZIM-Bedarf haben auch die Mittelständler in Brandenburg mit knapp 50 Mio. € Zuwendungen für über 350 Vorhaben in Forschung und Entwicklung. Damit fließen in den Großraum Berlin mehr Mittel als in die Innovationslandschaft in Sachsen oder NRW; lediglich der forschende Mittelstand in Baden-Württemberg hat mit insgesamt über 161 Mio. € noch deutlich mehr Fördergelder abgerufen.

Beim Innovationstag Mittelstand auf dem parkähnlichen Gelände der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungseinrichtungen „Otto von Guericke“ e.V. (AiF) in Pankow aus der Region mit dabei: ein neues und Kosten senkendes Herstellungsverfahren für Malzprodukte (fermtec GmbH, Berlin); ein industriell vorgefertigtes Passivheizsystem in Form von Heiz-Kühl-Betondecken (BeKa GmbH, Berlin) und aus Brandenburg ein Klein-Pelletfahrzeug (Herzberg/Elster) sowie vom Forschungsatelier Goldschmiede Giehle ein mobiles Ortungssystem namens Koka (Potsdam).

BMWi-Informationen zufolge sind für ZIM im Jahr 2010 insgesamt 763 Mio. € geplant. Die Bundesregierung hatte für die Jahre 2009 und 2010 im Rahmen des Konjunkturpakets II für beide Jahren die „normalen“ Haushaltsmittel um insgesamt 900 Mio. € aus dem Investitions- und Tilgungsfonds aufgestockt. Befragungen unter Unternehmen haben ergeben, dass ZIM als besonders unbürokratisch und effizient geschätzt wird. Wohl auch aus diesem Grund hatte sich die ZIM-Antragszahl im Vorjahr gegenüber 2008 auf 8.400 verdoppelt. Erste Zwischenbilanzen weisen aus: Ein Förder-Euro generiert in drei Jahren nach Projektabschluss 12 € Umsatz. Pro Projekt werden im Durchschnitt fünf Arbeitsplätze geschaffen und zehn erhalten – eine innovative Antwort auf die Folgen der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise.

(Hans-Werner Oertel)


 


 

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